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Auf Staatenlos schreibe ich über die vielen verschiedenen Themen der Flaggentheorie statt Flüge- ob Wohnsitze, Unternehmen, Konten oder den Medizin-Tourismus. Wenig habe ich mich dabei bisher mit meinem eigenen Reiseleben  befasst.

 

Dabei weiß ich ganz sicher, das viele meiner Leser unglaublich daran interessiert sind, selbst viel, günstig und komfortabel zu reisen. Als Vorweihnachtsgeschenk möchte ich daher in diesen Artikel einmal weit ausholen und Dir zeigen, wie Du das Gleiche machen kannst.

 

Das Flugpreise dynamisch sind, brauche ich Dir vermutlich nicht zu erzählen. Über die relevanten Faktoren wie Tageszeit, Wochentag, Zwischenstopps und IP-Adressen (und vieles mehr) habe ich bereits in einem vergangenen Beitrag geschrieben. Heute möchte ich Dir jedoch konkrete Ratschläge geben, wie Du meine Strategien zur möglichst günstigen Flugfindung selbst angehen kannst. Dabei komme ich nicht drum herum, meine besondere Ausgangslage klar zu machen, die mir selbst günstige Flugbuchungen ermöglicht.

 

Vielleicht bist Du nicht ganz so flexibel wie ich – kannst aber sicherlich die ein oder andere Strategie verwenden um selbst einmal günstig um die Welt zu jetten.

 

Staatenlose Flüge in 2016 – ein Überblick

Während meine Reiserei vielen Beobachtern nach mehr scheint, hatte ich in 2016 lediglich 40 verschiedene Flüge (Flug definiert sich durch Start und Landung). Dabei habe ich auch 40 verschiedene Länder besucht, was teilweise die geringe Flugzahl erklärt.

So blieb ich im Januar und Februar nur auf Malta, reiste von Juni bis August über Land durch den Balkan und hatte auch zwischendurch immer mal wieder größere Flugpausen. Wo es mich überall hinverschlagen hat, könnt ihr der folgenden Weltkarte für 2016 entnehmen (die bis zum Jahresende 2016 hinzu kommenden Ländern sind inkludiert).

 

Insgesamt hänge ich bei mittlerweile 78 Ländern – 2017 werde ich die 90 wohl voll kriegen.

In 2016 verschlug es mich neben den meisten europäischen Ländern vor allem in die USA/Kanada. Um nur die Highlights meiner Auslandsaufenthalte in 2016 zu nennen:

  • 2 Wochen Kasachstan im März
  • 3 Wochen Südportugal und Azoren im Mai
  • 8 Wochen Balkan im Juni/Juli
  • 4 Wochen Florida, USA und 2 Wochen Kanada (Quebec/Ontario) im September/Oktober
  • 2 Wochen Malediven im Dezember

Das durchaus angenehme Reisejahr werde ich nach Weihnachten noch in Panama und Kolumbien fortsetzen. In ein noch spannenderes Reisejahr 2017 feiere ich von Medellin, Kolumbien, herein.

Sicherlich fragst Du Dich jetzt, wie viel das ganze Reisen kostet. Zumindest für die Flüge habe ich mir das auch ausgerechnet.

In 2016 habe ich insgesamt  6500€ für Flüge ausgeben. In diesen 6500€ sind allerdings bereits etliche Buchungen für 2017 enthalten – 20 um genau zu sein. 6500€ für 60 Flüge machen also einen Flugdurchschnitt von knapp 108,33€.

Wenn ich mir die mir nur die 40 Flüge in 2016 ansehe, habe ich aufgrund vieler Kurzstreckenflüge dafür nur Kosten von etwa 3600€ – das macht einen Durchschnitt von nur  etwa 90€ pro Flug.

Wie so etwas in der Praxis aussieht, möchte ich Dir anhand einiger Beispiele zeigen. Diesen Beitrag schreibe ich etwa von den schönen Malediven, die vielen als absolute Luxus-Destination gelten. Mit einem schönen Hotel für 2 Wochen mit nur 28€ pro Nacht und einem recht erschwinglich gebuchten Flug sind sie das jedoch gar nicht. Zurück fliege ich übrigens nur nach Dubai – den Flug nach Sofia lasse ich verfallen (Dubai-Amsterdam 5 Tage später für 149€).

 

 

 

 

 

 

Die meisten anderen Flüge waren in diesem Jahr eher Kurzstrecke. Nach Miami flog ich von Barcelona für günstige 350€. Innerhalb Europas verkehrte ich vor allem mit den üblichen Billigfliegern wie Ryanair und easyJet.

