Die Anatomie der Makler-Courtage
1. Das System der Monatsbeiträge (MB) und die Abschlussprovision
-
Der gesetzliche Deckel (§ 48b VAG) und seine Umgehung: Zur Eindämmung von Fehlanreizen deckelt das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Abschlussprovision für die Basis-Vollversicherung theoretisch auf 3,3 Monatsbeiträge. In der Realität ist dieses Gesetz ein zahnloser Tiger. Über übergeordnete Maklerpools, Strukturvertriebe, Servicevereinbarungen und die gezielte Hinzunahme von nicht-substitutiven Bausteinen (Tagegelder, Pflegezusatz, Beitragsentlastungstarife), die diesem Deckel nicht unterliegen, schütten Versicherer im Markt effektiv Vergütungen aus, die zwischen 7 und 9 Monatsbeiträgen liegen.
-
Die Modellrechnung: Ein 42-jähriger ortsunabhängiger Unternehmer verlässt Deutschland. Der Makler rät ihm dringend davon ab, das deutsche System zu verlassen. Er empfiehlt stattdessen die Umdeckung in einen vermeintlich expat-freundlichen deutschen Spitzen-Vollkaskotarif für 950 € im Monat.
-
Provisionsauszahlung PKV: Bei einem marktüblichen Faktor von 8 Monatsbeiträgen fließen dem Vertrieb mit einem einzigen Vertragsabschluss 7.600 € an Abschluss-Courtage zu.
-
-
Die IPMI-Realität (Der Interessenkonflikt): Empfiehlt der Makler hingegen das, was für den Auswanderer tatsächlich ökonomisch sinnvoll ist – eine echte internationale Krankenversicherung (IPMI) als reinen Katastrophenschutz („Inpatient Only“ mit 5.000 € Selbstbehalt) –, liegt der Monatsbeitrag bei rund 220 €. Bei internationalen Policen wird keine MB-Provision gezahlt, sondern ein Prozentsatz der Jahresprämie (oft 10 % bis 15 %).
-
Provisionsauszahlung IPMI: 2.640 € Jahresprämie. Bei 15 % Courtage erhält der Makler magere 396 €.
-
2. Die Stornohaftung (§ 48b Abs. 4 VAG) – Warum Kündigungen gefürchtet werden
-
Kündigst Du nach 12 Monaten, muss der Vermittler 80 % der Provision (im obigen Beispiel über 6.000 €) zurückerstatten.
-
Kündigst Du nach 36 Monaten, verlangt die Versicherung immer noch 40 % zurück.
3. Die Bestandspflegeprovision (Das passive Einkommen auf deine Kosten)
Die Nomaden-Falle: Reise-Police vs. echte IPMI
1. Das SafetyWing-Desaster (Die Illusion des 45-Dollar-Schutzes)
| Versicherungs-Merkmal | SafetyWing Nomad Insurance | Echte IPMI (z. B. Across, APRIL) |
| Maximale Deckungssumme | Streng gedeckelt auf 250.000 USD je Police | 1.500.000 € bis unbegrenzt |
| Verlängerungsgarantie | Keine. Kündigung am Ende der Laufzeit | Guaranteed Renewability (Lebenslang) |
| Vorerkrankungen / Chronik | Vollständig und rigoros ausgeschlossen | Nach Underwriting voll abgedeckt |
| Prämienanpassung im Alter | Exponentieller Preisanstieg | Kalkulierte Alterungsstufen |
2. Die Repatriierungs-Falle der HanseMerkur (Langzeittarife)
-
Der medizinische Rücktransport (Repatriierung): In den AVB der Reiseversicherungen ist verankert, dass die Gesellschaft einen Krankenrücktransport in das Heimatland veranlassen darf und wird, sobald dieser medizinisch sinnvoll und der Patient transportfähig ist. Das ist der Kernzweck der Versicherung: Dich zu stabilisieren und ins deutsche Sozialsystem abzuschieben, um teure Folgekosten zu sparen.
