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Der Hund ist der beste Freund des Menschen, heißt es landläufig, und das ist auch so. Doch dieser Satz ist nicht nur auf Hunde anwendbar, sondern trifft auch auf viele andere wundervolle Haustiere zu, die unser Leben jeden Tag aufs Neue bereichern. Während sich viele Menschen ein Leben ohne Haustier nicht mehr vorstellen können, schrecken andere davor zurück, weil sie zu viele Einschränkungen ihres eigenen Lebens durch ein Tier befürchten.

Natürlich geht mit einem Haustier wie einem Hund auch immer eine gewisse Verantwortung einher und es gibt Dinge, die im gemeinsamen Leben in Co-Existenz organisiert werden müssen. Doch das ist überhaupt nicht so schlimm und komplex, wie es sich einige Menschen möglicherweise vorstellen. Gerade für Vielreisende und Perpetual Traveler, ist ein Haustier aufgrund der oben genannten Gründe oft keine Option, obwohl der Wunsch nach einem treuen Gefährten auf vier Pfoten da ist. Weil das aber nicht so sein muss, werden wir uns in diesem Artikel vollkommen dem Thema Haustiere widmen, natürlich im Staatenlos-Kontext.

Bevor wir einsteigen, möchten wir Dir noch den Gastbeitrag mit Caroline Dougoud von Pawbutlers und Dogpackr, sowie die dazugehörige Podcast-Folge ans Herz legen. Sie erzählt eindrucksvoll, wie Du auch mit dem Hund auf Weltreise gehen kannst und was Du hierbei alles beachten solltest.

Caroline reist nämlich selbst mit ihrem Zwergpudel Baloo umher und hat trotz anfänglicher Skepsis überaus positive Erfahrungen gesammelt, die sie mit Dir teilt. Sie beschreibt die Voraussetzungen der Reisen durch gründliche Vorbereitung einschließlich etwaiger Einreisebestimmungen für Tiere und hebt insbesondere die Bedürfnisse ihres Hundes heraus. Sei also gespannt auf Themen wie besondere Reisearten, Transportmöglichkeiten sowie die Buchung passender Unterkünfte. Diese und weitere spannende Themen erwarten Dich im Gastbeitrag / Podcast aus der Praxis.

Widmen wir uns jetzt dem Thema Hunde beziehungsweise Haustiere im Staatenlos-Kontext. Zunächst möchten wir auf die Hundesteuer eingehen, die es mitnichten in jedem EU-Land gibt. In Dänemark gibt es seit 1972 keine Hundesteuer mehr. Frankreich hat die Hundesteuer bereits 1979 abgeschafft, England im Frühjahr 1990. In Schweden wurde sie 1995 abgeschafft. In den folgenden Jahren wurde die Hundesteuer auch in Belgien, Spanien, Italien, Griechenland, Ungarn und Kroatien abgeschafft.

Bei anderen Teilen der Welt, einschließlich der meisten Staaten der USA, Kanada, Australien oder auch Großbritannien, gibt es im Allgemeinen keine spezifische Hundesteuer. Stattdessen können dort aber Gebühren für die Registrierung oder Lizenzierung von Haustieren wie Hunden erhoben werden, die dazu dienen, die Identifizierung und Verantwortlichkeit der Haustierbesitzer zu fördern und in einigen Fällen auch die Kosten für tierbezogene Dienstleistungen zu decken.

Deutschland beschert die grandiose Hundesteuer jedoch immer wieder Rekordeinnahmen. Das Statistische Bundesamt rühmt sich sogar mit diesen Einnahmen wie im Jahr 2022, als 414 Millionen Euro eingenommen oder besser „dem Steuerzahler abgenommen“ wurden. Die Einnahmen aus der Hundesteuer sind in den vergangenen Jahren durchgehend gestiegen. Im Zehn-Jahresvergleich sogar um beachtliche 44 %. Im Jahr 2012 hatte die Hundesteuer den Städten und Gemeinden „nur“ 288 Millionen Euro eingebracht.

Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine sogenannte Gemeindesteuer. Höhe und Ausgestaltung der Steuersatzung bestimmt die jeweilige Kommune. Vielerorts hängt der Betrag, den die Hundebesitzer entrichten müssen, auch von der Anzahl der Hunde im Haushalt oder von der Hunderasse ab. Meistens kostet jeder weitere Hund mehr als der Erste.