Der mit Abstand teuerste Flug dieses Jahr habe ich nicht verwunderlich die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nach Panama und Rückkehr Mitte Januar. Hier bin ich jedoch froh, überhaupt noch so günstig weggekommen zu sein.

Das liegt maßgeblich wohl an einer Nacht Stopover in Madrid, den ich mir, weil ich viele Freunde in Madrid habe, aber sehr gerne immer einbaue. So kann ich nach einer Nacht Party in Madrid ruhig über dem Atlantik schlafen.

 

 

 

 

 

 

 

Flüge nach Panama sind dabei eigentlich noch günstiger. Im März fliege ich hin und zurück gerade einmal für die 376€. Das liegt übrigens daran, dass die Tourismus-Behörde Panamas einen Millionendeal mit Lufthansa abgeschlossen hat, um mehr Touristen ins zentralamerikanische Land zu locken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Freilich ist diese Reise nicht die Einzige, auf die ich mich in 2017 noch freuen kann. Ein extremes Schnäppchen wartet bereits Ende Januar auf mich. Für nur 350€ fliege ich von Mailand nach Hawaii und zurück.

 

 

 

 

 

 

 

Die Flüge zwischen den Inseln, auf denen ich mich knapp 4 Wochen aufhalten werde, sind dabei teurer als der Flug aus Europa (Mailand) hin und zurück, aber auch noch recht preiswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück fliege ich dabei nur bis San Francisco und lasse den Rest verfallen. So kann ich noch 3 Wochen Kalifornien & Co. entdecken, ehe ich mit einem günstigen One-way-Flug von Los Angeles mit meiner Lieblings-Airline Air New Zealand nach Europa zurückkehre.

 

 

 

 

 

Dort warten in 2017 auch noch andere Schnäppchen darauf, mich an exotische Orte zu bringen. Etwa die nördlichste Siedlung der Welt – Longyearben auf Spitzbergen, wohin es mich im August 2017 verschlagen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von günstigen Economy-Flügen habe ich übrigens – Du kannst es Dir denken – mittlerweile fast genug. Mit steigenden Einkommen suche ich jetzt auch immer mehr aktiv nach günstigen Business-Class-Schnäppchen.

 

Business Class zu normalen Economy-Preisen könnte man sagen. So fliege ich Ende Mai mit der auch für Business Class top gerankten Airline Etihad auf die Seychellen im Indischen Ozean.

 

 

 

Ausgangsvoraussetzungen für günstiges Fliegen

Mit Rückgriff auf diese Beispiele (Fliegen kann so günstig sein) möchte ich Dir nun erläutern, wie Du selbst in den Genuss günstiger Flüge kommen kannst. Ein internationales Jetset-Leben muss nämlich keinesfalls teuer sein. Du wirst aber gewisse Kompromiße eingehen müssen. Meine 5 Schlüssel-Lehren für Günstiges Fliegen möchte ich Dir deshalb hier einmal nahe legen.

1. Sei flexibel – werde selbstständig & ortsunabhängig

Erst noch Urlaubsanträge stellen – das klappt selten, wenn man wirklich günstige Flüge haben will. Einer meiner Hauptstrategien für günstige Flüge sind Schnäppchen, für die man sich innerhalb von Minuten entscheiden muss, bevor sie vergriffen sind.

 

Wer als Angestellter erst noch seinen Chef fragen muss, riskiert das die guten Deals schon weg sind. Und wer trotzdem bucht, aber keinen Urlaub bekommt, der kann diese günstigen Flüge oft nicht mehr so einfach stornieren oder gar sein Geld auch nur teilweise zurück bekommen.

 

Als Selbstständiger bin ich hingegen völlig flexibel mit meiner Zeit-Einteilung. Ich kann mir aussuchen, wann ich etwas machen will. Als Ortsunabhängiger kommt natürlich noch die schöne Freiheit obendrauf, das ich auch entscheiden kann, von wo ich etwas machen will. Ortsunabhängiges Unternehmertum ist also sicherlich ein sehr guter Ausgangspunkt, günstige Flüge zu finden.

Flexibel sind freilich nicht nur Unternehmer. Auch Studenten können etwa zumindest für die Zeiträume ihrer Semester-Ferien recht flexibel nach Sonderangeboten schauen. Und auch Lehrer und Eltern wissen, dass sie meist nur während der Ferien verreisen können. Dass diese Hauptreisezeiten allerdings meist teurer sind, erklärt sich von selbst.

