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Wie es im Laufe eines immer beliebteren Staatenlos-Blogs kommen musste, bleibt das Thema des Leben ohne Steuern nicht nur jenen verborgen, die aufgrund einer Vielzahl von Gründe keine mehr zahlen wollen. Stattdessen lässt sich auch zunehmendes, kritisches Medien-Interesse beobachten, die in einer von Pro Sieben produzierten 12-minütigen Reportage über mein Leben als Perpetual Traveler ihren vorläufigen Höhepunkt findet. In der bereits in meiner Kindheit beliebten Fernseh-Sendung Galileo wurde Staatenlos am 31. Mai um 19 Uhr in Aktion gezeigt. Dass es dabei einiges an Klarstellungsbedarf gibt, sollte nicht verwundern.

Das Video findet ihr im Original in der Mediathek von ProSieben. Folgend die Einbettung von Youtube.

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Die Vorgeschichte der Galileo-Produktion

Wie schafft man es als Blogger ins Fernsehen? Die Story fing Ende Januar mit einer Email an, die ich am Strand in Hawaii bekam. Ein Fernsehteam aus Deutschland hätte Interesse mein Leben als Perpetual Traveler abzulichten.

Unverbindlich telefonierte ich mit einer Redakteurin, die mir den Hintergrund erzählte. Mit der Idee eine Sendung über das Thema „Zweite Staatsbürgerschaften“ zu machen stolperte sie bei der Recherche auf meinen Staatenlos-Blog. Schnell erkannte sie, dass Perpetual Traveling und die Flaggentheorie nicht nur ein wesentlich spannenderes, sondern auch leichter darstellbares Thema ist. Schließlich lebe ich genau diesen Lifestyle.

Im Laufe meines Hawaii-Aufenthaltes wurde die Sache konkreter und mögliche Drehtermine abgesteckt. Lange Zeit war geplant, dass das Produktionsteam mich eigentlich bei meinem Roadtrip durch die USA begleitete. Zeit und Ort – Anfang März in Las Vegas, Death Valley, Lake Tahohe und Yosemite in Kalifornien – standen bereits fest, doch kurzfristig musste die Reise wegen eines anderen Drehausfalls abgesagt werden. Anscheinend sitzt das Geld auch bei Pro7 nicht zu locker und Auslandsdrehs dürfen nur erfolgen, wenn mindestens 2 verschiedene Produktionen abgedreht werden.

Bereits 3 Wochen später während meines Intensiv-Seminares in Wien wurde aber bereits ein möglicher Termin gefunden. Wenig später war dann auch klar, dass mich das Team im Mai während der Pedasi-Workation an meinem Wohnsitz in Panama ablichten wird.

 

Meine Motivation

Mit Geld wurde ich nicht gelockt. Ein Honorar wollte ich auch gar nicht verhandeln, um andererseits irgendwelche Knebelverträge zu vermeiden. Wesentlich ist es mir nämlich diverse falsch wiedergegebene Informationen klar zu stellen. Denn auch eine Vor-Autorisierung lässt sich bei einer solchen Art von Sendung kaum durchbekommen.

Selbstverständlich habe ich mir von einer Ausstrahlung höheren Besucherverkehr und damit auch Umsatz erwartet. Rein aufs Geld schiele ich mit Staatenlos jedoch nicht. Schon seit Beginn verfolge ich mit meinem Blog eine Querfront-Strategie, die freiheitliche Inhalte in Mehrwert verpackt an den Mann bringt.

 

Dass man freiheitliche Philosophien wie den Agorismus  im deutschen Privatfernsehen zur besten Sendezeit sehen konnte, war nämlich bisher eher selten.

 

Mit meinem Blog strebe ich bewusst auch Richtung gesellschaftlicher Veränderung, wozu das Erreichen einer großtmöglichen Zahl an Leuten Voraussetzung ist. Für viele lebe ich ein vorbildhaftes Leben, das sie mir entsprechend ihren eigenen Präferenzen nachmachen wollen. Einige kommen zumindest sehr ins Grübeln, wenn sie sich mit meiner Gedankenwelt beschäftigen. Und manche gehen lieber zu Hasskommentaren über, da mein Weltbild ihres potentiell zerstören könnte.