Das Bundesfinanzministerium erklärt auf seiner Website, dass die Hundesteuer zu den örtlichen Steuern gehört, die an die Haltung von Hunden anknüpft. Diese wird von den Städten und Gemeinden erhoben. Mit der Hundesteuer werden vornehmlich ordnungspolitische Ziele verfolgt, heißt es weiter. Die Steuer soll etwa dazu beitragen, die Zahl der Hunde zu begrenzen. Bürokratisch erklärt das Bundesfinanzministerium weiter: Die Hundesteuer gehört zu den herkömmlichen Aufwandsteuern, weil das Halten eines Hundes über die Befriedigung des allgemeinen Lebensbedarfs hinausgeht und einen Aufwand erfordert. Was auch immer das bedeuten mag.

Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, sich legal von der Hundesteuer befreien zu lassen. Weil die Steuer von Gemeinde zu Gemeinde variiert, solltest Du erfragen, welche Möglichkeiten Du in Deinem Wohnort hast. In einigen Kommunen gibt es etwa Steuererleichterungen für die ersten Jahre nach der Adoption eines Hundes aus einem Tierheim. Auch Assistenzhunde oder Ausbildungshunde sind oftmals komplett von der Steuer befreit. Solltest Du einen Schwerbehindertenausweis haben, sind Deine Chancen auf Erlass der Hundesteuer ebenfalls ausgezeichnet.

Übrigens wird in Deutschland bislang keine Katzensteuer erhoben, was jedoch nicht bedeutet, dass der Staat hieran kein Interesse hätte. Die Debatte über eine Katzensteuer analog der Hundesteuer flammt immer wieder auf. Es bleibt abzuwarten, wann auch hier stolz „Rekordeinnahmen“ seitens des Statistischen Bundesamtes vermeldet werden.

Du kannst und musst Deinen Hund aber auch von der Hundesteuer abmelden, wenn offensichtliche Ereignisse wie Tod des Hundes, Verkauf oder Abgabe sowie schlicht der Verlust, also wenn Dein Vierbeiner entlaufen ist, eintreten. Was allerdings auch eine Abmeldung von der Hundesteuer begründet, ist ein Umzug oder Deine Abmeldung, da die Hundesteuer eine lokale, genauer gesagt regionale Steuer ist, die sich in Höhe und Umfang vom individuellen Wohnort unterscheidet.

Wenn Du jetzt vorhast, mit Deinem Hund auf Weltreise zu gehen, befreit Dich das leider nicht von der Hundesteuer Deines Wohnorts, solange Du dort weiter gemeldet bleibst. Als Perpetual Traveler ist Dein Hund aber genauso (steuer-)frei wie Du.

Wenn Du vorhast, mit Deinem Hund oder einem anderen Haustier auszuwandern, gelten die jeweiligen Bestimmungen der Zielländer. Diese findest Du auf den offiziellen Websites der entsprechenden Länder oder den Konsulaten und Botschaften. Notwendige Unterlagen wie Gesundheitszeugnisse, Impfungen (z. B. gegen Tollwut) und andere medizinische Vorbereitungen erhältst Du von Deinem zuständigen Veterinäramt oder der entsprechenden Gesundheitsbehörde.

Auch als Tourist ist es unbedingt ratsam, sich vorher kurz mit den entsprechenden Einreisebestimmungen der jeweiligen Länder für Tiere auseinanderzusetzen. So vermeidest Du Stress und böse Überraschungen – für Mensch und Tier.

Spätestens nachdem Du den Gastbeitrag von Caroline gelesen, oder Dir die Podcast-Folge angehört hast, weißt Du, dass Dein Wunsch nach einem tierischen Gefährten einem freien Leben auf Reisen nicht im Weg stehen muss und sogar wunderbar miteinander vereinbar ist. Hast Du schon mal daran gedacht, einem Tier in Not zu helfen und diesem ein neues Zuhause zu geben, wo es geliebt wird? In vielen Teilen der Welt, aber auch in unseren Gefilden, sind die Lebensumstände so mancher Tiere katastrophal. Sie leben auf der Straße, sind verwahrlost und es gibt kaum Perspektiven.

