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Corona macht auch vor Staatenlos.ch nicht halt. Ich sitze die Krise allerdings in den weiterhin geöffneten Bars und Restaurants von Playa del Carmen in Mexiko aus, wo es allenfalls Corona-Bier gibt. Mit klugen Reiseentscheidungen kann man sich seinen hohen Freiheitsgrad noch aufrecht erhalten. Damit auch Du gut durch die nächsten Monate kommst habe ich einige Anmerkungen zur Flaggentheorie vorbereitet. Denn diese ist zweifellos in Zeiten von Ausgangssperren und Reisebeschränkungen besonders betroffen.

 

Welche Auswirkungen hat Corona nun auf die Flaggentheorie? Im Folgenden möchte ich die 7 relevantesten Flaggen für Dich kurz analysieren.

 

1. Staatsbürgerschaft

Bisher haben die wenigsten Europäer über eine Zweite Staatsbürgerschaft aktiv nachgedacht. Schließlich hat man in Sachen Reisefreiheit eines der besten Pässe der Welt. Aktuell ist diese jedoch stark eingeschränkt – und zwar in vielen Fällen aufgrund der Staatsbürgerschaft. Aktuell trifft es zwar noch vor allem Pässe aus China, Südkorea und Italien, aber Deutschland schickt sich an diese Fallzahlen noch zu überholen. Dann ist man in wenigen Ländern noch gern gesehener Gast – obwohl man sich in Deutschland vielleicht Monate nicht aufgehalten hat. Zwar unterscheiden (siehe Spielplätze) einige Länder aktuell noch zwischen Abflugland und Nationalität, viele diskriminieren bei der noch möglichen Einreise jedoch nach Staatsbürgerschaft. Viele Länder in Europa wie Griechenland und Spanien weisen aktuell alle Touristen in ihre Heimatländer aus.

In solchen Zeiten kann eine Zweite Staatsbürgerschaft, etwa eines Karibik- oder Pazifik-Staates ohne bestätigte Corona-Fälle, Gold wert sein. Zumindest bietet sie in den meisten Ländern die Möglichkeit auch im Krisenfall, wenn die Grenzen geschlossen sind, zurück zu kehren. Hier bietet freilich bereits eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung einen guten und leichter zu erreichenden Schutz. Wichtiger können sie bei Reiseverboten des eigenen Landes werden. Die Vereinigte Arabische Emirate und einige andere Länder verbieten ihren Staatsbürgern etwa aktuell die Ausreise oder zwingen sie zurück zu kehren. Bei dem, was die vergangenen Tage in Deutschland geschehen ist, sollte man das auch hier nicht ausschließen. Eine weitere Staatsbürgerschaft ist fast nie schlecht (Ausnahme USA mit Weltbesteuerung). Notfalls kann man sie schließlich aufgeben. Das ist das “Staatenlos-Paradox”.

 

2. Wohnsitz/Auswandern

Viele Auswanderungspläne sind aktuell natürlich nicht umsetzbar. Vielleicht hast Du aber gerade jetzt Zeit in meinem Auswanderer-Lexikon zu stöbern um ein passendes Land für Dich herauszusuchen?

Auch hier zeigt die Corona-Krise warum ein Plan B sinnvoll sein kann. Eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung ermöglicht immer noch die Flucht in das spezifische Land, wenn es sich komplett nach außen absperrt. Als Tourist kann man darauf hoffen dabei bleiben zu dürfen, hat aber keine Garantie. Aktuell zeigen sich die meisten asiatischen Länder mit kurzen Aufenthaltsfristen aber großzügig und verlängern die Visa straffrei.

Solltest Du zurück nach Deutschland gegangen sein, bist aber noch abgemeldet, musst Du dir keine großen Sorgen machen und Dich auch nicht wieder anmelden. Potentiell kann zwar nach 2 Monaten Daueraufenthalt eine Steuerpflicht ausgelöst werden, praktisch ist das aber nicht kontrollierbar wenn Du eh nicht raus darfst und bei gerichtlicher Überprüfung in dieser Notsituation wahrscheinlich auch nicht durchsetzbar. Sobald es die Situation halbwegs erlaubt, würde ich an deiner Stelle aber natürlich dann wieder den Abflug machen.