-
Der Ruin in Deutschland: Angenommen, Du erkrankst im vierten Jahr deiner Weltreise in Kolumbien an akuter Leukämie. Die HanseMerkur stabilisiert dich und fliegt dich nach Deutschland aus. Da dein Wohnsitz im Ausland lag, deine deutsche GKV/PKV beendet ist und Du keine Anwartschaft hast, stehst Du im versicherungsrechtlichen Nichts. Für die GKV bist Du ohne Job nicht pflichtversichert. Die private Kasse lehnt dich mit Leukämie rigoros ab. Du strandest im deutschen PKV-Basistarif (§ 152 VAG), zahlst den Höchstbeitrag von rund 840 € im Monat aus eigener Tasche und wirst oft nur nach GKV-Standards behandelt. Als internationaler Pflegefall nimmt dich ohnehin keine globale IPMI mehr auf.
Der Rendite-Crash der Alterungsrückstellungen
1. Das gesetzliche Anlagekorsett (§ 124 VAG i. V. m. AnlV) & Solvency II
-
Mischungs- und Streuungsquoten: Der Großteil des Kapitals muss in festverzinslichen Wertpapieren angelegt werden. Historisch stecken 75 % bis 85 % aller PKV-Rückstellungen in europäischen Staatsanleihen, Pfandbriefen und Kommunalanleihen.
-
Gedeckelte Aktienquote: Gemäß § 3 Abs. 3 AnlV darf die Quote für risikobehaftete Anlagen einen bestimmten Gesamtwert nicht überschreiten. Die reale Aktienquote in den Deckungsstöcken der deutschen Krankenversicherer liegt in der Praxis meist unter 10 %.
2. Die reale Nettoverzinsung (Ein mathematisches Minusgeschäft)
-
Ergebnis: Die reale, inflationsbereinigte Rendite deiner Alterungsrückstellungen ist seit Jahren negativ. Das System verbrennt im Hintergrund Kaufkraft, weshalb die Beiträge der PKVs im Alter unweigerlich explodieren müssen. Die versprochene Beitragsstabilität durch AR ist mathematisch gescheitert.
3. Was passiert mit den sogenannten „Stornogewinnen“?
4. Die Master-Kalkulation: DIY-Depot vs. PKV-Alterungsrückstellung
-
Monatlicher Beitrag: 850 € (inkl. Pflegepflichtversicherung und Beitragsentlastungsbaustein).
-
Geldanlage: 0 € im eigenen Depot.
-
Mit 65 Jahren: Der Auswanderer hat insgesamt 306.000 € an Prämien an die deutsche Kasse überwiesen (Beitragssteigerungen nicht einmal mitgerechnet).
-
Verfügbares Kapital mit 65: 0 €. Das Geld liegt im Deckungsstock des Versicherers. Er hat keinen Zugriff auf die Liquidität. Kündigt er mit 66 oder verstirbt er, verfällt das gesamte Kapital ersatzlos im Kollektiv.
-
Abschluss einer echten IPMI (z. B. Across Global Cover), die sogar ambulante Sachverhalte teilweise abdeckt bei geringen Selbstbehalten. Christoph zahlt hier selber aktuell 153€ im Monat weil er auf die günstigste Zone versichert ist und neben den USA einige weitere Länder ausgeschlossen hat
-
Monatlicher Beitrag für einen 35-Jährigen in mittlerer Zone weltweit exklusive USA: ca 200 €.
-
Monatliche Ersparnis: 650 €.
-
Investment: Die 650 € fließen per Dauerauftrag steuerfrei in einen thesaurierenden All-World-Aktien-ETF.
-
Angenommene nominale Rendite: 7,0 % p. a. (für viele ist problemlos das doppelte machbar)
Der große PKV-TÜV (und Kleingedruckte)
| Gesellschaft | Weltgeltung | GOÄ-Korsett | Direct Billing (GOP) |
| Barmenia (einsA) | Ja (Zuschlag möglich) | Ja (strikte GOÄ) | Selten / Nur Vorlage |
| Hallesche (NK/KS) | Ja (SGB XI Pflicht) | Ja (Begrenzung) | Sehr bürokratisch |
| Alte Oldenburger | Nach Absprache | Extrem streng | Fast nie (Vorleistung) |
| ARAG (MedBest) | Ja | Ja (Äquivalenz) | Eingeschränkt |
| Universa | Nur mit Zustimmung | Ja | Nein |
1. Barmenia (Tarife einsA prima / einsA expert)
-
Die Risikozuschlags-Falle: Die Barmenia behält sich das explizite vertragliche Recht vor, bei Verlegung des gewöhnlichen Aufenthalts in Staaten mit überdurchschnittlich hohem Preisniveau (USA, Kanada, Schweiz, Singapur) einen massiven Risikozuschlag zu erheben. Aus deinem 850-Euro-Tarif werden im außereuropäischen Raum ohne Weiteres 1.300 € bis 1.600 € monatlich.