Jedes Jahr zum Black Friday spenden wir an ausgewählte Projekte, welche von der Staatenlos-Community vorgeschlagen werden, um ein Zeichen gegen den sinnlosen Massenkonsum und für mehr Humanität zu setzen. Zu den Spendenempfängern im Jahr 2023 gehörte unter anderem die Organisation „Tiere in Not“. 

Nachdem die Website „Tiere-in-Not.de“ nicht weitergeführt wurde, haben drei Tierfreunde, die schon seit ihrer Kindheit Tieren in Not helfen, eine eigene Website ins Leben gerufen, um Tieren ein neues Zuhause zu suchen. Dieses kleine Team, das nebenbei auch für den Verein Streetdogs Europe e. V. ehrenamtlich tätig ist, stellt trotz Berufstätigkeit und eigener Haustiere ausgewählte Tiere vor. Unter dem Motto „Weniger, aber mit Herzblut“ kannst Du direkt Kontakt zu den Anbietern aufnehmen.

Übrigens wird in Deutschland für die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim in der Regel keine Mehrwertsteuer erhoben. Anders als beim Erwerb vom Züchter. Stattdessen erheben Tierheime aber oftmals eine Schutzgebühr für die Vermittlung von Tieren. Diese Schutzgebühr dient lediglich dazu, einen Teil der Kosten zu decken, die dem Tierheim für Pflege, Futter, medizinische Versorgung und gegebenenfalls für Impfungen und Kastration des Tieres entstanden sind.

Die Schutzgebühr ist nicht als kommerzieller Verkauf eines Tieres zu verstehen, sondern eher als eine Kostenerstattung für die aufgewendeten Betreuungsleistungen. Daher fällt sie auch nicht unter die übliche Mehrwertsteuerpflicht.

Die Höhe der Schutzgebühr kann von Tierheim zu Tierheim variieren und ist abhängig von der Art des Tieres, seinem Alter, dem Gesundheitszustand und manchmal auch von der Rasse. Die genaue Höhe der Schutzgebühr und die damit verbundenen Bedingungen solltest Du direkt mit dem jeweiligen Tierheim abklären.

Falls Du ein konkretes Haustier aus dem Ausland im Blick hast und Dich noch vor den bürokratischen Hürden scheust, leisten Experten wie die Gründer von „Tiere in Not“ fundierte Hilfe. Du solltest Dich nämlich unbedingt mit den Einreise- und Einfuhrbestimmungen des jeweiligen Landes auskennen. So ist für die meisten Länder ein von einem lizenzierten Tierarzt ausgestelltes Gesundheitszeugnis erforderlich, das bestätigt, dass das Tier gesund und frei von ansteckenden Krankheiten ist.

Etwaige Impfungen wie die Tollwutimpfung sind fast überall obligatorisch. Die Impfung muss in der Regel innerhalb eines bestimmten Zeitraums vor der Einreise erfolgen. Auch ein nach ISO 11784/11785 genormter Mikrochip ist häufig erforderlich, um das Tier eindeutig identifizieren zu können, ebenso kann dem Tier eine Quarantäneperiode bevorstehen. Je nach Land kann der Tierschutz ein Thema werden, denn in einigen Fällen können bestimmte Tiere nicht legal aus einem Land ausgeführt oder in ein anderes eingeführt werden. Und auch der Transport von Tieren über Landesgrenzen hinweg unterliegt strengen Vorschriften, um Stress und Leid der Tiere zu minimieren.

Lokale und internationale Tierschutzorganisationen leisten Dir hierbei jedoch oft unschätzbar wertvolle Hilfe und unterstützen Dich nach Kräften. Beachte bitte auch vorher, dass bei der Rettung eines Tieres Kosten entstehen, die Du zu tragen hast. Hierzu zählen insbesondere Tierarztkosten, Impfungen, Transportkosten und möglicherweise Gebühren für eine Quarantäne. Das sind aber alles keine unüberwindbaren Hürden, ganz im Gegenteil, mit der richtigen Vorbereitung schenkst Du einem Tier ein neues Zuhause und wirst dafür mit Dankbarkeit überschüttet.