Polarisation ist seit jeher ein wesentliches Zeichen meiner Tätigkeit und sicher auch ein Erfolgsindikator. Ich scheue nicht den Konflikt, auch wenn ich ihm lieber aus dem Weg gehe. Erstaunlicherweise hat das fast immer sehr gut geklappt. Negative Nachrichten bekomme ich extrem selten. Am ehesten sind noch Kommentare in Sozialen Netzwerken, sobald ich Menschen beim Finden ihrer persönlichen Freiheit unterstütze. Diese tangieren mich jedoch nur peripher – auf Diskussionen lasse ich mich wohl wissend über das Ergebnis kaum noch ein.

So naiv zu glauben, dass eine solche Sendung positiv über meinen Lebenswandel berichten würde, war ich natürlich nicht. Im Endeffekt hatte ich noch einen deutlich schlechteren Beitrag erwartet. Doch auch schlechte Presse ist in einem Zeitalter gute Presse, wo viele Zuschauer manipulativ zusammengeschnittene Sendungen ihrer eigenen Überprüfung unterziehen. Selbst besitze ich keinen Fernseher seit über 10 Jahren – und kann auch jedem nur empfehlen, das Ding sofort aus dem Fenster zu werfen. Bereits vor 3 Jahren war ich der „große Asoziale“ in der Lokalpresse am Bodensee, weil ich beim von mir gegründeten und immer noch aktiven Hayek Club Konstanz meine Meinung in die Welt trug. Dort von einer Praktikantin gar mit der Terrorgruppe Al-Quaida verglichen konnte die Presse ja kaum noch schlechter werden.

Gesellschaftliche Veränderung erfordert individuelles Handeln. Indem ich selbst mit besten Beispiel vorangehe, ein möglichst freiwilliges Leben ohne Anwendung von Zwang und Gewalt zu führen, hoffe ich, dass ich andere Menschen für ähnliche Werte begeistern kann.

 

Freiheit und Freiwilligkeit – das Nicht-Angriffsprinzip der libertären Theorie – sind mir nämlich heilig. Gleichzeitig vermeide ich exakt damit, anderen Menschen meine Werte und Gesellschaftsvorstellungen aufzuzwingen.

 

Wie ich im Laufe meines Lebens gemerkt habe ist politischer Wandel durch demokratische Wahlen oder gesellschaftlicher Wandel durch Eliten in den Institutionen im Sinne der Freiheit nicht nur selbst langfristig kaum denkbar, sondern impliziert wiederum einen Zwang, selbst wenn es ein Zwang zur Freiheit wäre. Dass Freiheit bei vielen Menschen jedoch nicht sonderlich im Kurs ist kann sich jeder denken. Insofern möchte ich auch nochmal an dieser Stelle an jeden Freiheitsfreund appellieren, den individuellen Weg zu gehen statt sich Kollektiven wie Parteien, Verbänden oder anderen Institutionen anzuschließen.

Friedlicher, freiwilliger Wandel ist möglich durch kluge individuelle Strategien, neue Technologien und die Schöpfungskraft des Unternehmertums. Agorismus nennt man das. Weitergehende Gedanken zu diesem Thema finden sich auch in diesem Artikel über die Fiktion des Staates und diesem Artikel über das alternative Gesellschaftsmodell des Dezentrismus auf meinem Blog.

 

Der Dreh in Wien und Panama

Zurück zur Galileo-Sendung mit dem Arbeitstitel „Ein Leben ohne Steuern“. Gedreht wurde die Sendung von jeweils 2 unterschiedlichen Produktions-Teams in Wien und Panama. Die Redakteurin samt Kamera-Mann waren jeweils sehr umgänglich und der Dreh an sich erfolgte in guter Atmosphäre.

