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Auf dem Staatenlos-Blog gibt es zahlreiche hilfreiche Artikel zu den typischen Themen der Flaggentheorie. Wenn wir über fremdartige Jurisidiktionen sprechen, geht es aber um viel mehr als Steuern und Einwanderungsbedingungen. Die ganze Welt ist ein spannender Flickenteppich aus teils absurd anmutenden Ausnahmen.

Insbesondere auch in der Geografie gibt es zahlreiche amüsante Besonderheiten, von denen kaum ein Mensch weiß. Außer meinem Geschäftspartner Christian, der mittlerweile auch im Staatenlos-Team beratend tätig ist. Christian „liebt“ Grenzen und hat auf diesem Blog auch bereits etwas über das Schengen-System geschrieben.

Wenn er nicht gerade Dreiländerecke besucht, denkt Christian sich gerne knifflige Fragen aus. Im Zeitalter von Google macht ein Online-Quiz in den wenigsten Fällen Sinn. Bei Christians Fragen kann man mit etwas Recherche online sicher auch weiter kommen, aber eben nicht mit dem ersten Klick.

EDIT Mai 2019: Nach ~zwei Jahren mit fünf zugesandten Lösungen, lüfte ich die Geheimnisse. Um es für interessierte Tüftler nicht unmittelbar zu killen, poste ich nur jeweils einen Google-Maps Link unter die einzelnen Fragen.

 

Frage1:

Wo gibt es (einen bzw. mehrere hintereinandergestückelte) „Streifen“, von welchen Deutschland unterbrochen wird? Das Stück ist 5-20 Meter breit, rechts und links davon ist Deutschland, auf dem Streifen selbst ist heute ein Fahrradweg. Auf dem Fahrradweg könnte man durchaus den Eindruck haben in Deutschland zu sein, ist man in der Praxis aber nicht. Ehemals war dies eine Bahnstrecke. Bahnhöfe und zugehörige Weichenschalthäuser und Schrankenanlagen gehören ebenfalls NICHT zu Deutschland. Wer auf einer deutschen Straße diese ehemalige Bahnstrecke überschreitet, durchquert kurz ausländisches Territorium, entsprechend muss man hier ein Reisedokument nicht nur wie sonst innerhalb Deutschlands besitzen, sondern sogar mitführen.
https://www.google.de/maps/@50.6397831,6.2106846,15z

 

Frage2:

Wir befinden uns in den Vereinigten Staaten von Amerika. An den Tankstellen sind die Preise pro Liter(!) angegeben. Hier kann man vollkommen problemlos mit kanadischen Dollar bezahlen, tatsächlich wird dieser, obwohl nicht die offizielle Währung, sogar hauptsächlich benutzt. Die Einwohner dieses kleinen Fleckchen Landes (~12 Quadratkilometer) haben mit US-amerikanischen Mobilfunknetzen so gut wie keinen Empfang, kanadische Netze sind jedoch problemlos nutzbar. Mit US-Vertrag ist das im Roaming natürlich teuer, so dass die meisten Einwohner komplett kanadische Verträge und Netze nutzen. Wo sind wir?
https://www.google.de/maps/@48.9867232,-123.0734948,14z/

 

 

Frage3:

Wir befinden uns in einem Dorf in Europa. Frankreich ist vom Dorfkern aus in jede Richtung nicht mehr als etwa 1 bis 3,5 km entfernt. In Frankreich selbst sind wir natürlich nicht.
https://www.google.de/maps/@42.4645575,1.9611719,13z/

 

Frage4:

Wir fahren in der EU auf einer mittelgroßen Straße von Norden nach Süden (Straße ist geteert). Plötzlich überschreiten wir eine EU-Außengrenze, fahren über eine Brücke, dann in einen Tunnel und wenn wir den Tunnel wieder verlassen, sind wir wieder in der EU (selber Staat wie vorher). Das ganze Gastspiel hat eine Länge von 700 Metern. Da man innerhalb dieser 700 Meter nirgends abbiegen kann, funktioniert das ganz offiziell ohne Zollkontrolle. Gegenrichtung ist auch möglich.
https://www.google.de/maps/@47.5937752,7.6424739,16z/

 

Frage5:

Wir fahren in der EU auf einer mittelgroßen Straße (Schotterstraße). Plötzlich überschreiten wir eine EU-Außengrenze, fahren durch ein Waldstück und dann sind wir wieder in der EU (selber Staat wie vorher). Das ganze Gastspiel hat eine Länge von 1300 Metern. Da man innerhalb dieser 1300 Meter nirgends abbiegen kann, funktioniert das ganz offiziell ohne Zollkontrolle. Allerdings ist hier der Gaststaat etwas eigen und verbietet im Transit das Anhalten, Aussteigen, Fotographieren oder Filmen. Trotzdem kann man die Strecke voll abgefilmt auf Google Street View sehen. Staatsgeheimnis Bäume? Für den Gaststaat bräuchte man als EU-Bürger im Normalfall sogar ein Visum. Diese Besonderheit wird uns nicht mehr ewig erhalten bleiben, weil die beiden betroffenen Staaten einen Gebietstausch vereinbart haben, der aber bisher immer weiter verschoben wurde. Aktuell (02.Februar 2018) besteht die Besonderheit noch.
https://www.google.de/maps/@57.9063732,27.7025798,14z/

