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Der Artikel beginnt mit einer klaren Aussage: Wir sind ein Produkt des Systems und wir neigen dazu, das zu tun, wofür wir geschaffen wurden. All das war eine Falle, ein abgekartetes Spiel. Es ist nicht dazu gedacht, dass Du Erfolg hast, sondern dass Du den Erfolg nach “ihren” Bedingungen erlebst.

Um das volle Bild zu erfassen, musst Du bis zum Schluss dranbleiben und jedes Wort aufmerksam verfolgen.

Die Prägung des preußischen Bildungssystems und Johann Gottlieb Fichtes Einfluss auf die Unterordnung des freien Willens

Im Herzen des preußischen Bildungssystems, das einst Europa und die Welt hauptsächlich im 19. Jahrhundert beeinflusste, steht eine Ideologie, die tief in den Gedanken Johann Gottlieb Fichtes verwurzelt ist. Fichtes Philosophie, besonders seine Ansichten über den freien Willen und dessen Unterordnung “unter das Gemeinwohl”, bildete das Fundament eines Systems, das darauf abzielte, nicht zu bilden, sondern zu indoktrinieren – ein System, das den idealen Staatsbürger formen wollte, nicht den kritisch denkenden Individualisten.

Fichte, ein Philosoph der deutschen Idealismus-Epoche, vertrat die Auffassung, dass der freie Wille des Einzelnen, wenn er unkontrolliert gelassen wird, zu Egoismus und Anarchie führt. In seinen „Reden an die deutsche Nation“ (1807-1808) argumentierte er, dass eine starke, zentralisierte Bildung die beste Möglichkeit sei, das Individuum in den Dienst des Staates zu stellen. Der freie Wille, so Fichte, sei ein Hindernis für die Schaffung einer moralisch und kulturell homogenen Gesellschaft.

Fichte legte fest, dass die Bildung darauf abzielen sollte, den freien Willen zu zerstören, so dass die Schüler, nachdem sie die Schule verlassen haben, für den Rest ihres Lebens unfähig sind, anders zu denken oder zu handeln, als ihre Schulmeister es sich gewünscht haben.

Das preußische Bildungssystem nahm sich diese Ansichten zu Herzen. Der Staat sah es als seine Pflicht an, durch Bildung eine Armee von loyalen, gehorsamen Bürgern zu schaffen, die eher den Befehlen folgen als den persönlichen Ambitionen nachzugehen. Das Ziel war klar: die Heranbildung von Untertanen, die die Ordnung und Autorität des Staates nicht infrage stellen. Der Unterricht war streng und hierarchisch, mit einem klaren Fokus auf Disziplin und dem Einpauken von Fakten, anstatt kritisches Denken und individuelle Entfaltung zu fördern.

Die Lehrpläne waren so konzipiert, dass sie das Gedankengut des Staates stützten und die Jugend auf ihre Rolle als Teil des preußischen Militärapparats vorbereiteten. Die Schüler wurden zu Pünktlichkeit, Ordnung und Gehorsam erzogen – Tugenden, die in der preußischen Militärtradition hochgeschätzt wurden. Die Schule war weniger eine Bildungsanstalt als vielmehr eine Institution zur Formung des Charakters im Sinne des Staates.

Leider hat das Erbe des preußischen Bildungssystems, trotz seiner autoritären Züge, die Grundlagen für moderne Bildungssysteme WELTWEIT geschaffen.

Viele Elemente, wie die Strukturierung nach Altersklassen, der standardisierte Lehrplan und die zentralisierte Lehrerausbildung, haben ihren Ursprung in diesem System. Die Ironie liegt darin, dass die Grundsteine, die für die Erzeugung von Konformität und Gehorsamkeit gelegt wurden, in modifizierter Form bis heute in Bildungseinrichtungen existieren.