-
Die GOÄ-Deckelung (Die Gebührenordnungs-Falle): Trotz der Weltgeltung erstattet die Barmenia Behandlungen im Ausland primär in Anlehnung an das deutsche Preisgefüge (§ 5 GOÄ – Gebührenordnung für Ärzte) und prüft auf „Angemessenheit“. Internationale Spitzenkliniken interessieren sich jedoch nicht für deutsche Höchstsätze (Faktor 3,5). Rechnet der Onkologe in Singapur das Vierfache der deutschen GOÄ ab, kürzt die Barmenia die Leistung gnadenlos. Die Differenz im fünfstelligen Bereich zahlst Du selbst.
-
Mangelndes Direct Billing: Außerhalb ausgewählter europäischer Netzwerke kennt die Barmenia kein standardisiertes Guarantee of Payment (GOP)-Netzwerk. Bei Großschäden verlangen viele Privatkliniken in Übersee Vorkasse oder blocken gigantische Kreditkarten-Kautionen.
2. Hallesche (Tarife NK / KS)
-
Die SGB XI Pflege-Falle: Wer seine Voll-PKV im Ausland weiterführt, bleibt versicherungsrechtlich oft gezwungen, die deutsche private Pflegepflichtversicherung (PVN) nach SGB XI weiterzubezahlen (aktuell rund 80 bis 140 € im Monat). Die juristische Absurdität: Die Leistungen der deutschen Pflegeversicherung (Pflegegeld, Pflegesachleistungen) sind bei dauerhaftem Wohnsitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gemäß § 34 Abs. 1 Nr. 1 SGB XI gesetzlich vollständig ausgesetzt! Du zahlst monatlich über 100 € für eine Leistung, die das Gesetz bei deiner Pflegebedürftigkeit in Asien strikt verweigert.
-
Der Leistungswasserkopf: Du bezahlst deutsche Höchstbeiträge für ein Leistungsspektrum, das Du im Ausland physisch nicht abrufen kannst: Stationäre Sanatoriumskuren, deutsche Heilpraktiker, Logopädie nach Kassenvorgaben. Du subventionierst den Wasserkopf des deutschen Gesundheitssystems aus der Ferne. Das macht höchstens Sinn wenn dein Lebensmittelpunkt insgeheim doch noch Deutschland ist.
3. Alte Oldenburger (Tarife A / KTS)
-
Die Liquiditäts- und Übersetzungsschikane: Der Versicherer agiert streng nach dem Kostenerstattungsprinzip und verfügt über kein agiles, mehrsprachiges 24/7-Assistance-Netzwerk. Bei einer Bypass-Operation in Südamerika für 45.000 USD gehst Du in Vorleistung. Die Alte Oldenburger behält sich zudem vor, für fremdsprachige Arztrechnungen beglaubigte deutsche Übersetzungen auf deine Kosten einzufordern, bevor die Leistungsprüfung in Oldenburg überhaupt beginnt. Massive Bürokatie während Du dich um deine Gesundheit sorgst.
4. ARAG (Tarif MedBest) & Universa
-
ARAG MedBest: Die ARAG garantiert die weltweite Deckung. Im Ernstfall fehlt jedoch die tiefe vertragliche Verflechtung mit globalen Third-Party-Administrators (TPAs), wie sie große IPMIs besitzen. Das verzögert Kostengutsprachen (GOP) massiv, was in internationalen Notaufnahmen zu lebensgefährlichen Verzögerungen oder dem Zwang zu enormen Cash-Deposits führt.