Ähnliches gilt für viele touristische Länder, die eigentlich das Welteinkommen besteuern müssten sobald man sich 183 Tage dort aufgehalten hat. Ob hier in Mexiko, in Kolumbien oder in Spanien – Erfahrungswerte von Dauerurlaubern vieler Jahre sind in der Regel so, dass rein gar nichts passiert. Erst ab einer temporären Aufenthaltsgenehmigung, Immobilienbesitz oder Schulpflicht von Kindern fängt der Staat an sich für den Touristen zu interessieren. Selbstverständlich empfehlen wir keine Steuerhinterziehung und raten dazu, sich an die maximal 183 Tage pro Land (mit kürzeren Ausnahmen in einigen Ländern) zu halten.

 

Im Zweifelsfall wird eine Überschreitung aber keine Probleme mit sich bringen. Schließlich wissen die Länder selbst, dass derjenige die lokale Wirtschaft stärkt und keinerlei Möglichkeit besteht die Steuer einzutreiben weil er sich einfach absetzen kann.

 

Teilweise laufen Auswanderungsprozesse aktuell übrigens weiter. Zwar ist durch die komplette Abnabelung Panamas für 30 Tage keine Einreise mehr möglich um den Prozess zu starten, laufende Anträge werden von den Anwälten und Behörden aber weiter bearbeitet. Es wurde beschlossen, dass die Anwesenheit der Antragsteller dazu nicht nötig ist. Dementsprechend musst Du nicht mit größeren Verzögerungen rechnen, wenn Du aktuell deine Aufenthaltsgenehmigung beantragst.

Vielleicht ergeben sich durch die aktuelle Lage auch neue Entscheidungspunkte für Dich bei der Wahl des Wunschwohnsitzes. Wie geht das gewünschte Land etwa mit Pandemien um? Sind dir die Wahrung der Freiheitsrechte der Bürger wichtiger oder willst Du lieber dass deine neue Heimat sich möglichst schnell möglichst tief abschottet? In einigen Wochen wird hier eine Analyse sehr interessant sein.

 

3. Firmengründung

Firmengründungen sind aktuell kaum betroffen und weiterhin möglich. Es kann lediglich zu ein paar Tagen Verzögerungen etwa bei der Gründung von amerikanischen LLCs kommen. Wenn Du vor hast eine solche zu gründen also durch die aktuelle Lage nicht abschrecken lassen. Auch dazu gehörige Konten können problemlos eröffnet werden.

Dies betrifft auch viele weitere Jurisdiktionen. Mit gewissen Verzögerungen muss man rechnen, aber Anwesenheit ist in den seltensten Fällen nötig. Auch hier kann ich Dir mein Ebook zum Thema empfehlen, falls Du dich über die verschiedenen Möglichkeiten zur Auslandsgründung informieren willst.

 

4. Bankkonten

Viele Bürger haben jetzt zu Recht Sorgen über die Sicherheit ihres Geldes. Persönlich schätze ich das aktuelle Risiko von Enteignungen aber eher klein ein. Aktuell wertet der Euro gegenüber ausländischen Währungen (außer dem US-Dollar) sogar stark auf, was ich besonders hier in Mexiko positiv merke. Dennoch wird bei den Maßnahmen vieler Länder die Inflation ordentlich anziehen und Geld lokal entwertet werden. Ein Bargeldverbot, von dem ich schon seit lange warne, hat mit der potentiellen Infizierbarkeit durch Geldscheine ein neues zweifelhaftes Argument bekommen. Hiermit ist durchaus bis Ende des Jahres zu rechnen.

Beträge unter 100.000€ halte ich auf deutschen Sparkassen, Volks- und Raifeissenbanken und gewissen Direktbanken für wenig gefährdet. Gelder bei der Deutschen Bank oder Commerzbank würde ich an Deiner Stelle aber abziehen. Generell macht es spätestens jetzt Sinn in verschiedenen Ländern weltweit zu diversifizieren und dies neben Konten auch über Broker (ich empfehle InteractiveBrokers.com) und Edelmetall-Lager wie Bullionstar zu tun, in denen man auch Cash halten kann.