In Kürze, das preußische Bildungssystem war bekannt für seinen strukturierten, disziplinierten Ansatz und seine Betonung auf Bildung als Mittel zur Förderung des Staates. Diese Entwicklungen im Bildungswesen fielen in eine Zeit der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in Europa, insbesondere während und nach den Napoleonischen Kriegen und der darauffolgenden Restaurationszeit. Das Bildungssystem in Preußen blieb bis zur Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 und darüber hinaus prägend.

Lassen wir die Geschichte für einen Moment hinter uns und kommen wir zu einem der großen Kritikpunkte an der Freiheit der Bildung (von denen viele natürlich unbegründet sind): Wenn wir von Homeschooling sprechen, bedeutet das nicht, dass das Kind zu Hause eingesperrt bleibt und keine sozialen Kontakte hat. Auch die Schulen sind nicht das Problem – das Problem sind die Regeln, nach denen die Schulen geführt werden und wer die Bildung tatsächlich kontrolliert – der Staat. Und selbst wenn Du den derzeitigen Politiker oder Bildungsminister magst, vielleicht wirst Du es eines Tages nicht mehr; das grundlegende Problem ist, dass der Staat die Monopolmacht hat, die Bildung der Kinder zu bestimmen, zu beeinflussen und zu kontrollieren!!!

Kinder haben unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten, verschiedene und einzigartige Interessen, tiefe Gefühle und Sensibilität, Neugier und stellen sich große Fragen über das Leben durch kritisches Denken. ALLE KINDER sind besonders und einzigartig – das Schlimmste, was man tun kann, ist zu versuchen, sie zu standardisieren und ihnen die Schuld zu geben, wenn sie sich anders verhalten als erwartet.

Also: Wollen wir Gehorsam oder kritisches Denken? Folgen wir blind einer überholten Tradition oder gestalten wir Bildung neu, um freie und verantwortungsbewusste Menschen zu fördern? Diese Fragen sind entscheidend, wenn wir die (echte) Bildung der Zukunft formen wollen.

Ist es wirklich wichtig, Kinder zu zwingen, alles auswendig zu merken (nicht zu lernen), was sie auswendig merken müssen? Sie zu zwingen, etwas zu können, was sie oft nicht brauchen oder nicht lernen wollen, und ihren Charakter danach zu beurteilen? Wäre es nicht besser, bessere Menschen auszubilden – Menschen, die gut (für sich und für anderen) sind und das Gute fördern, anstatt hirnlose kleine Soldaten?

Sozialkonditionierung und Standardisierung – Fichtes Vision der Indoktrination

Die Grundpfeiler des preußischen Bildungssystems, die sich durch Fichtes philosophische Überzeugungen materialisierten, waren Sozialkonditionierung und Indoktrination. Fichtes Rhetorik war klar und unmissverständlich: Er sah in der Bildung ein Instrument zur Formung der Gesellschaft gemäß staatlicher Vorgaben. So wurde das preußische Bildungssystem im 19. Jahrhundert zu einer Fabrik, in der soziale Hierarchien und Rollen produziert wurden.

Fichte prägte diesen Prozess mit Aussagen wie: „Der eigentliche Zweck des menschlichen Daseins ist die Erreichung einer vollkommenen Sittlichkeit.“ Hierin sieht man die Verwurzelung seiner Ideen, dass der freie Wille des Einzelnen dem moralischen Willen des Kollektivs untergeordnet werden muss. Seine Vision war es, durch das Bildungssystem eine Generation zu schaffen, die in gewisser Weise lebenslange Sklaven des Staates wären – unbedingt treu, ohne eigenes kritisches Hinterfragen.

Das preußische System strebte nach einer Standardisierung und Uniformierung des Individuums. Die Schule des 19. Jahrhunderts war stark reglementiert: Lehrpläne, Prüfungssysteme, Unterrichtszeiten, sogar die Architektur der Schulgebäude folgten einem einheitlichen Muster (wie Gefängnis halt). Die Einführung von Noten und Versetzungssystemen in den 1820er Jahren sowie die Etablierung der allgemeinen Schulpflicht in Preußen im Jahr 1819 waren Meilensteine auf diesem Weg. Zum Ende des 19. Jahrhunderts besuchten nahezu 100% der preußischen Kinder die Volksschule. Die Schule wurde zur primären Sozialisationsinstanz, die Kinder und Jugendliche nach staatlichem Ideal formte.