 

Frage6:

Völlig absurd und nicht mit EU-Recht vereinbar, gibt es innerhalb der EU ein minimal großes Gebiet (kleiner Fußballfeld), welches ausschliesslich von deutschen und österreichischen Staatsbürgern besucht werden darf. Dies ist rechtlich nur möglich, weil sich der einzige Zugang zu diesem Fleckchen Land, welcher als Friedhof genutzt wird, in einem nicht-EU-Staat befindet. Wer’s kniffelig mag liest jetzt nicht weiter, ansonsten hier noch ein Hinweis: Ausweisen muss man sich „nur“ durch das Beherrschen der deutschen Sprache, indem man mündlich Zutritt verlangt. Dies muss immer bei männlichen Schweizer Staatsbürgern erfolgen. Diese Schweizer dürfen dann, weil sie selbst weder Österreicher noch Deutsche sind, nicht zu unserem Ziel mitkommen.
https://www.google.de/maps/@41.9012999,12.454331,67m/
(Hier ist die von Google eingezeichnete Grenze nicht genau!)

 

Frage7:

Wir befinden uns auf einer kleinen, unbewohnten Insel in Europa. Vom 1.Februar bis zum 31.Juli eines jeden Jahres befinden wir uns hier in einem Land, vom 01.August bis  zum 31.Januar befinden wir uns hier in einem anderen Land. Ist man hier also um Mitternacht zu den genannten Übergangsterminen, kann man offiziell in ein anderes Land „einreisen“ ohne sich fortzubewegen.
https://www.google.de/maps/@43.3427295,-1.7664029,260m/

 

Frage8:

Auf einigen Grenzbrücken der BRD in ein Nachbarland kann man sich, rein rechtlich gesehen, tasächlich in beiden Ländern gleichzeitig aufhalten. Dabei meine ich keine üblichen Witzeleien mit „auf dem Grenzstein stehen“, sondern das Ganze hat hochoffiziellen Charakter.
https://www.google.de/maps/@49.8508602,6.3578876,19z/
(Hier ist die „Google-Grenze“ ebenfalls nicht genau, bzw. gibt das überhaupt nicht wider)

 

Frage9:

Wir befinden uns in einem Dorf der VAE. Wenn wir von hier nach z.B. Dubai wollen, müssen wir unbedingt durch den Oman durchreisen. Die Einwohner des Fleckchens Oman, welches wir hierfür durchqueren müssen, müssen ihrerseits durch die VAE durchreisen, wenn sie ihr Kernland erreichen wollen.
https://www.google.de/maps/@25.2784567,56.250846,12.99z/

 

Frage10:

Auf unserer „Staatenlos-Lieblingsinsel“ im Mittelmeer wollen wir nach der Arbeit in Larnaca eine Partynacht einlegen; heute in Agya Napa. Dabei müssen wir zwangsweise im Transit durch ein sonst als verregnet bekanntes Land durchreisen, mangels ausgeschildeter oder bewachter Grenze wissen oder merken das die meisten Durchreisenden nichtmal. Wer weiss es?
https://www.google.de/maps/@34.9960444,33.7450305,13z/

 

Frage11:

Wir befinden uns auf dem Boden in Deutschland, Europa, Europäische Union. MwSt. und sonstige indirekten Steuern kennen wir hier nicht. Wer von hier nach Deutschland will, wird beim Zoll behandelt als käme er aus dem Ausland.
https://www.google.de/maps/@54.1799597,7.8752704,14z/

 

Frage12:

Wir befinden uns schon wieder in Deutschland. Der Euro ist die offizielle Währung, aber darüber lächeln wir nur müde. Wir nutzen hier den Schweizer Franken, womit wir sogar bei der Deutschen Post Briefmarken bezahlen können. Wenn wir im „echten“ Deutschland einkaufen, können wir uns die MwSt. erstatten lassen als ob wir in der Schweiz wohnten. Wenn ein Kumpel aus Deutschland unser Auto in Deutschland ausleihen will, müssen wir das leider ablehnen; wir wünschen unseren Freunden nämlich kein Steuerstrafverfahren. Dafür darf jeder mit unseren Autos in der Schweiz rumkurven, während wir das mit „normalen“ deutschen Autos nicht dürfen.
https://www.google.de/maps/@47.7000158,8.6707303,14z/

 

