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Auf Staatenlos haben wir uns bereits mit vielen Steuersystemen und Wohnsitzländern zur Auswanderung beschäftigt. Der Fokus lag dabei wegen geringer Entfernung und kultureller Nähe vor allem auf Europa, wie meine Beiträge über Länder wie unter anderem Malta, Zypern, Großbritannien, Tschechien oder Portugal gezeigt haben. Jedoch auch Lateinamerika sollte man diesbezüglich nicht vergessen. Gerade Zentralamerika besitzt viele vorteilhafte Systeme mit Territorialbesteuerung (Auslandseinkommen steuerfrei), in denen Einwanderung zudem relativ einfach möglich ist. Mit Panama als schwer anfechtbare Nummer 1 gibt es aus persönlichen Gründen dennoch Alternativen, die in Betracht gezogen werden könnten. Wem da Nicaragua etwa zu arm und unterentwickelt ist, der könnte das zwischen Nicaragua und Panama eingekesselte Costa Rica bald sein zu Hause nennen.

Costa Rica vereint ein vorteilhaftes Steuersystem mit einem entspannten Staat und großartiger Lebensqualität mit viel Natur. Kein Wunder, dass diversen Erhebungen nach die glücklichsten Menschen der Welt in diesem Land leben. Leider jedoch ist Costa Rica mittlerweile sehr kostspielig geworden, was sich nicht nur auf das Leben, sondern auch die Erlangung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung erstreckt.

 

Trotzdem ist es für den durchschnittlich gut verdienenden Online-Unternehmer, Trader oder auch Rentner weiterhin eine gut mögliche Auswanderungs-Destination, wenn man tatsächlich überwiegend dort leben möchte (4-6 Monate min.). Als Pro-Forma Wohnsitz für Perpetual Traveler wie Paraguay oder Panama ist Costa Rica hingegen weniger geeignet.

 

Costa Rica und sein Steuersystem

Costa Rica hat ein ähnlich laxes System der Territorialbesteuerung wie das benachbarte Panama. Territorialbesteuerung, also nur die Besteuerung von Inlandsgewinnen, ist nicht immer gleich Territorialbesteuerung. Viele Länder mit Territorialbesteuerung definieren Inlandsgewinne deutlich weiter als es Costa Rica und Panama tun. In Costa Rica und Panama kann jedoch eine Tätigkeit selbst vor Ort mit Wohnsitz, Büro und sogar Mitarbeitern in Costa Rica ausgeführt werden. Solange das Geld nicht aus einer Quelle im Inland stammt, ist es vorbehaltslos steuerfrei.

Selbst wer im Inland tätig werden sollte wird längst nicht so geschröpft wie in europäischen Ländern üblich. Costa Rica benutzt als Währung den Colon, der mit 1 zu 595 einen eher gewöhnungsbedürftigen Umrechnungskurs aufweist. Folgend wurden die progressiven Steuersätze dabei grob zum Euro umgerechnet.

Für Unternehmen und Selbstständige fällt auf die ersten 5.875€ keinerlei Steuer an. Es folgen Stufen mit 10% (die nächsten 2900€), 15% (die nächsten 5860€) und 20% (die nächsten 14.690€). Über einem Gewinn von 29.320€ greift der Spitzensteuersatz mit 25%. Dieser ist aber natürlich mit recht großzügigen Deduktionen gut steuerbar. Dividenden aus Costa Rica Firmen werden mit 15% besteuert.

Einkommen aus Lohn und Gehalt unterliegt anderen Sätzen. Wesentlich ist, dass jedoch 1320€ im Monat der persönliche Steuerfreibetrag sind (ca. 15860€ jährlich). Erst darüber fallen Steuern von 10% auf die nächsten 7943€ und 15% darüber an. Die Sozialversicherungs-Abgaben trägt zu 26,33% der Arbeitgeber und zu 9.34% der Arbeitnehmer.