Diese Homogenisierung durch Bildung wurde von Fichte gefordert, wenn er ausführte: „Die neue Erziehung muss in der Tat alles an sich ziehen, um die ganze Jugend durch sie hindurchzuführen.“ Fichtes Gedanken wurden in Zahlen umgesetzt: Ein uniformes Bildungssystem mit einer standardisierten Lehrerausbildung wurde errichtet, das im Jahr 1834 mit der Gründung der ersten preußischen Lehrerseminare institutionalisiert wurde.

In seinen Werken finden sich zahlreiche Zitate, die seine Vorstellung von einer Bildung untermauern, die auf die Unterwerfung des Individuellen abzielt:

  • „Die einzige Art zu erziehen, ist die, keinen eigenen Willen zu gestatten.“
  • „Zur wahren Freiheit gehört, dass der Einzelne nicht sich selbst, sondern dem Allgemeinen gehorcht.“
  • „Was der Mensch als wahrhaftes Glied des Staates erstreben soll, ist nicht die Freiheit, sondern die Einsicht und der Wille, das Rechte.“

Die Rolle von Strafe und Disziplin – Fichtes Vermächtnis der Züchtigung

Die Frage der Bestrafung für Fehlverhalten ist untrennbar mit dem preußischen Bildungssystem verbunden. Strafe spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung von Disziplin und Gehorsam.

Die Disziplin in preußischen Schulen war notorisch streng. Körperliche Züchtigung war eine allgemein akzeptierte und häufig angewandte Praxis, um die Schüler zur Konformität zu zwingen. Es ging darum, Willen und Charakter zu formen. Die Strafen reichten von körperlicher Züchtigung über Nachsitzen bis hin zum Entzug von Privilegien (Jede Ähnlichkeit mit Steuern, Lockdowns und allem, was wir heutzutage erleben, ist definitiv kein Zufall – nur ohne physische Gewalt in einigen Ländern – aber nicht in allen :D).

Fichte selbst sah in der Disziplinierung einen unerlässlichen Teil der Erziehung, was sich in seinen Schriften widerspiegelt. Er schrieb: „Die erste Eigenschaft, die der Erzieher seinem Zöglinge einpflanzen muss, ist Gehorsam.“ In dieser Perspektive wurde die Strafe nicht als Mittel zur Korrektur, sondern als ein Werkzeug zur Erzeugung von Gehorsam gesehen.

Historische Berichte und Dokumente aus dem 19. Jahrhundert belegen, dass das preußische Schulsystem hart und autoritär war. Lehrer hatten das uneingeschränkte Recht (Züchtigungsrecht), Strafen zu verhängen, und die Schulordnungen legten fest, dass Ungehorsam und Missachtung der Regeln streng zu ahnden seien.

In diesem System gab es wenig Raum für Individualität oder Fehler – beide wurden als Störungen der sozialen und moralischen Ordnung betrachtet. Die Folge war, dass viele Schüler Angst vor der Schule hatten und Lernen mit Unbehagen und Schmerz assoziierten. Die strengen Strafen für Fehlverhalten führten zu einer Atmosphäre der Furcht und beeinflussten so die psychologische Entwicklung der Kinder.

Es gibt keine Fehler – es gibt nur Lernmöglichkeiten. Ein “schneller” Weg zu lernen besteht darin, die “Fehler” anderer zu sehen und sie nicht zu wiederholen. Aber Fehler sind auch relativ, denn alles hängt von den Zielen ab. Fehler sind oft ein Teil des Entwicklungsprozesses, des Lernens und der Entdeckung – je mehr sie bestraft werden, desto weniger werden Menschen versuchen, wagen, sich riskieren und ihre Komfortzone verlassen. Das Wachstum geschieht nur durch Fehler. Selbst Muskeln “wachsen”, indem sie belastet werden und Stress ausgesetzt sind, indem sie Gewichte heben.