Mein Ebook zu Banken weltweit wird aktuell aktualisiert. Dennoch kann es dir weiterhin einen recht guten Überblick über verschiedene Optionen weltweit bieten. Einige Banken tendieren aktuell sogar dazu Remote-Eröffnungen zu erlauben solange keine persönlichen Besuche nötig sind. Dies ist etwa bei einigen polnischen Banken für Privat- und Geschäftskonten der Fall. Hier versuchen wir aktuell mehr Partnerbanken zu finden.

Leider ist die Remote-Konteneröffnung in Georgien aktuell ausgesetzt, da mehrere Banken in Geldwäschevorwürfe durch die potentielle Anonymität verstrickt sind. Dies ändert aber nichts an der relativen Stabilität des georgischen Bankensystems. Dein Geld ist also sicher verwahrt, nur aktuell mit gewissen Auflagen in der Nutzung versehen.

 

5. Investments

Investments in der Krise ist ein zu großes Thema um es hier durchzudiskutieren. Wer meine Warnungen vor Aktien in den letzten Monaten beherzigt hat, kann sich jetzt aber sicher freuen. Vor nur 5 Wochen haben wir unseren Videokurs zur Österreichischen Schule noch rechtzeitig veröffentlicht, wo wir vor verschiedensten Crash-Szenarien warnen. Eines davon ist die Korrelation vieler verschiedener Anlageklassen miteinander, die alle deftig gefallen sind.

Wichtiger denn je ist in der aktuellen Lage ein vernünftiges wirtschaftliches Verständnis. Jetzt wo Du wahrscheinlich viel Muße hast kann ich Dir unseren Videokurs deshalb sehr ans Herz legen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen, selbst wenn es nur noch ein paar Wochen so weiter geht, werden nämlich immens sein. Wohl dem, der die Zusammenhänge versteht.

Aktuell ist Gold wieder in aller Munde – aber gar nicht mehr so einfach zu bekommen. Die Bestände in Singapur, dir wir etwa im Januar noch im Rahmen unseres Vermögensschutz-Seminares besucht haben, sind fast restlos ausverkauft, Bareinzahlungen oft ausgesetzt. Dennoch kann es sich lohnen bei verschiedenen Edelmetalllagern ein Konto zu eröffnen und zu schauen, was noch möglich ist. Der Goldpreis scheint aktuell weiterhin stark unterbewertet zu sein.

Ich selbst bin sehr froh weiterhin 95% meines Vermögens in nicht liquiden dauerhaften Unternehmensbeteiligungen zu halten. Unseren Walnüssen geht es auch mit Corona gut, Freie Privatstädte und weitere Projekte sind nur ein paar Wochen verzögert. Und unsere Kurzzeitvermietung hat zwar sicherlich Umsatzeinbußen aktuell, freut sich aber sehr über die Marktbereinigung und damit schnelleres Wachstum durch entsprechende Übernahmen nach der Krise. Denn jede Krise ist auch eine Chance – und gerade für Investments trifft dies besonders zu.

Warnen kann ich aktuell nur vor Immobilienbesitz in Europa. Ich halte es für relativ sicher, dass bis Ende des Jahres Zwangshypotheken auf Immobilien kommen um die Kosten der Krise zu decken. Vielleicht mit Ausnahme des Eigenheimes. Bevor aber Konten der Bürger enteignet werden, werden die Vermieter bluten müssen. Zwangshypotheken in Höhe von 10-30% des Immobilienwertes halte ich im Rahmen des Möglichen. Wer also in den nächsten Monaten noch die Chance hat zu verkaufen, sollte diese nutzen – und eventuell in anderen Ländern direkt wieder zuschlagen, die dank des abwertenden Wechselkurses extrem günstig werden.

Beispielsweise kann mit einem Investment von nur 120.000€ in Immobilien im Norden Brasiliens aktuell nach 4 Jahren die Staatsbürgerschaft erworben werden. Nötig ist dazu nur ein Aufenthalt von 30 Tagen pro Jahr. Eine Steuerpflicht in Brasilien entfällt also auch.