Erbschafts, Schenkungs- und verwandte Steuern existieren nicht in Costa Rica. Kursgewinne sind für Privatpersonen solange steuerfrei, wie sie unregelmäßig geschehen, sonst werden sie mit 15% besteuert. Dies bezieht sich aber rein auf inländische Gewinne, da dank Territorialbesteuerung ausländisches Einkommen ja generell steuerfrei ist.

Die Besteuerung in Costa Rica ist also relativ bescheiden bzw. nicht existent, wenn man ohnehin sein Geld im Ausland verdient. Eine Gründung in Costa Rica selbst macht nur im Glücksspielbereich so wirklich Sinn. Denn Costa Rica ist – ein anderes Thema – das einzige Land der Welt, wo Unternehmen Online-Glücksspiel lizenzfrei betreiben dürfen, solange Sie sich an Ausländer richten. In Costa Rica selbst ist Glücksspiel nämlich illegal.

 

Optimalerweise kombiniert man eine Costa Rica Firma dann jedoch mit einem Panama oder Nicaragua-Wohnsitz und sollte auf die Quellensteuer von 15% auf Dividenden achten.

 

Einreise nach und dauerhafter Aufenthalt in Costa Rica

Costa Rica gewährt den meisten Nationen 3 Monate Aufenthalt bei der Einreise. Dies ist sicher genug Zeit das vergleichsweise kleine Land ausgiebig zu entdecken und eine Wohnsitznahme in Betracht zu ziehen. Wesentlich ist, dass bei Einreise ein Rückflug bzw. Weiterflugticket vorzuweisen ist. Dies wird von Costa Rica generell sehr streng gehandhabt.

Klassische Visa-Runs zur Aufenthaltserneuerung, die bei Digitalen Nomaden sehr beliebt sind, sind in Costa Rica nicht mehr zu empfehlen. Die Behörden achten verstärkt auf solche Praktiken, die den Traum eines dauerhaften Lebens in Costa Rica schnell zerstören können. So wird bei sehr kurzfristiger Wiedereinreise mittlerweile oft nur noch eine zwei-wöchige Aufenthaltserlaubnis ausgegeben. Überziehung in Costa Rica ist nicht ratsam, sondern kann schnell mit Deportation und anschließendem 12-jährigen Einreiseverbot enden.

Zum Glück ist Costa Rica jedoch relativ offen für alle Menschen, die auf legalem Wege einwandern wollen. Einzige Bedingung ist, dass sich diese im nicht günstigen Costa Rica selbst versorgen können statt dem Staat auf der Tasche zu liegen. Für typische Selbständige, Unternehmer und Investoren kommen dabei vor allem 3 Visa-Kategorien in Frage.

Die teuerste Variante ist ein Investoren-Visum, das ab einem Investment von 200.000$ in die Wirtschaft Costa Ricas die Aufenthaltserlaubnis beschert. Nach 3 Jahren mit mindestens 6-monatigen Aufenthalt winkt die lebenslange Permanent Residence in Costa Rica.

Deutlich entspannter nach Costa Rica kommen Rentner, Pensionäre und alle jene, die eine fixe lebenslange Auszahlung von mindestens 1000$ im Monat bekommen. Diese bekommen mit dem “Pensionado”-Visa eine Temporary Residence, mit der sie sich mindestens 4 Monate im Jahr in Costa Rica aufhalten müssen. Sie müssen sich außerdem lokal in Costa Rica krankenversichern.

Für Unternehmer und Selbstständige gibt es die Möglichkeit ein “Rentista”-Visum zu beantragen. Hierfür muss ein fester monatlicher Geldfluss von 2.500$ nachgewiesen werden. Weil dieser Nachweis in der Praxis oft schwierig zu erbringen ist, müssen als Alternative 60.000$ auf einem lokalen Bank-Konto deponiert werden, von denen monatlich 2500$ ausgezahlt werden. Die Bank muss einen entsprechenden Brief aufsetzen, in der sie einen stabilen, permanenten Geldfluss in dieser Höhe an den Begünstigten garantiert.