Natürlich geht es nicht um Flexibilität mit der eigenen Zeit, sondern auch Flexibilität mit Abflugs- und Zielorten. So habe ich zwar ein gewisses Ranking von Reisezielen, das ich bevorzugt abarbeite, bin aber generell für die große weite Welt offen.

 

Schließlich ist es einerseits mein Ziel alle Länder der Welt zu bereisen bis ich 35 Jahre alt bin – und andererseits gibt es in vielen Ländern aufregende, versteckte Möglichkeiten der Flaggentheorie, die ich für Dich ausfinding machen will.

 

Auch bei den Abflughäfen bin ich naturgemäß flexibel. Schließlich sind Zubringer-Flüge in Europa generell spottbillig. Wer sich einmal die günstigsten Routen von Ryanair, Easyjet, Germanwings und Co. eingeprägt hat, kann so schnell evaluieren, ob sich ein Billigflug aus Sofia, Barcelona oder Vilnius auch tatsächlich lohnt, wenn man erst noch dahin reisen möchte. Ist man wie ich ohnehin immer unterwegs, gibt es wenig zu evaluieren. Meist verbringe ich noch ein paar zusätzliche Tage in diesen Städten – entweder weil ich Bekannte dort habe (etwa Madrid) oder aber auch noch gar nie dort war (wie Luxemburg).

 

2. Buche früh – und hab keine Angst vor „Sunken Costs“, wenn Du doch nicht kannst

Wesentlich für mich ist nicht nur eine hohe Flexibilität und Entscheidungsfreudigkeit bei der Flugbuchung, sondern auch ein sehr langer Zeithorizont in die Zukunft, wann ich eine gewisse Reise beabsichtige.

 

Viele Nomaden leben scheinbar eher in den Tag hinein und kümmern sich nicht wirklich um die Zukunft. Es mag auch gewisse Vorteile haben spontan zu sein und jeden Tag entscheiden zu können, wo man am nächsten Morgen aufwachen will. Es hat jedoch den Nachteil, dass man für seine Flüge vermutlich ordentlich drauf zahlt.

 

Denn das Zeitalter der Last-Minute-Flüge ist weitgehend vorbei. Zwar findet man immer noch genug Sonderverkäufe in der letzten Woche, ist aber von den Zielen dabei oft stark eingeschränkt. Dies mag sich in Zukunft wieder ändern – es gibt etwa Start-Ups, die bisher Fluglinien-Mitarbeitern vorbehaltene Stand-By-Flüge einer größeren Masse von Menschen zugänglich machen wollen.

Im Moment lohnt es sich jedoch mehr, Flüge so früh wie möglich zu buchen. Das ist logisch, weil die Fluganbieter die Preise natürlich deutlich besser damit kalkulieren können.

Als jemand, der ohnehin nur wenige Wochen im Jahr in Deutschland verbringt, lassen sich die Flüge relativ gut mit langer Vorlauffrist planen. Mein Jahr plane ich dabei um die Seminare und Konferenzen herum, bei denen ich als Vortragender im deutsch-sprachigen Raum eingeladen bin. Hinzu kommen Hochzeiten von Freuden und wesentliche Familienfeiern. Mit diesen Daten im Hinterkopf kann ich sehr lang im Voraus planen.

Wesentlich ist, sich das Konzept der „Versunkenen Kosten“ klar zu machen. Jedes Jahr trete ich etwa 10 Flüge gar nicht an, weil ich spontan dann doch andere Pläne habe. Dieses Jahr lasse ich etwa einen Flug nach Israel verfallen, weil ich aus beruflichen Gründen kurzfristig doch nach Panama muss.

 

Früh zu buchen und im Zweifel Flüge verfallen zu lassen lohnt sich in meinen Augen immer noch deutlich mehr als komplett spontan zu sein. Man darf bloß nicht seinen angeblichen „Verlusten“ hinterhertrauern.

 

3. Reise leicht ohne Handgepäck – und lasse Flüge absichtlich verfallen

Einer der großen Preisfaktoren beim Fliegen ist hochgerechnet sicher das Gepäck. Die Tatsache, dass ich um die Welt nur mit Handgepäck reise, hat mir dieses Jahr sicherlich einen Tausender eingespart. Neben den monetären Kosten spricht freilich noch einiges mehr dafür, nur mit Handgepäck zu reisen.