Insgesamt wurden etwa 15 Stunden Material aufgenommen, die in 12 Minuten Dokumentation verpackt wurden. Insofern kann sich jeder vorstellen, wie viel gute Auftritte meinerseits weggeschnitten wurden. Andererseits ist es bei 2 Tagen Dauerbegleitung mit der Kamera auch gut möglich, die schlechteren Augenblicke einzufangen. Das wurde letztlich auch getan und in der Sendung hervorgehoben. Denoch bin ich mit dem Endergebnis durchaus zufrieden, weil ich eine noch deutlich tendenziösere Berichterstattung erwartet hatte.

In Wien wurde nur die letzte Stunde meines Seminars – die Einheit über Travel Hacking – abgefilmt. Ein unverfängliches Thema, das wohl nicht in das Motiv der Reportage passte. Stattdessen erklärte sich ein Teilnehmer bereit anonym ein Beratungsgespräch durchzuführen. Diesem Österreicher erklärte ich Möglichkeiten sein Unternehmen mit entsprechender Substanz ins grenznahe Ausland wie Tschechien oder Ungarn zu verlagern.

In Panama erfolgte der Dreh in Pedasi, einem kleinen Ort an der Pazifik-Küste. An verschiedenen Stellen – ob mit der Drohne beim Auto fahren verfolgt, am Strand mit offenen Schnürsenkeln wandernd (natürlich war genau dieses Material zu sehen) oder im Infinity Pool unseres Anwesens badend – wurde ich begleitet und aufgenommen. Obwohl ein realitätsnaher Eindruck entstehen soll, waren natürlich einige der vor allem tonlosen Szenen gestellt – für das Drohnenvideo mit dem Auto musste ich 10x mal über die gleiche Straße fahren.

Leider haben die meisten meiner Aussagen es natürlich nicht in die Endfassung geschafft. Dies ist schade, weil viele von der Off-Stimme suggerierte Probleme genau dort zur Sprache kamen. Dennoch gab es einige markante Aussagen, die auch tatsächlich gezeigt wurden. Dass eine kurze Dokumentation keine ausführliche Diskussion abbilden kann sollte klar sein.

 

Dennoch möchte ich den Leser dafür sensibilieren, dass die Rosinen vor allem negativer Art aus 15 Stunden Dauerbegleitung per Kamera resultieren. Und wer macht da nicht mal ein grimmiges, erschöpftes oder unglückliches Gesicht?

 

Die Sendung „Ein Leben ohne Steuern“

Bereits 10 Tage nach dem letzten Drehtag wurde die Sendung „Ein Leben ohne Steuern“ im Rahmen von Galileo am 31. Mai auf ProSieben eingestellt. Eine Vor-Autorisierung von mir erfolgte nicht. Leider wurde ich auch nicht über die bevorstehende Ausstrahlung informiert, sondern bekam die Nachrichten von Lesern meines Blogs, die die Vorschau gesehen hatten. Auch live ansehen konnte ich mir die Sendung wegen eines Langstreckenfluges nach China nicht.

Grundsätzlich bin ich über das Resultat zwiegespalten. In Anbetracht des aufgenommenen Materials und insbesondere der von mir geäußerten Aussagen ist „Ein Leben ohne Steuern“ eher enttäuschend, da die schönen und provokanten Dinge herausgeschnitten wurden. Gemessen an meinen Erwartungen von negativer Berichterstattung ist die Reportage jedoch relativ ausgewogen. Sie gibt einen guten Einblick in meinen Lebensstil als Perpetual Traveler, lässt durchaus kontroverse Gedanken von mir durchsickern und hält sich weitgehend an die Realität, verkürzt also etwa keine Zitate. Auch die eher nachdenklicheren Stellen meinerseits geben der Reportage eine gewisse Tiefe, auch wenn ad-honinem-Kommentare der Off-Stimme dies in eine für mich negative Richtung lenken.

 

Wirklich ärgern tue ich mich über diese Off-Stimme, die mit ihren suggestiven Kommentaren den meiner Person unwissenden Zuschauer stark manipuliert.