Frage13:

Glücklicherweise sprechen wir und unsere Nachbarn eine so ähnliche Sprache, dass es eigentlich eine ist. Denn wenn man hier zur Haustür rausgeht, verliert man schonmal den Überblick in welchem Land man gerade ist. Das geht so weit, dass die Grenze auch durch Geschäfte und Häuser geht. Da hat man das Schlafzimmer in einem Land, die Küche aber im anderen. Eigentlich sind wir ein ganz normales europäisches Dorf, aber dieses Grenzchaos bringt uns als einem von wenigen Orten durchaus auch schonmal „Grenztouristen“.
https://www.google.de/maps/@51.440229,4.9383202,14z/

 

Frage14:

Heute machen wir sozusagen eine Interkontinentalreise. Wir reisen von „Europa“ nach Südamerika. Allerdings überqueren wir hierzu nur eine lange, gebührenfreie Brücke über einen Fluß. Auf der einen Seite sprechen wir französisch, auf der anderen portugiesisch.
https://www.google.de/maps/@3.856376,-51.8253422,16z

 

Frage15:

Wir überqueren die längste Landgrenze der Welt. Heute ganz ohne Pass und es fragt auch niemand danach. Wir sind jetzt zwar in einem anderen Staat, aber der Rückweg von dieser sehr kleinen Halbinsel geht ohnehin nur in das Land zurück aus dem wir kamen. Dieses Kap ist zwar eine internationale Besonderheit, aber derartig klein, dass die beiden betroffenen Staaten die -theoretisch- illegalen Grenzübertritte hinnehmen. Trotz intensiver Recherche, bekommt man über dieses Kap nur sehr wenig heraus. Es verlaufen sich wohl tatsächlich gelegentlich Wanderer in diese Gegend, aber Straßen gibt es hier keine.
https://www.google.de/maps/@48.9967081,-95.2884766,16z/

 

Frage16:

Wir sind in einer kleinen Gemeinde in Hessen. Diese Gemeinde hat die Besonderheit, dass die Landeshauptstadt Wiesbaden nur erreicht werden kann, indem man Baden-Württemberg durchquert. Die Bundeslandgrenzen können hier fast mit Baarle mithalten.
https://www.google.de/maps/@49.6144942,8.6734025,14z/

 

Frage17:

Wir sind in einer Provinzhauptstadt eines großen Staates in Afrika. Das Ausland ist in jede Richtung maximal 150 km entfernt, in die meisten Richtungen deutlich weniger. Die Hauptstadt des Staates ist 370km entfernt.
https://www.google.de/maps/@-5.1186214,12.4434899,9z/

 

Frage18:

Wir sind an einer volatilen Grenze, Soldaten beider Seiten beäugen sich mißtrauisch mit nur wenigen Metern Abstand. Trotzdem kann man hier von beiden Seiten an die Grenze heran. Auf der tatsächlichen Grenzlinie stehen mehrere Hütten, welche auch zu Verhandlungen genutzt werden. Zu diesem Zweck steht ein Tisch in der Mitte der Hütte, genau auf der Grenze. So können die beiden Seiten zu Verhandlungen gemeinsam am Tisch sitzen, ohne ihr Land verlassen zu müssen. Für Touristen wird der Ausgang zum jeweils anderen Land gesperrt, sodass man innerhalb der Hütte als Tourist sogar die Grenze übertreten kann. Zurück muss man jedoch dahin, wo man herkam.
https://www.google.de/maps/@37.955917,126.6769205,140m/

 

Frage19:

Wir sind in einem Casino und schauen Richtung Westen über einen See. Wir schauen dabei über eine Staatsgrenze hinweg. Das Land, welches wir sehen, mussten wir durchqueren, um das Casino zu erreichen. Der andere Staat ist ab Casino maximal ~1400 Meter entfernt, trotzdem befinden wir uns in einem der größeren EU-Staaten. EDIT November 2018: Das Casino ist inzwischen geschlossen, die Grenze besteht weiterhin.
https://www.google.de/maps/@45.9689044,8.9668953,15z/

 

Frage20:

Wir befinden uns in einem der wenigen nicht-anerkannten Staaten Europas. Obwohl schon ein gewisser Sonderstatus besteht, sind wir innerhalb dieses Staates in einer Exklave. Diese Exklave ist so klein (etwa 3km²), dass irgendwann beschlossen wurde, dass sich die Besiedlung nicht lohnt. Alle Bewohner wurden umgesiedelt, das Gebiet dient heute als Militärbasis. Das Land hat Zugang zu dieser Exklave über das Meer, ansonsten wäre der Zugang aufgrund nicht sonderlich guter Beziehungen zum Nachbarn wohl versperrt und die Exklave komplett unerreichbar und unbrauchbar.
https://www.google.de/maps/@35.175742,32.5984295,14z/

 

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