Hast Du Dich für einen tierischen Weggefährten wie beispielsweise einen Hund entschieden, geht damit ab jetzt auch eine neue Verantwortung einher und es kann durchaus sinnvoll sein, gewisse Umstände abzusichern. Neben einer obligatorischen Haftpflichtversicherung beispielsweise für Hunde, kann es auch vorteilhaft sein, eine entsprechende Krankenversicherung für Haustiere abzuschließen, um keine bösen Überraschungen beim Tierarzt zu erleben. Viele Tierärzte gewähren im Fall eines Falls aber auch oftmals Rabatte und bieten Ratenzahlungen an.

Hast Du vor, wie Caroline, mit Deinem Hund auf Reisen zu gehen, solltest Du Dir überlegen, ob nicht auch eine Reisekrankenversicherung für Dein Haustier sinnvoll ist. Genau wie beim Menschen gibt es hier entsprechende Versicherungsprodukte für Haustiere auf Reisen. Vergleiche dabei entsprechende Anbieter und überlege Dir vorher, welchen Deckungsumfang Du benötigst, welcher Geltungsbereich – also welche Länder – inkludiert sein sollen und wie hoch die Selbstbeteiligung im Falle eines Falls sein darf. Auch die Dauer und etwaige Ausschlüsse der Versicherung solltest Du berücksichtigen.

In puncto Versicherung solltest Du auch unbedingt abklären, ob Deine Tierhaftpflichtversicherung im Ausland greift und wenn ja, wo und welchem Umfang. Gegebenenfalls ist es ratsam, eine entsprechende Auslandshaftpflichtversicherung für Dein Haustier abzuschließen. Gerade die Haftpflicht ist eine essenzielle Versicherung für Mensch und Tier, die Dich vor dem schützt, was Du nicht beeinflussen und vorhersehen kannst. Unfälle passieren einfach und die Folgen können schnell ins Geld gehen.

Dein Haustier muss sich, genau wie Du, immer an neue Umgebungen und Orte gewöhnen und es kann vorkommen, dass es sich verirrt. Davon abgesehen, dass ein implantierter Mikrochip oftmals nicht nur Vorgabe, sondern sinnvoll ist, kann zusätzlich auch ein GPS-Tracker eine Überlegung wert sein. Auf dem Markt gibt es insbesondere den Apple AirTag oder ein vergleichbares Produkt für Android Systeme wie den Tracker Tile Pro, Chipolo One oder den Samsung Smart Tag. Diese kleinen und günstigen Wunderwerke der Technik kannst Du Deinem Hund oder auch (fast) jedem anderen Haustier als Handband umhängen und so weißt Du immer, wo sich Dein (entlaufener oder verlaufender) pelziger Begleiter befindet. Der Zubehörmarkt für GPS-Tracker samt spezieller Tierhalsbänder ist inzwischen riesig.

Wenn Du auch zu den Menschen gehörst, denen beim Anblick verwahrloster Tiere das Herz blutet, bist Du in bester Gesellschaft. Leider gibt es weltweit, aber auch in Deutschland und Europa viele solcher verlassener und verwahrloster Haustiere. Ein Spruch besagt: „Du kannst Sie nicht alle retten!“, aber wir glauben, Du kannst Dich engagieren. Solange jeder nur wegsieht, ändert sich auch nichts. Es gibt viele Organisationen, die sich, genau wie „Tiere in Not“ engagieren und auf Deine Unterstützung angewiesen sind. Vielleicht möchtest Du ja einen kleinen Beitrag leisten und so zum Wohl vernachlässigter Tiere beitragen.

Die Domestizierung von Haustieren reicht Tausende Jahre zurück und sie bereichern unser Leben bis heute mit ihrer Treue und bedingungslosen Liebe. Wenn Du Dir ein Haustier wünschst, muss das Deinem Leben als Vielreisender oder Perpetual Traveler keineswegs entgegenstehen. Je nach Tierart und Zielland zahlst Du auch keine besonderen Steuern und musst auch sonst keine besonderen Einschränkungen in Kauf nehmen. Sei Dir lediglich im Vorfeld bewusst, welche etwaigen Kosten beispielsweise in Form von Versicherungen und Lebenshaltungskosten wie Futter und auf Dich zukommen.

Wenn Du bereits ein Haustier besitzt, weist Du spätestens ab jetzt, dass dies keine Einschränkungen Deines Lebens und vor allem Deiner Freiheit nach sich ziehen muss. Caroline hat dies eindrucksvoll mit ihrem Zwergpudel Baloo bewiesen.

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