 

Auch weil relativ wenig mündliches Material stark kritisierbar wäre, übernimmt das Off diesen Part ohne mir die Chance zur Gegenwehr zu lassen. Dies möchte ich im Folgenden Absatz nachholen und zudem einige wenige grob falsche Darstellungen richtig stellen.

 

Kommentierung der Off-Kommentare

Im Folgenden möchte ich die Gelegenheit nutzen, gewisse Sachen richtig zu stellen, die mich in einem negativen Licht erscheinen lassen bzw. einfach sachlich falsch sind.

Es fängt an mit der Aussage, dass ich keinen festen Wohnsitz hätte. Das ist grob falsch, da ich Permanent Resident des Landes Panama bin und mich wie später richtig gesagt dort auch überwiegend aufhalte. Was ich nicht habe ist eine Wohnung dort – was sich wegen der Vielfalt Panamas an schönen Aufenthaltsorten aktuell weder lohnen würde noch einwanderungstechnisch ein Problem wäre.

Grob falsch ist die Aussage, ich hätte mehrere Praktika bei der Regierung gemacht. Ich habe niemals für den deutschen Staat gearbeitet und werde es auch niemals tun, auch wenn die Steuerfahndung mich unbedingt ins Boot holen möchte. Ich hatte zwar Praktika in Berlin und Brüssel, jedoch bei Institutionen der Radikal-Opposition gegen die entsprechenden dort vertretenen Politiken.

Von nun an wird die Off-Stimme stark suggestiv. Sie spricht davon, dass ich mein Geld mit der Wissensvermittlung des „dauerhaften Herumreisens“ verdiene. Das ist natürlich kompletter Blödsinn. Perpetual Traveling ist nur eine unter vielen Strategien, die man zur Maximierung seiner Freiheit einsetzen kann. Extrem viele Länder wie ich selbst zu bereisen ist auch längst keine Notwendigkeit, sondern eine eigene Präferenz.

 

Komplett legal steuervermeidendes Perpetual Traveling ließe sich bereits mit 2 Ortswechseln pro Jahr praktizieren. Im Übrigen wollen die meisten meiner Klienten jedoch einen festen Wohsitz in ihrem Heimatland behalten oder fest in ein neues Land einwandern.

 

Weiter geht es mit meiner Aussage „ich müsste nichts für den Staat zahlen, weil ich seine Dienstleistungen nicht benutze“. Das ist korrekt wiedergegeben, blendet aber meine zahlreichen zu diesen Thema rausgeschnittenen Anmerkungen aus. Selbstverständlich zahle ich für Dienstleistungen eines Staates – in jedem Land, in dem ich mich aufhalte. Bestes Beispiel ist die Umsatz- plus Alkohol-Steuer auf den Daiquiri, den ich in einer Sequenz im Pool trinke. Auch sehr hohe Steuern auf meine zahlreichen Flüge sowie die pflichtbewusst abgeführte Umsatzsteuer auf meine digitalen Produkte sollte man nicht vergessen. Im Endeffekt zahle ich zwar keine direkten Steuern wie auf Firmen- und Privateinkommen, habe aber eine nicht unerhebliche Steuerbelastung durch indirekte Steuern, der ich mich auch kaum entziehen kann. Was auch gut ist: Verbrauchssteuern tragen in manchen Fällen tatsächlich zur Infrastruktur bei, die man in einem Land nutzt. Sie sind fair, weil sie in gleicher Höhe für jeden anfallen, der sich freiwillig entscheidet ein gewisses Produkt zu kaufen oder eine gewisse Dienstleistung zu nutzen (für einen Agoristen wie mich sind natürlich Umsatzsteuern trotzdem Raub).