  1. Man ist einfach deutlich leichter bepackt und damit schneller unterwegs. Kann gehen statt ein Taxi nehmen zu müssen.
  2. Man kann deutlich später zum Flughafen kommen, weil man kein Gepäck einchecken muss.
  3. Man ist deutlich schneller angekommen, weil man nicht auf sein Gepäck warten muss.
  4. Das Gepäck kann nicht irgendwo verloren gehen.
  5. Man kann bei Stopover-Flügen Weiterflüge verfallen lassen, wo eingechecktes Gepäck weiterflöge

Insbesondere der letzte Punkt ist relevant für viele günstige Flüge. Deren günstige Preise kommen nämlich oft durch die Strategie des sogenannten „Fuel Dumping“ zustande, wo gewisse Gabelflüge miteiander gepaart werden, die die Kosten deutlich senken.

 

Statt den Rückflug jedoch vollkommen anzutreten, lohnt es sich meist das letzte oder die letzten beiden Teilstücke weg zu lassen. Etwa, weil man ohnehin einen Zwischenstopp in Deutschland hat und nicht weiter nach Italien fliegen möchte um von dort zurückzufliegen.

 

Die meisten Airlines nehmen das Verfallen von angetretenen Flügen so hin. Wesentlich ist jedoch, dass ein Ticket immer nur dann gültig ist, wenn alle Teilbereiche des Fluges angetreten wurden. Das Verfallen lassen geht also immer nur am Ende eines Tickets.

Eine wenige Fluglinien bestrafen mittlerweile Passagiere, die vorzeitig aussteigen, mit der Argumentation, dass ihr günstiger Preis nur durch volle Teilnahme an allen Flügen zu stande kommt. Dieses etwas hirnrissige Argument trifft man aber noch bei sehr wenigen Fluglinien an. Trotzdem sollte man sich vorher erkundigen, wenn man ein Teilstück seines Tickets verfallen lassen möchte (gilt auch nur für eingecheckte Flüge – verfallen lassen aus Termingründen ist unproblematisch).

 

4. Freunde Dich mit Zwischenstopps an – und besorg Dir kostenlosen Lounge-Zugang

Wenn Du meine Beispielflüge gesehen hast, ist Dir sicher aufgefallen, dass fast immer Zwischenstopps dabei sind. Logischerweise senken Flüge mit Stopover generell die Kosten gegenüber Direktflügen.

Ich selbst halte Zwischenstopps für keine schlechte Sache. Schließlich gibt es durchaus Strategien, wie man sich diese Zwischenstopps versüßen kann.

In einigen wenigen Fällen ist etwa ein Flughafenwechsel nötig. Dies senkt den Preis oft extrem und kommt etwa in Großstädten wie Mailand (Malpensa, Linate, Bergamo), London (Heathrow, Luton, Gatwick, Stansted) oder Istanbul (Sabiha Gökcen-Atatürk) vor.

 

So musste ich etwa im Oktober bei meinem Rückflug von Miami nach Barcelona den Flughafen in London wechseln. 8 Stunden Zwischenstopp gaben mir jedoch ausreichend Zeit mit einer lange nicht gesehenen Freundin in London Kaffee trinken zu gehen und ein wenig die City zu erkunden

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Keinen Flughafenwechsel, aber einen weiteren 8-Stunden-Aufenthalt hatte ich vor wenigen Wochen in Istanbul. Statt meine Zeit dort abzusitzen fuhr ich die 90 Minuten von Sabiha-Gökcen zum Taksim-Platz und machte einen großen Spaziergang quer durch Istanbul, nahm die Fähre rüber nach Kadiköy und fuhr von dort in 60 Minuten wieder zum Flughafen. Ein kleiner, aber sehr feiner Zwischenstopp in Istanbul.

Normalerweise verlasse ich den Flughafen bei Zwischenstopps aber selten. Dies macht nur Sinn, wenn ich eine Stadt wirklich sehen will und ich genug Zeit dazu habe.

 

Statt mich zu hetzen relaxe ich viel lieber am Flughafen – in bequemen Sesseln mit schnellen Internet, kostenlosen Alkohol und leckeren Snacks.

 

Natürlich gibt es das nicht am üblichen Gate (eher das Gegenteil), sondern nur in Flughafen-Lounges. Wer jedoch weiß, wie er sich zu diesen Oasen Zutritt verschafft, der kommt in Zukunft oft einige Stunden früher vor Abflug um die Lounge so wirklich zu genießen.