-
Universa: Die Bedingungen verlangen vor Verlegung des ständigen Wohnsitzes ins außereuropäische Ausland oft eine ausdrückliche, vorherige schriftliche Zustimmung der Gesellschaft. Muss der Versicherer erst zustimmen, sitzt er am extrem langen Hebel. Er kann willkürliche Zuschläge diktieren, Ausschlüsse für Krisenländer definieren oder die Fortführung bei Verschlechterung deines Gesundheitszustands ablehnen. Du bist der Kulanz eines Sachbearbeiters ausgeliefert.
Die wahren Champions
Die Chemo- und Dialyse-Lüge der Makler
1. Das Day-Patient-Prinzip (Tagesklinik): Angloamerikanische Versicherer trennen nicht streng nach der deutschen Definition von „ambulant“ (Praxis) und „stationär“ (Bett mit Übernachtung). IPMIs nutzen den Begriff des Day-Case oder Day-Patient Care. Eine Behandlung, bei der Du ein Krankenhausbett für einen Eingriff oder eine Infusion belegst (wie bei einer Chemotherapie), aber am selben Tag entlassen wirst, fällt bedingungsgemäß vollständig unter die vollumfängliche stationäre (Inpatient) Deckung!
Unsere 6 Versicherungspartner im exakten Profil
1. Across Global Cover (Der unangefochtene Marktführer)
-
Die Beitragsstabilität im Alter: Während viele asiatische oder Offshore-Kassen im Alter von 60+ erratische Preissprünge vollziehen, kalkuliert Across mit extrem stabilen Risikokohorten. Es ist der sicherste Hafen für ein lebenslanges Setup.
-
Leistungsregulierung & UCR: Across agiert weltweit nach dem Usual, Customary and Reasonable-Prinzip. Es gibt keine GOÄ-Deckelung. Die Direct-Billing-Infrastruktur für stationäre Notfälle ist marktführend.
-
Underwriting-Flexibilität: Bietet als einer der wenigen Full Medical Underwriting (FMU) (Klarheit und Rechtssicherheit ab Tag 1) sowie Moratorium Underwriting (pauschaler Ausschluss von Vorerkrankungen der letzten 24 Monate, die bei zweijähriger Symptomfreiheit wieder inkludiert werden).
2. APRIL International
-
Digitale Überlegenheit (Easy Claim): Kleine Rechnungen werden via App fotografiert und oft innerhalb von 48 Stunden per Direktanweisung auf dein Konto erstattet.
-
Modulare Zonen-Architektur: APRIL unterteilt die Welt extrem präzise. Wer die USA, die Karibik oder Singapur ausschließt, kann seine Prämie chirurgisch genau nach unten drücken, ohne Kompromisse bei der Deckung in Europa, Südamerika oder SEA einzugehen.
3. Foyer Global Health
-
Der DACH-Vorteil: Foyer agiert international, wird aber aus Luxemburg mit deutschem Geschäftsführer gesteuert. Sämtliche Policen, AVBs und der Medical Support stehen auf fehlerfreiem Deutsch zur Verfügung.
-
EU-Rechtssicherheit: Aufgrund der luxemburgischen Zulassung wird Foyer von europäischen Behörden rechtlich deutlich problemloser als vollwertige Absicherung anerkannt als Offshore-Versicherer.
4. PassportCard
-
Die physische Mastercard (Keine Vorleistung): Lange ein Alleinstellungsmerkmal von PassportCard – aber mittlerweile auch bei der April eingeführt. . Du erhältst eine physische Kreditkarte. Musst Du zum Arzt, öffnest Du die App, wählst die Behandlungsart und die Karte wird in Sekundenbruchteilen mit dem Limit aufgeladen. Du bezahlst am Terminal der Klinik oder Apotheke mit dem Geld der Versicherung.
-
Cashflow-Sicherheit: Gerade für jüngere digitale Nomaden oder Unternehmer, die ihre Liquidität im Business brauchen, ist dieses Zero-Out-of-Pocket-System ein massiver operativer Vorteil.