Der folgende Teil mit meinem Panama-Partner Emilio ist, unser aufgenommenes Gespräch in Gänze betrachtet, völlig irrelevant. Es wird der Panama-Steuerfreibetrag von 11.000 USD erwähnt, nicht jedoch dass darüber Einkommenssteuersätze von 15-25% greifen. Auch die Sache mit dem Business-Plan wird in den falschen Kontext gestellt. Zur Gründung einer Firma in Panama sind lediglich die nötigen Know-Your-Customer-Dokumente wie Pass und Bankreferenz nötig. Einen Business-Plan braucht man rein zur Eröffnung eines Geschäftskontos in Panamas, die nur für inländische Aktivitäten vergeben werden. Unser spannende Diskussion über die Panama Papers, mit denen Panama bis auf die leakende Kanzlei nichts zu tun hatte (in der Tat taucht keine Briefkastenfirma aus Panama in den Leaks auf, sondern nur die üblichen Verdächtigen wie BVI, Belize, Seychellen, …) wird völlig ausgeklammert. Auch das Beispiel über die Territorialbesteuerung mit Auto-Importen ist hoch irreführend. Werden hier doch die Import-Steuern unterschlagen, die in fast jedem Land anfallen.

Über die nun kommende Steuerlegitimierungs-Propaganda könnte man vieles schreiben. Zuerst rechnet die Off-Stimme die tatsächliche Steuerbelastung klein, die realistisch oft noch deutlich mehr als die genannten 70% beträgt. Selbst 50% an Abgaben bei einem bescheidenen Einkommen von 45.000€ brutto sind jedoch eine ganze Menge. Darauf möchte ich hier nicht eingehen, weil ich weiß, dass jeder Leser selbst weiß, was bei ihm tatsächlich ankommt.

Erwähnt sei jedoch, dass es nicht besser werden wird. Im Wahljahr 2017 sind Vorschläge auf dem Tisch, die die Abgabenlast noch merklich erhöhen könnten. Mit einer zu erwartenden Abschaffung der Abgeltungssteuer, die manche Politiker einer ökonomisch ungebildeten Bevölkerung wahrscheinlich noch als Steuererleichterung verkaufen, steigt die effektive Belastung von Unternehmern extrem an. Kombiniert mit Abschaffung des privaten Krankenversicherungs-Systems über eine Bürgerversicherung und Einführung eines gesetzlichen Zwanges für Selbstständige in das Schneeballsystem gesetzliche Rente einzuzahlen, sollte sich bald kaum einer wundern, warum so viele Leute das Land verlassen.

 

Die addierte Steuerbelastung allein an direkten Abgaben erreicht dann schon fast 90% – Dutzende von Konsumsteuern außen vor gelassen. Und das konsumversteuertes Geld auf Ebene des Verkäufers nochmals mit mehreren direkten Steuern und Abgaben belegt wird scheinen auch viele zu vergessen.

 

Überhaupt ist die Wohlstandsverwahrlosung schon so weit vorangeschritten, dass viele Leute sich einfach nicht mehr vorstellen können, dass man nur so viel umverteilen kann, wie auch da ist. Und das wird immer weniger. Berechnungen des renommierten Soziologen Gunnar Heinsohn sehen nur noch 15 Millionen effektive Nettosteuerzahler, die nicht direkt oder indirekt vom Staat abhängen. 7 Millionen davon sind über 45 – gehen also bald in Rente. Von den verbliebenen 8 Millionen verlassen jährlich 100.000 das Land. Kombiniert mit massiven Belastungen durch eine völlig außer Kontrolle geratene Flüchtlingssituation, massiver Staatsverschuldung und einer längst nicht ausgestandenen, da aufgeschobenen baldigen Wirtschaftskrise, wird der Cocktail nicht nur für Deutschland verheerend sein. Aber mehr dazu ein andermal.

Noch deutlich schlimmer wiegt freilich der eingespielte Spot, mit was man denn alles über Steuern finanzieren würde. Die Rede ist vom „Bau von Krankenhäusern, Strassen, Schulen, für die Ausrüstung von Polizei und Militär, für die Bezahlung von Rentnern und Politikern und auch für die Unterstützung von Armen“.