In meinem Fall habe ich die Priority Pass Prestige Mitgliedschaft, die mir unbegrenzten kostenlosen Zugang in mehr als 900 Flughafen-Lounges weltweit ermöglicht. Neben schnellen kostenlosen Internet und guter, leiser Arbeitsatmosphäre weiß ich dabei das in einigen Lounges ausgezeichnete kostenlose Essen zu schätzen, wie hier in Dubai.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der unbeschränkte Alkohol-Ausschank kann vor längeren Flügen durchaus erheiternd sein.

 

In der American Express Centurion Lounge in Miami gab es etwa 4 kostenlose exklusive Cocktails samt leckeren Essen für mich, die an vergleichbaren Plätzen in Miami 25$ pro Glas gekostet hätten.

 

Die deutlich feineren Amex Centurion Lounges sind zwar nicht im Priority Pass enthalten, jedoch zugänglich für American Express Platinum Kartenbesitzer. Über diese tolle Kreditkarte mit ihren vielfältigen Vorteilen für Reisende werde ich ein anderes Mal einen Artikel schreiben. So sind neben vielen weiteren Boni in den Jahresgebühren von 600€ bereits 2 Priority Pass Prestige Mitgliedschaften enthalten, die jeder für sich allein 400€ kosten würden. Allein für den Lounge-Zugang lohnt es sich also bereits in die Amex Platinum zu investieren.

 

Und wer sich einmal seine Flughafenbesuche ausrechnet, und die Speise- und Getränkekosten am Gate kalkuliert, der wird schnell feststellen, wie schnell sich so eine kostenlos besuchbare Lounge lohnen kann.

 

5. Sammel Meilen – und gebe sie nicht für Schwachsinn aus

Mit der Amex-Karte lassen sich für jeden ausgegebenen Euro auch Punkte sammeln, die zu 80% in Meilen bei den meisten guten Airlines übertragen werden können. Dank Empfehlungen der Amex-Kreditkarte konnte ich so bereits über 200.000 Meilen generieren – das sind etwa 6 Upgrades für Business-Class-Flüge in der Zukunft.

Wesentlich ist jedoch für jeden Vielflieger, das er seine Meilen auch tatsächlich sammelt. Das heißt, Du solltest Dich zu mindestens einer der 4 verschiedenen Allianzen Star Alliance, oneworld, Skyteam und vielleicht noch Emirates anmelden um bei den entsprechenden Fluglinien und Partnern Meilen zu sammeln.

Das ist natürlich eine Kunst für sich, mit denen manch anderer Blogger ein sehr profitables Online-Business führt. Gute Ratschläge gibt es etwa bei The Points Guy oder One Mile At A Time. Dazu ist jedoch zu sagen, dass viele der Strategien auf das eher sinnlose Beantragen von Kreditkarten abzielen, das in der Form nur mit US-Wohnsitz sinnvoll ist. Trotzdem lassen sich auch viele gute Tipps und Tricks finden.

 

Falls Du selbst mehr über realistische Maßnahmen für Dich selbst herausfinden willst, kannst Du etwa eine Beratung zur Meilenoptimierung bei meinem Kooperationspartner Fred buchen.

 

In meinem Fall habe ich etwa keine präferierten Fluglinien, bei denen ich auf Status-Meilen aus bin. Von Priority Access und Co. halte ich ohnehin wenig  – Lounge-Zugang bekomme ich über andere Wege. Ich buche lieber die günstigen Flüge und sammel über eine breite Masse von Fluglinien hinweg Meilen – die ich bei Bedarf mit Amex Points auffrischen kann, sodass ich mir dafür einen Freiflug oder Upgrade leisten kann.

Meilen kann man freilich nicht nur mit Flügen sammeln. Gerade für umsatzstarke Online-Marketer und Verkäufer kann sich so etwas wie eine Amex-Karte sehr schnell auszahlen.

 

Ich habe etwa einen Bekannten, der ca. 40.000€ im Monat für Werbung auf Google und Facebook ausgibt. 40.000€ bezahlt mit der Amex-Kreditkarte heißt 32.000 Meilen kostenlos im Monat – das ist etwa ein kostenloser Hin- und Rückflug nach Amerika im Monat.

 

Wesentlich ist es auch, seine Meilen nicht für die zahlreichen Angebote zu verschwenden, die einem oft angepriesen werden. Meilen sollte man als Währung wie jede andere auch betrachten, die jedoch je nach Verwendungszweck extrem schwankt. Den meisten Wert haben Meilen umgerechnet meist für das Upgrade von Economy-Flügen auf Business Class. Das ist auch der Weg, wofür ich meine Meilen fast ausschließlich verwende.