Im Hinblick auf die Indoktrination durch Bildung betonte Fichte die Bedeutung der frühen Kindheit für die Formung des menschlichen Geistes. In seiner Vorstellung war es notwendig, den Willen des Kindes in den ersten Lebensjahren zu brechen, um es für die spätere soziale Ordnung formbar zu machen. Das zeigt, wie tief die Idee der Unterordnung des Individuums unter das Kollektiv in der Geschichte der Bildung verwurzelt ist.

Tatsächlich ist es das Gegenteil: jeder muss sich um sich selbst kümmern, damit das “Kollektiv” besser wird; und nicht ein “gutes Kollektiv” auf Kosten jedes Einzelnen bilden. Wenn jeder von uns wohlhabend ist, werden alle wohlhabend sein.

Die Entmachtung der Familie

In der preußischen Bildungspolitik wurden Familien systematisch ihrer erzieherischen Einflussnahme entzogen. Das von Johann Gottlieb Fichte beeinflusste System war so konzipiert, dass der Staat zum primären Erzieher der Jugend wurde. Familien hatten kaum eine Chance, ihre Kinder nach eigenen Vorstellungen zu unterrichten oder zu erziehen, da die staatlichen Vorgaben dies überlagerten. Mit der allgemeinen Schulpflicht, eingeführt in Preußen im Jahr 1819, wurde der Schulbesuch für alle Kinder verpflichtend und entzog den Familien somit ein wesentliches Stück Autonomie.

Dieser Mechanismus diente dazu, „Amtspflicht“ und „Schulpflicht“ zu verbinden. Eltern wurden gezwungen, ihre Kinder zur Schule zu schicken, während sie selbst den Anforderungen ihrer 8-Stunden-Arbeitstage nachgingen. Das Gesetz damals sah das strenge Strafen für das Fernbleiben vom Unterricht vor. Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schickten, riskierten nicht nur gesellschaftliche Sanktionen, sondern auch den Verlust des Sorgerechts oder sogar Gefängnisstrafen.

Und so ist es mit allem: wirkliche gute Ideen sollten nicht erzwungen werden; sie gelten erst als gut, wenn jene, die von ihnen profitieren, sie unterstützen. Unter Zwang kann keiner frei entscheiden, vor allem unter Androhung von Geld- und Freiheitsstrafen, Gewalt und Tod.

Es war aber ein langsamer und schrittweiser Tod, um Revolutionen, Bürgerkriege, Aufstände, Angriffe auf die Regierung zu vermeiden – damit die Machthaber Zeit haben, eine Geschichte um alles herum aufzubauen. 

Da die Eltern gesetzlich verpflichtet waren, 8 Stunden am Tag zu arbeiten, war es eine “Erleichterung”, die Kinder zur Schule zu schicken. Heute wissen wir, dass stundenweise Arbeit unsinnig ist, denn je besser man ist, desto schneller und effizienter arbeitet man; und dass das Schulsystem nicht der beste Ort zum Lernen ist, da es schlicht der Regierung dient.

Außerdem sollte man bedenken, dass Bildung kein Recht ist und es ist irrelevant, was in irgendeiner Verfassung steht (die Meinung von Leuten, die Dich nicht einmal kennen und die über Dein Leben bestimmen)- viele Menschen fallen vom Pferd, wenn wir das sagen. Bildung ist eine Dienstleistung, genau wie Gesundheitspflege, genau wie Infrastruktur, genau wie Taxifahrten, genau wie Restaurants und Friseure. Jedes Mal, wenn “jemand” Dir in irgendeiner Weise dient, ist es eine DIENSTleistung. Wenn wir sagen, dass Bildung kein Recht ist, klingt das so, als wollten wir nicht, dass Kinder lernen. Da ist nichts dran – aber zu sagen, dass Bildung ein Recht ist, ist so, als würde man sagen, dass es jedermanns Recht ist, mit Porsche und Lamborghini herumzufahren. Dann versteht jeder den Unterschied. Eine gute Bildung muss nicht teuer sein, aber für viele ist sie ein Privileg – genau wie das Fahren eines neuen Autos.