Insbesondere das Argument ja selbst Schulen besucht und Universität besucht zu haben wird einem oft vorgehalten. Da die mündliche Antwort herausgeschnitten wurde, möchte ich sie noch einmal wiederholen, die Tatsache ausklammernd, dass vielleicht die Elterngeneration sich dumm und dämlich dafür gezahlt hat. Als großer Freund vom Freilernen ist meine Position klar: warum um alles in der Welt sollte ich mich auch noch dafür bedanken, dass ich in meiner Kindheit entführt wurde, 13 Jahre in eine Zwangsanstalt gesteckt und umerzogen wurde? Allen Rechtfertigern von Zwangsschulen kann ich hier nur Stockholm-Syndrom unterstellen.

Im nun folgenden Part kann man nun ad-hominem-Argumente gegen meine Person bewundern. Da die Argumente ausgehen, wird mein scheinbar unglücklicher Gesichtsausdruck – selektive Momentaufnahmen aus 15 Stunden Daueraufnahme – als Indikator dafür genommen, dass ich „unglücklich“ sei. Dann wird das Ganze auch noch mit meiner Einkommenshöhe verbunden.

Warum ich diese Frage ehrlich beantwortet habe, hat einen einfachen Grund. Hätte ich es nicht getan, wäre mein minimalistischer Lebensstil Grund genug gewesen, mich als sich kaum über Wasser haltenden Spinner aus Deutschland abzutun. Ich habe keine große Probleme völlig transparent mit meinem Einkommen umzugehen, das ich durch Produkte und Dienstleistungen mit Mehrwert verdiene, auch wenn sowas in Deutschland verpönt ist. Und Geld macht im Übrigen nicht glücklich, sondern ist ein reines Mittel dazu. Mein ernster Gesichtsausdruck mag so vielleicht auch auf die riesige Verantwortung hinweisen, die meine Beratungsentscheidungen für das zukünftige Leben meiner Klienten haben.

Dass die Teilnehmer meiner Workations meinen Aufenthalt mitfinanzieren halte ich im Übrigen für selbstverständlich. Meine Workations werden im Gegenzug zu denen anderer Anbieter zum Selbstkostenpreis angeboten und erfolgen nicht aus Profitgier, sondern zum Bilden einer starken staatenlosen Community und gegenseitigem Austausch und Kooperation. Dass mit jeder Workation jedoch ein nicht unerheblicher Organisations- und Zeitaufwand anfällt, sollte klar sein. Im gezeigten Fall haben die Teilnehmer gerade mal schlappe 30$ die Nacht für den gesamten Aufenthalt in einem schönen Anwesen samt Nutzung eines Mietwagens gezahlt.

Und wie sieht nun meine Gesellschaftsvorstellung aus? Dass hier viel weggeschnitten wurde muss ich wohl gar nicht mehr sagen.

 

Als Marktanarchist bin ich aber davon überzeugt, dass sämtliche staatlichen Dienstleistungen von privaten Anbietern erbracht werden können – selbst das Rechtswesen und die Polizei. Trotz allen privaten Anbietern sollte man auch die Freiwilligkeit einer Gemeinschaft nicht unterschätzen, die wehrfähig genug sein kann ihre eigenen Verteidigung zu übernehmen und sich anderweitig selbst zu organsieren.

 

Weitere Informationen zum Marktanarchismus entnehme den Buchempfehlungen. Als Übergangsmodell sei mein Beitrag zur „Demokratie in Kleinstaaten“ empfohlen. Staaten sind letztlich nichts weiteres als Unternehmen, die um Kunden konkurrieren. Die Lotterie seines Geburtsortes an Pflichten in seinem Geburtsland zu binden ist vermessen. Pässe etwa sind kein Privileg, sondern eine neumodische Erfindung nach dem Ersten Weltkrieg um die Bevölkerung zu kontrollieren.