5. BDAE (Bund der Auslands-Erwerbstätigen)
-
Die Brücke ins Ausland: Der BDAE bietet einen soliden, oft sehr preiswerten Basisschutz. Er ist hervorragend geeignet für Kunden, die das deutsche Versicherungsdenken noch nicht ganz ablegen wollen.
-
Der Kompromiss: Im Detail der Versicherungsbedingungen gibt es in den günstigen Tariflinien oft strengere Sub-Limits (Deckelungen für bestimmte Heilmittel oder Diagnosen) als bei den uneingeschränkten Premium-Tarifen von Across oder APRIL.
6. Genki
-
Genki Explorer: Eine hochflexible, monatlich kündbare Police für unbestimmtes weltweites Reisen. Ideal für die Startphase der Auswanderung. Deckt häufig Hochrisikogebiete ab, die andere Versicherer in ihren Bedingungen ausschließen. Nutzt Christoph als Zusatzversicherung für gewisse Länder.
-
Genki Resident: Die vollwertige IPMI mit lebenslanger Verlängerungsgarantie. Besticht durch ein extrem schnelles, 100 % digitales Onboarding ohne lästigen Papierkram.
3 Ausnahmen wann die deutsche PKV ein Geniestreich sein kann
Ausnahme 1: Der „Halbe-Auswanderer“ (Das 183-Tage-Paradoxon)
-
Der logische Denkfehler (Die Steuer-Illusion): Wer die PKV nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG (Bürgerentlastungsgesetz) steuerlich geltend machen will, muss in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sein (§ 1 Abs. 1 EStG) – also einen Wohnsitz (§ 8 AO) oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO / mehr als 183 Tage) in der Bundesrepublik haben.Ein echter Auswanderer gibt seinen deutschen Wohnsitz jedoch auf, um die progressive Einkommensteuer auf sein Welteinkommen zu eliminieren. Wer sein gesamtes globales Einkommen in Deutschland versteuert, nur um 42 % Steuern auf eine 900-Euro-Krankenversicherung zu sparen, begeht ökonomischen Selbstmord.
-
Der IPMI-Heimatland-Schutz (Home Country Cover): Brauchst Du die deutsche PKV für Sommerbesuche in Deutschland? Definitiv Nein. Nahezu alle von uns empfohlenen Top-IPMIs beinhalten eine standardmäßige Heimatland-Deckung. Bei vorübergehenden Besuchen im Heimatland bist Du für bis zu 90 oder 180 Tage pro Versicherungsjahr vollumfänglich als Privatpatient in deutschen Kliniken versichert. Die IPMI deckt deinen Bedarf als Perpetual Traveler auch in München oder Berlin lückenlos ab.
Ausnahme 2: Der Kurzzeit-Expat (Anwartschafts-Illusion vs. GKV-Hack)
Das Duell der Anwartschaften (Der Makler-Trick)
-
Die große Anwartschaft: Sie friert deinen Gesundheitszustand UND dein Eintrittsalter ein. Sie bildet rechnerisch Alterungsrückstellungen.Kosten: Astronomische 25 % bis 35 % des Vollbeitrags (oft 250 € bis 320 € JEDEN MONAT für reine Luftbuchungen!).
-
Die kleine Anwartschaft: Sie friert ausschließlich den Gesundheitszustand ein. Bei Rückkehr wirst Du einfach zu deinem dann erreichten Alter neu eingestuft.Kosten: Schlanke 5 % bis 10 % des Vollbeitrags (monatlich ca. 45 € bis 75 €).
Die DIY-Mathematik über 5 Jahre (35 bis 40 Jahre)
-
Die Makler-Lösung (Große Anwartschaft): Du zahlst 280 € x 60 Monate = 16.800 €. Bei Rückkehr steigst Du für den alten Tarif von 750 €/Monat ein.
-
Die smarte Lösung (Kleine Anwartschaft): Du zahlst 50 € x 60 Monate = 3.000 €. Die Differenz von 230 € investierst Du monatlich in deinen ETF (7 % p. a.).Ergebnis nach 5 Jahren: Du hast ca. 16.500 € an liquiden Mitteln aufgebaut. Bei Rückkehr verlangt die PKV nun den Tarif für 40-Jährige (z.B. 870 €/Monat). Dieser monatliche Aufpreis von 120 € lässt sich aus deinem selbst angesparten 16.500-Euro-Kapitalstock über 11 Jahre lang vollständig querfinanzieren! Die große Anwartschaft ist ein mathematisches Verlustgeschäft.