Nur in Ausnahmefällen machen Meilen sonst noch Sinn. Kurzfristige Notfallflüge, die zudem oft noch One-Way sind (Tod eines Familienangehörigen etwa) lassen sich bevorzugt mit Meilen buchen, weil die benötigte Meilenanzahl unangeachtet des Buchungszeitpunkts gilt. Auch degradieren Meilen keine One-Way-Flüge, die sonst für sich genommen oft teuer sind als Hin-und Rückflüge. In der Welt der Meilen sind Return-Flüge jedoch immer so wie 2 One-Way-Flüge.

 

Strategie I: Schnäppchenflüge über Error Fares, Fuel Dumps und Sonderverkäufe

Bei meinen Flugsuchen wende ich 3 verschiedene Strategien an, die miteinander kombiniert werden können. Den weitaus größten Teil der Beispiele oben habe ich jedoch durch Schnäppchen-Flüge ausfindig gemacht.

Das heißt, es gibt Online-Portale, die sich auf das Finden günstiger Flüge spezialisiert haben. In meinem Fall nutze ich fast ausschließlich Fly4Free und Secretflying.

Wesentlich ist es jedoch nicht nur diese Portale zu kennen, sondern sie auch richtig zu nutzen. Das heißt, auf beiden Portalen werden täglich einige Sonderangebote eingestellt. Meist handelt es sich um Error Fares – also Flugpreise, die durch menschliches Versagen zustande gekommen sind. Bei aller Dynamik der Preise werden diese meist immer noch manuell vorgegeben – und ab und an vergisst eine Mitarbeiterin ein Häkchen zu setzen.

 

Das passiert gar nicht so sehr bei den Fluglinien selbst, sondern viel mehr bei diversen Online-Reisebüros, die sich vorab große Kontingente an Tickets aufkaufen. Hier wird nun plötzlich vergessen, das richtige Häkchen bei der Steuer oder dem Treibstoffzuschlaf zu setzen – mit der Folge, dass diese wegfalllen und der Flug günstiger wird.

 

In den meisten Fällen muss man jetzt schnell handeln und einfach den Flug buchen, bevor der Fehler entdeckt und korrigiert wird. Mit weiteren Reisebuchungen sollte man sich zurückhalten, solange das Ticket nicht ausgestellt und bestätigt wurde. So ist es durchaus möglich (mir allerdings noch nie passiert), dass solche Error-Fare-Tickets noch von Seiten der Fluglinie storniert werden.

Manche Fluglinien machen mittlerweile im Gegenzug von der Popularität dieser Portale Gebrauch, in denen sie übrig gebliebene Tickets zu Sonderkonditionen dort anbieten. In einigen Fällen handelt es sich bei den Tickets auch um günstige Preise durch das sogenannte „Fuel Dumping“, eine komplexe Strategie, die wir hier nicht behandeln wollen.

 

Wissen muss man, dass die meisten dieser Portale, von denen auch im deutsch-sprachigen Raum einige auf den Zug aufgesprungen sind, oft alle hemmungslos voneinander abschreiben. Eigentlich geht es darum, das Portal zu finden, was die Sonder-Deals als erstes veröffentlicht.

 

We wirklich an der Quelle sitzen will für günstige Flüge, sollte daher nicht diese kommerziellen Portale besuchen, die sich über Affiliate-Links von Flugsuchmaschinen finanzieren, sondern jene Sphäre aufsuchen, wo die günstigen Preise eigentlich entdeckt werden.

Die Quelle ist in dem Fall meist immer das amerikanische Vielflieger-Forum Flyertalk.com, wo einige Nerds nichts Besseres zu tun haben, sich täglich über die günstigsten Flug-Deals auszutauschen. Wer die relevanten Unterkategorien (wird hier nicht verraten, etwas Arbeit muss sein) abonniert, der kann sich über einen steten Fluss sehr günstiger Flüge freuen. Einen RSS-Feed hier einzurichten klappt am Besten.

Grundsätzlich reichen jedoch auch Portale wie Fly4Free aus, die einen direkt zum günstigen Flug weiterleiten. Statt direkt zu buchen sollte man noch etwas mit den Flugdaten spielen, weil man teilweise mehr herausholen kann, auf jeden Fall aber bessere Zeiten für sich selbst finden kann. Zwar muss man in gewisser Hinsicht flexibel sein, doch die Billigflüge gibt es meist nicht nur in einer bestimmten Periode, sondern teilweise über Monate hinweg zu bestimmten Tagen. So kann seinen Billigflug relativ gut in seinen Kalender packen.