Auch zum Thema „Versorgung der Armen und Schwachen“ reicht ein Blick ins Geschichtsbuch. Auch in Deutschland gab es ein hervorragendes System der freiwilligen Genossenschaften, bis es Bismarck durch seine Sozialversicherung zerstörte. Von heutigen auf ein anderes System zu schließen, das völlig andere Anreite bietet, ist ein Nirvana-Irrtum. Selbstverständlich sind Spenden in Deutschland recht klein, etwa relativ zur USA und Schweiz, weil den Menschen erstens kaum etwas bleibt und zweitens die staatliche Wohlfahrtsindustrie einspringt. Allein aus eigenem Interesse wird in einer freien Gesellschaft, in der jeder freiwillig seinen Geldfluss steuern kann, Armen und Schwache nicht verhungern lassen. Wobei der absolute Wohlstand hier so explosionsartig anstiege, dass nur noch relative Armut – ein dümmliches Konzept – vorhanden wäre.

Die nun folgende Suggestivfrage nach der Gerechtigkeit zu bestimmen, was mit dem eigenen Geld passiert, sorgte bei vielen Zuschauern für Erheiterung. Wer sich nur grundlegend mit Ökonomie auskennt wird aber vermutlich bestätigen können, dass dezentralisierte Marktentscheidungen deutlich effizienter sind als eine staatliche Planwirtschaft. Und gerecht – die gleiche Entscheidungsfreiheit – alle mal.

Zum Abschluss wird es dann noch mal persönlich, weil ich mein vergleichweise hohes Einkommen nicht zur Schau stelle. Neben individuellen Präferenzen für Mobilität und Flexibiliät für Handgepäck gibt es bei mir nun mal eine ausgesprochene Abneigung gegen Konzentration auf das rein Äußerliche. Ich bin lieber Flip-Flop-Nomade und fühle mich in Anzügen fehl am Platze. Mein Geld verprasse ich nicht in teuren Hotels, sondern lege es lieber an.

 

Warum sollte ich in einem teuren Hotel schlafen, wenn mir ein billiges Hostel ebenso ein gutes Bett, oft wesentlich besseres Internet und noch soziale Kontakte bietet?

 

Ich lebe bewusst sparsam, damit ich bereits mit 30 in den Ruhestand gehen kann. Um Finanzielle Freiheit schnell zu erreichen, muss man eben auch auf die Ausgabenseite schauen. Dennoch gönne ich mir hin und wieder auch ein 5-Sterne-Hotel, Gault-Milleau-Restaurant oder Business-Class-Flug. Es muss nur verhältnismäßig sein.

Abschließend geht es noch um die Schattenseiten meines „freien Lebens“. Dass es welche gibt – wie in jedem Leben – sollte klar sein. Dass ich nur oberflächliche Kontakte hätte, könnte aber falscher nicht sein. Ganz im Gegenteil katapultiert meine Tätigkeit mein Sozial-Leben in immer höhere Sphären und beschert mir Erlebnisse, die ich mir vor wenigen Jahren nie erträumt hätte. Letztlich gibt es viele Leute mit einem ähnlichen Lebensstil und ähnlichen Herausforderungen, sodass enge Freundschaften mit der Zeit sehr leicht entstehen können.

Über den Genuss meines „internationalen Single-Lifestyles“ seien mal keine großen Worte verloren. Wer bis hierhin gelesen hat, weiblich unter 30 ist, viel reisen möchte und meiner in der Reportage zugegegebene unattraktive Erscheinung nicht für voll nimmt, kann sich aber natürlich jederzeit bei mir melden 😉 (auch bei der Partnersuche muss man kreativ sein ;))

Final sei noch erwähnt, dass ich nicht nur an den Träumen anderer Geld verdiene. Fast jeder Traum kann sich in Realität verwandeln und meine günstige Beratung sich um ein Tausendfaches auszahlen.

 

Würde ich jedoch Geld verdienen wollen, so gäbe es wesentlich einfachere, unkompliziertere, aufwandsloserer Wege genau dies zu tun. Ich betreibe Staatenlos aus moralischen Gründen und genau diese Gründe sind es, warum ich so lebe wie ich lebe. Auch wenn eine asoziale, verantwortungsabschiebende Gesellschaft noch nicht soweit ist, dies zu begreifen. Aber immer mehr gerade junge Leute entledigen sich ihren geistigen Fesseln und leben moralisch frei und freiwillig. Weil ihr Leben ihnen gehört.