Der ultimative Joker: Der GKV-Hack (Die Rückkehr ohne Anwartschaft)
-
Versicherungspflicht schlägt alles (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V): Wer in Deutschland eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze aufnimmt, wird kraft Gesetzes zwingend Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse (GKV). Es gibt in der GKV keine Gesundheitsprüfung, keine Risikozuschläge und keine Ausschlüsse.
-
Der Midijob-Hebel (§ 20 Abs. 2 SGB IV): Du musst keinen Vollzeitjob antreten. Eine Beschäftigung im Übergangsbereich (Midijob ab 538,01 € bis 2.000 € im Monat) reicht vollkommen aus! Du lässt dich für 600 € im Monat anstellen.
-
Die Entlassung aus der PKV: Mit der GKV-Bescheinigung muss jede deutsche PKV deinen eventuell bestehenden Restvertrag oder Basistarif nach § 205 Abs. 1 VVG auflösen.
-
Die obligatorische Anschlussversicherung (§ 188 Abs. 4 SGB V): Kündigst Du den Midijob nach 12 Monaten, um wieder als selbstständiger Unternehmer zu arbeiten, fliegst Du nicht aus der GKV. Das Gesetz zwingt die Kasse, dich als freiwilliges Mitglied weiterzuführen. Du bist lückenlos gerettet.
-
Die unumstößliche Altersgrenze (Die Deadline): Dieser Hack funktioniert zwingend nur bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres (§ 6 Abs. 3a SGB V). Ab 55 ist der Wechsel in die GKV für Personen, die in den letzten 5 Jahren versicherungsfrei waren, gesetzlich absolut versperrt. Vor 55 brauchst Du als Auswanderer de facto keine Angst-Anwartschaften. Danach bleiben zahlreiche andere Sozialsysteme mit Kontrahierungszwang
Ausnahme 3: Der EU-Vermögens-Retter (Die PKV als legaler Schutzschild)
Die rechtliche Falle im EU-Ausland
Das Enteignungs-Modell der ungedeckten Sozialsysteme
-
Frankreich (Die PUMA-Falle): In Frankreich greift die Protection Universelle Maladie (PUMA). Lebst Du von Kapitalerträgen (Dividenden, Trading, Exits), zahlst Du die Cotisation Subsidiaire Maladie (CSM) nach Art. L. 380-2 Code de la Sécurité Sociale.Der Satz: Brutale 6,5 % auf alle weltweiten Kapitalerträge oberhalb eines Freibetrags (ca. 11.500 €).Die Rechnung: Realisierst Du 400.000 € Kapitalerträge, raubt Dir die französische Krankenkasse Urssaf 25.250 € Zwangsbeitrag pro Jahr!
-
Italien (Die SSN-Falle): Wer sich als wohlhabender Resident freiwillig in den Servizio Sanitario Nazionale (SSN) einkaufen will (Iscrizione Volontaria), zahlst bis zu 7,5 % seines Gesamteinkommens.
Der PKV-Befreiungsschlag (CSI-Arbitrage)
-
Du behältst deine deutsche PKV und überweist jährlich 10.800 € (900 €/Monat) an die Barmenia oder Hallesche.
-
Mit dieser Police beweist Du der französischen Behörde, dass Du vollversichert bist, und erlangst die vollständige Freistellung von der prozentualen PUMA / CSM.
-
Die Netto-Ersparnis: Bei 400.000 € Kapitaleinkommen sparst Du 25.250 € französische „Reichensteuer§. Zieht man die 10.800 € PKV-Kosten ab, verbleibt ein reiner Jahresgewinn von 14.450 €. Die deutsche PKV agiert hier nicht primär als Krankenversicherung, sondern als hochrentabler juristischer Schutzschild gegen europäische Steuerenteignungen.
Fazit: Durchschneide die Fesseln der Angst-Industrie