In meinem Fall habe ich die beiden relevanten Portale bei Facebook abonniert und lasse mir ihre Posts immer als Erste im Feed anzeigen. Weil ich viel auf Facebook bin, sehe ich so sofort, wenn ein neuer interessanter Deal raus ist. Ich kann dann sofort nachschauen, mit den Daten spielen und bei Bedarf sofort buchen – ich bin ja flexibel.

Bei gewissen Routen – etwa Flügen in die USA oder nach Thailand – kann ich davon ausgehen, dass alle paar Wochen ein sehr interessanter Deal für mich dabei ist. Manchmal muss ich natürlich trotzdem andere Verfahren anwenden.

 

Strategie II: Flexibilitäts-Strategien mit Skyscanner und Kiwi.com

Meine zweite Strategie ist die Anwendung des beliebten Flugsuchportals Skyscanner. Viele meiner Leser nutzen scheinbar Skyscanner, wissen jedoch nicht welche Möglichkeiten sie in der Flugsuche dort haben. Heute möchte ich darauf nur ganz knapp eingehen.

Ich benutze Skyscanner vor allem für sogenannte „Flexibilitäts-Strategien“. Bei Skyscanner kann ich nämlich sehr viel flexiblere Sucheinstellungen treffen als bei anderen Flugsuchmaschinen. So kann ich etwa als Abflugsort „Deutschland“ angeben statt mich auf eine Stadt festzulegen. Ich kann als Zielort „Irgendwo“ angeben – mich also gar nicht festlegen, wo es hingehen soll. Und ich kann beim Datum mir eine Woche, Monat oder gar den günstigsten Monat (Cheapest Month) einstellen, bei dem es eben die günstigsten Flüge gibt.

 

Damit konnte ich etwa eine Freundin glücklich machen, die nicht 250€ für einen Flug über Weihnachten nach Rumänien zahlen wollte. Was sie letztlich von Nürnberg zahlen musste, hat sie mir erst gar nicht geglaubt….

 

 

 

 

 

Schauen wir uns aber mal an einem aktuellen Beispiel an, wie das Ganze funktioniert:

Anschließend kann ich die Flüge suchen lassen und sehe, zu welchen Zielen die günstigsten Verbindungen möglich sind aus Deutschland. In unserem Beispiel wird es bei Langstreckenflügen bei diesen 3 Zielen interessant.

 

 

 

 

 

Wir entscheiden uns jetzt für die Sonne in der DomRep und sehen, dass wir dafür nach Puerto Plata fliegen müssen – der Rest wäre deutlich teurer.

Anschließend müssen wir uns für einen Abflughafen in Deutschland entscheiden, vom dem die günstigsten Flüge möglich sind. Das ist in diesem Fall Köln.

 

 

 

 

 

 

 

Schließlich werden wir zu einem Kalender mit den Daten weitergeleitet, wo wir die entsprechenden Flugpreise finden. Falls wir zu den günstigsten Daten nicht können, können wir mit den anderen Daten herumspielen um uns eine leicht teure, aber immer noch günstige Verbindung zusammezubauen. Den Flugpreis in der Form gibt es scheinbar tatsächlich, wenn wir uns 4 Wochen vom 25. Februar bis zum 21. März in der Karibik aufhalten wollen. Bei anderen Daten müssten wir die Preise erst nochmal suchen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In unserem Beispiel sehen wir leider, dass der Flug so nicht existiert. Stattdessen müssen wir mindestens 460€ zahlen.

 

Das ist ein bekanntes Problem von Skyscanner, das seinen Nutzen aber nicht schmälert. Oft werden Preise dort nämlich erst durch neue Suchen aktualisiert.

 

In diesem Fall versuchen wir es also noch einmal mit anderen Daten – etwa 25. Februar bis 4 März, weil uns eine Woche ausreicht. Mit 484€ finden wir dabei keinen schlechten Deal für einen bewusst gewählten Flug, den sich so auch jeder Arbeitnehmer zusammenstellen könnte.

 

 

 

 

 

Wer Skyscanner für günstige Flüge nutzen will, sollte also ein wenig Zeit und Lust mitbringen, verschiedenste Kombinationen auszuprobieren. In unserem Fall könnten wir sicherlich noch mehr mit den Abflug-Daten spielen um bessere Preise zu bekommen.