 

Reaktionen auf die Sendung

Letztlich sahen nicht nur ich, sondern mehrere Hundert Tausende Zuschauer, was alles auf der Welt möglich ist. Von Morddrohungen und Hasskommentaren bis Jubel und Liebesbriefen war alles schon dabei. Der überwiegende Teil meiner Leser und Klienten ist positiv überrascht, weist aber ebenfalls auf gewisse negative Tendenzen hin. An dieser Stelle möchte ich allen ein Herzliches Dankeschön aussprechen, die mich beglückwünschen und für mich in diversen Kommentarspalten Initative ergreifen. Gemeinsam werden wir eine freie und freiwillige Welt erschaffen…

Leider gehört es dazu auch Kritik ertragen zu müssen. Sofern sie sachlich vorgetragen wird, ist sie immer willkommen. Morddrohungen und ähnliches lösen hingegen nur noch ein müdes Lächeln aus. Da gegen mit „staatlicher Gewalt“ vorzugehen wäre sinnlos. Meinungsverbrechen definiert schließlich er. Auch die Klarnamen nenne ich nicht, auch wenn das auf meinem gut gerankten Blog die ein oder andere Karriere zerstören könnte. Dennoch hier ein Best-Of der Kommentare zur Galileo-Sendung „Ein Leben ohne Steuern“.

 

Du bist ein ekelhaftes Arschloch, mehr nicht…
Leute wie du gehören öffentlich gekreuzigt, angespuckt und verbrannt…
Ich hoffe du stirbst einen qualvollen Tod, du ekelhaftes Stück Scheiße…

 

Dieser Mensch schmarozt in allen Staaten die er Betritt, fährt auf Straßen zu denen er nichts dazu getan hat, nuzt öffentliche Verkehrsmittel die er nicht mitträgt, benuzt internetleitungen die auch jemand anders bezahlen darf. Und gibt anderen noch tipps dieses, und in diesem Zusammenhang ist das wort passend, assoziale Verhalten nachzuahmen. Zahlen dürfen alle anderen! Für derart unmoralisches Verhalten muss ein internationaler Straftatbestand her!

 

Er hat sich einen gewissen Jargon angelegt und das war es auch schon. Der verdient vermutlich grade so viel um sich über Wasser zu halten. 20.000 Euro im Monat verdienen und in Hostels absteigen, das glaubt er doch selbst nicht. Viel zu zittrig, viel zu wenig Fachwissen… ein Bluffer

 

Was für ein asoziales blödes Schwein der Typ sollte nicht auf diesem Planeten Leben dürfen steuerhinterzieher hoch 10

 

Und wenn er mit seiner Idee nicht mehr weiter kommt….kommt er zurück und erwartet, dass er Arbeitslosengeld und andere staatliche Leistungen bekommt….Idiot….

 

 

Empfehlenswerte Bücher

Zum Abschluss dieses langen Artikels möchte ich mit Dir noch einige Bücher teilen, die mich auf meinem Weg zur Staatenlosigkeit sehr beeinflusst haben. Ich kann dir Dir die Lektüre sehr empfehlen, auch um argumentativ überlegen zu bleiben oder sich einfach nur inspirieren zu lassen. Heute bedingungslos für Freiheit einzustehen ist unpopulär und erfordert einen harten Willen. Aber es wird sich für Dich auszahlen!

1. Ayn Rand: Atlas Shrugged und The Fountainhead
2. Leopold Kohr: The Breakdown of Nations
3. Mark Spitznagel: The Dao of Capital
4. Murray Rothbard: Ethics of Liberty
5. Gary Chartier: Markets Not Capitalism: Individualist Anarchism Against Bosses, Inequality, Corporate Power, and Structural Poverty
6. John Adams: For Good and Evil: The Impact of Taxes on the Course of Civilization
7. Samuel E. Konkin: Revolutionary Market Anarchism
8.Peter Leeson: Anarchy Unbound: Why Self-Governance works better than you think

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