 

6. Spielplätze

Vergnügen in Zeiten von Quarantäne und Ausgangssperren ist wohl eher digital. Dennoch führte ich bereits oben Länder an, in denen die aktuelle Krise auch auf Staatsebene nicht zur kompletten Hysterie umgeschlagen ist. Wem seine Freiheit wichtig ist muss auch absolut kein schlechtes Gewissen haben, etwa Deutschland, Österreich oder die Schweiz noch zu verlassen versuchen wenn er gesund ist. Das mindert schließlich das Ansteckungsrisiko von Mitmenschen und entlastet das bald überlastete deutsche Gesundheitssystem (wenn es denn soweit kommt – ich denke die Hysterie ist schon bald vorbei). Nur sollte man natürlich sicher sein, dass man in der kommenden Wirtschaftskrise weiterhin ein akzeptables Einkommen remote erarbeitet oder man genug Vermögen nicht verliert.

Kontraintuitiv kann es gerade jetzt Sinn machen sich gen Ostasien zu orientieren und die Lage in China einschließlich Macau und Hong-Kong, Taiwan, Südkorea und Japan genau zu verfolgen, die wohl das Schlimmste überstanden haben. Eine Einreise nach Japan und Südkorea ist aktuell auch für Europäer weiterhin möglich, solange sie sich nicht die letzten 2 Wochen in definierten Risikogebieten aufgehalten haben.

In Lateinamerika bleiben aktuell neben Mexiko noch Nicaragua und Uruguay. Hier ist eine Verschärfung der lokalen Lage aber nicht unwahrscheinlich. Auch Brasilien ist weiterhin möglich sofern man nicht direkt aus Europa kommt. Sinn kann es aktuell machen die Vereinigten Arabischen Emirate aufzusuchen, die DACH-Bürgern weiterhin die Einreise genehmigt (Visa on Arrival sind entgegen weitverbreiteter Ansicht nicht gestrichen). Allerdings stellt in Kürze Emirates den weltweiten Flugverkehr komplett ein.

Die Einreisebeschränkungen der Staaten der Welt ändern sich fast täglich. Die beste Informationsquelle zu diesem Thema ist die Datenbank des Weltflugverbandes IATA. Mit etwas Stöbern findest Du auch durchaus noch einige weitere Spielplätze. Noch laufende Flugverbindungen kannst Du über Flightradar24.com abfragen und dann etwa mit Kiwi.com buchen.

 

7. Versicherungen

Oft muss ich meinen Klienten den Unterschied zwischen einer regulären internationalen Krankenversicherung und einer Reisekrankenversicherung erklären. Letztere ist nämlich zeitlich beschränkt und keine vollwertige Versicherung, die eben für Auslandsaufenthalte bei vorhandener Systemversicherung genutzt wird. Dies fällt aktuell auch einigen Digitalen Nomaden auf die Füße, denen Covid-Behandlungen nicht erstattet werden würden bzw. nur mit Rückführung nach Deutschland.

Hier solltest Du dich auf jeden Fall schlau machen – generell decken vollwertige internationale Krankenversicherungen wie Foyer Global Health (ich zahle 90€ pro Monat), Inter, Cigna, Globality und Allianz eventuelle Erkrankungen weltweit ab. Auch einige Reiseversicherungen wie die Hanse-Merkur covern nötige Behandlungen im Ausland. Es besteht also gar kein Grund, wie mir oft vorgehalten wird, heim ins deutsche Sozialsystem zu müssen.

 

Für mich heißt es in den nächsten Tagen abzuwarten wie sich die Lage entwickelt. Vorerst plane ich in Mexiko bleiben, kann mich aber auch durchaus dazu entschließen im April etwa nach Japan zu fliegen, wo der Virus in meinen Augen bereits besiegt ist. Ich hoffe, Dir geht es soweit gut und Du genießt die Zwangs-Auszeit! Jetzt hast Du viel Zeit Dich mit der Flaggentheorie zu beschäftigen – ich hoffe, du nutzt sie!

 

Alles Gute und beste Gesundheit wünsche ich Dir von der Riviera Maya
Christoph von Staatenlos.ch

 

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