Mit diesen 60.000$ mit monatlicher Auszahlung von 2500$ bekommt der Rentista eine Temporary Residence von 2 Jahren. Diese kann er nach 2 Jahren erneuern, sofern er in die lokale Krankenkasse eingezahlt und sich mindestens 4 Monate in Costa Rica aufgehalten hat pro Jahr. Zur Erneuerung ist erneut 60.000$ für 2 Jahre auf einem Bank-Konto einzulegen.

In allen Fällen – ob Investor, Pensionado oder Rentista – kann nach 3 Jahren Aufenthalt von mindestens 4 Monaten die Permanent Residence  beantragt werden. Zur Beantragung ist nachzuweisen, dass man tatsächlich in Costa Rica lebt, meist durch costa ricanische Staatsbürger als Bürgen. Der Prozess zur Erlangung der Permanent Residence erstreckt sich ca. ein Jahr. Danach kann man das Land theoretisch längere Zeit verlassen ohne die Permanent Residence zu verlieren. Die Permanent Residence erlaubt auch im Land zu arbeiten, was mit der Temporary Residence nur auf eigene Unternehmen beschränkt ist.

 

Die Permanent Residence ist allerdings nicht so permanent wie etwa Panamas. Auch sie muss trotzdem im 2-Jahres-Takt verlängert werden.

 

Permanenz hat man nur mit der Staatsbürgerschaft von Costa Rica. Der Pass ist mit 133 visa-freien Ländern nicht schlecht und Doppelte Staatsbürgerschaft im Gegensatz zu Panama möglich. Ausländer müssen jedoch ab Erlangung der Permanent Residence weitere 7 Jahre warten und einen kniffligen Einbürgerungstest bestehen. Für Lateinamerikaner und Spanier ist die Frist zur Einbürgerung auf 5 Jahre ab Bestehen der Permanent Residence verkürzt.

 

Lohnt sich Costa Rica als Wohnsitzland?

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Einwanderung nach Costa Rica zwar sehr gut möglich ist, jedoch einige Hürden dazu überspringen sind. Typische Unternehmer und Selbstständige brauchen vor allem das Kapital von 60.000$, was jedoch nicht weg ist, sondern essentiell der Lebenshaltung zu Gute kommt. Es muss bloß einmal angespart sein.

4 Monate Mindestaufenthalt in Costa Rica sind eine faire Regelung, die viele ortsunabhängige Unternehmern auch weiterhin einen nomadischen Lebensstil mit Lebensmittelpunkt in Costa Rica ermöglicht. Lediglich die verpflichtende Einzahlung in das eher kommunistisch organisierte Krankenkassensystem Costa Ricas ist ein kleiner Wermutstropfen. Dafür ist man richtig gemacht – nämlich mit Firma außerhalb Costa Ricas – aber komplett steuerfrei.

Costa Ricas System ist nachhaltig wie seine Natur – das Land hat den größten Anteil von Nationalparks an der Landesfläche weltweit. Ähnlich wie Panama ohne Militär gesegnet führen die Menschen ein in weiten Teilen relativ staatsfreies Leben. Seine Kinder frei lernen zu lassen ist somit in Costa Rica kein großes Problem.

 

Verglichen mit Panama ist das nördliche Nachbarland – persönliche Präferenzen außer Acht gelassen – vor allem eher für diejenigen interessant, die auch tatsächlich voll auswandern oder zumindest einen größeren Teil des Jahres in Costa Rica verbringen wollen. Zudem muss einfach das notwendige Kapital zur Erlangung des Rentista-Visums vorhanden sein. Panama oder auch Paraguay (kommt bald) ist hier wesentlich leichter.

 

Ist es das, steht einem glücklichen Leben mit viel “Pura Vida” in Costa Rica aber wenig im Weg. Staatenlos kann Dir über seine Partnerkanzleien gerne helfen, die Wohnsitznahme in Costa Rica zu begleiten. Schreib mich einfach für weitere Informationen an.

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