 

Wesentlich ist mir jedoch, dass Du das Prinzip hinter dieser Strategie mittels dieses Beispieles verstanden hast. Damit kannst Du dann selbst Dein Glück je nach gewünschtem Reiseziel verwirklichen.

 

Als Alternative zu Skyscanner und zur gleichen Strategie solltest Du dir übrigens mal Kiwi.com anschauen. Die geografische Nutzer-Oberfläche mit der Karte bietet noch wesentlich mehr Möglichkeiten. So kann man sein Abflugort oder auch Radius einstellen und sieht dann in Real Time, welche Ziele sich zu welchem Preis erreichen lassen. Hier kann man auch sehr viel mit machen, was an dieser Stelle aber nicht erläutert werden soll.

 

Strategie III: Billige Zubringer-Flüge und Gabelflüge mit Momondo

Was wir für die ersten beiden Strategien oft brauchen sind billige Zubringer-Flüge. Da Skyscanner in seinen ersten Suchanzeigen oft nicht 100% aktuell ist, verwende ich dafür das in meinen Augen wesentlich verlässlichere Momondo.

Das Ganze ist dabei relativ selbsterklärend. Ich weiß, wo ich sein werde und wo ich hin will. Also teste ich Flughäfen in meiner Umgebung zum Ziel, wo ich hin will.

Momondo ist wegen seiner Akkuratät auch oft die Suchmaschine, auf die Du von den Deal-Seiten weitergeleitet wirst. Lass Dich dabei nicht stören, wenn eine andere Sprache als Deutsch angezeigt wird. Oft sind günstige Flüge nur möglich, wenn man sie sich für bestimmte Länder in den Landessprachen anzeigen lässt.

 

Erwarte also, dass Du in Zukunft auch mal mit einer niederländischen, polnischen oder französischen Benutzeroberfläche arbeiten musst (Google Website Translate hilft).

 

Was Momondo nämlich ebenfalls deutlich besser als Skyscanner macht, sind Gabelflüge. Du startest also von einem Flughafen in Dein Zielland, kehrst aber an einen anderen wieder zurück. Das ist für Normalbürger relativ selten, für mich aber Standard. Mit Gabelflügen lohnt es sich oft zu experimentieren, weil  Flugpreise im Vergleich zu normalen Hin- und Rückflügen teils ordentlich sinken können. Der Grund, warum viele Schnäppchen-Flüge eben Gabelflüge sind.

Vorsicht vor Online-Reisebüros

Final musst Du Deine Buchung jedoch nicht über Flugsuchmaschinen tätigen, sondern über Online-Reisebüros oder die Airlines selbst.

Ich würde Dir nach Möglichkeit immer empfehlen über die Fluglinie selbst zu gehen, weil Du hier die wenigsten verstecken Kosten zu erwarten hast.

Viele Online-Reisebüros locken zwar mir 10-20€ günstigeren Preisen als die Airlines, haben aber satte Aufschläge auf die Zahlungsmöglichkeiten. Kreditkarte oder Paypal kostet dann schon mal 30€ Aufschlag. Wer das vermeiden will, sollte sich vorher schlau machen, welche Online-Reisebüros er für welche Zahlungsmöglichkeiten gut verwenden kann.

Persönlich bin ich etwa darauf angewiesen, dass zur Buchung American Express akzeptiert wird, weil nur bei Zahlung mit der Karte mein umfassender Reise-Versicherungs-Schutz aktiv wird. Ich buche daher meist nur direkt bei den Airlines und den Anbietern, die Amex anbieten und keine zu hohen Zuschläge nehmen. Fast alle Buchungen laufen damit letztendlich bei mir, wenn nicht den Airlines selbst, über das Online-Reisebüro Opodo.

Neben Aufschlägen für die Zahlung sollte man auch nicht in Versuchung kommen, sich die zahlreichen Extras andrehen zu lassen. Reiserückrtrittsversicherungen zahlen ohnehin in den seltesten Fällen und vollen Service der Agenturen braucht man selten. Schließlich lässt man im Zweifel sein Ticket lieber verfallen als es zu stornieren. Günstige Tickets neigen ohnehin dazu nicht erstattbar zu sein.

 

Berücksichtigst du meine paar Lehren der vergangenen Zeilen, spricht wenig dagegen, dass auch Du in Zukunft kostengünstig um die Welt reist. Ich hoffe, mein Artikel konnte Dir dabei Inspiration geben es mir nachzutun. Denn Reisen muss keinesfalls teuer sein – und Fliegen erst Recht nicht!

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