Diese Geschichte, dass Bildung ein Recht ist, ist nur ein Narrativ, damit niemand in Frage stellen kann, dass der Staat die Zügel in die Hand nimmt. Hoffen wir, dass jetzt alles einen Sinn ergibt…

Man fühlt sich sogar vom Staat “behütet” und schickt die Kinder mit einem breiten Lächeln und gutem Gewiss zur Schule, ohne zu wissen, worauf das alles wirklich basiert.

Und das zu erzählen, bedeutet nicht, dass wir widerspenstig sein oder Zwietracht säen wollen – wir möchten euch einfach nur die Geschichte erzählen.

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Ein Zeugnis unserer brasilianischen Content Creator, Juliana

Ich selbst fühlte mich verpflichtet, in der Schule sehr gut zu sein (Streber), um meine Familie stolz zu machen. Als Kind verstand ich nicht, wie andere Kinder sich nicht für die Schule engagierten und warum sie sich weigerten, Hausaufgaben zu machen oder das abzuschreiben, was der Lehrer an die Tafel schrieb. Wenn ich mit einem Zeugnis voller guter Noten nach Hause kam, hörte ich, dass ich nicht mehr als meine Pflicht erfüllt hatte, da ich ja “nur studierte”.

Ich wuchs mit dem Gedanken auf, dass ich, um „jemand im Leben zu sein“, an einer Universität studieren MÜSSTE – sonst könnte ich nie ein würdiges Leben führen oder ein akzeptables Einkommen erzielen. Viele Jahre lang (wirklich viele!) lebte ich in dieser Blase.

Ich bin Staatenlos ewig dankbar dafür, dass es mir buchstäblich die Augen Richtung Selbsständigkeit geöffnet und mich unterstützt hat, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Dazu gehört, darüber nachzudenken, wie man mehrere Probleme wirklich löst, echten Mehrwert schafft und wie man den Unterschied macht – und nicht, wie man eine Gehaltserhöhung aushandelt (was tatsächlich eine Illusion war, da mehr als die Hälfte meines Gehalts vom Lohn abgezogen wurde) und am Ende des Jahres versucht, befördert zu werden.

Deshalb schreibe ich das mit so viel Überzeugung: Heute war es noch nie so einfach und zugänglich, alle Paradigmen zu brechen und das Leben zu führen, das Dir gehört! Es gibt immer einen Weg, Geld zu verdienen, und Du brauchst kein bedrucktes Papier mit Titeln, um ein toller Mensch zu sein! Alles, was ich JAHRELANG auswendig gemerkt und mich bemüht habe zu studieren, war vergebens, und ehrlich gesagt hatte ich nie so viel Lust zu lernen, so viel Motivation und so viel Energie wie heute, nachdem ich meine Bachelorarbeit abgegeben habe!

Ich habe nichts gegen Menschen, die studieren wollen (aus eigener Überzeugung und nicht wegen Gehirnwäsche oder um andere zu überzeugen) – wenn Du denkst, dass das der richtige Weg für Dich ist, dann mach weiter und ich wünsche Dir wirklich alles Gute! Ich möchte nur zeigen, dass dies nicht der einzige (sichere) Weg zum Erfolg ist – tatsächlich ist es je nach Absicht der schlechteste!

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Fichtes Einfluss auf diese Entwicklung ist nicht zu unterschätzen. Sein Verständnis von Bildung als Mittel zur Formung des öffentlichen Geistes und zur Förderung der staatlichen Interessen passt zu der Idee, dass der Staat die Oberhand über die Bildung der Kinder haben sollte. Er argumentierte, dass es wunderbar sei, wenn das „Amt verpflichtend und die Schule verpflichtend“ sei, denn dies garantiere, dass die Kinder in die Schule geschickt werden müssten, damit die Eltern ihrer Arbeit nachgehen und den Anforderungen des Staates genügen könnten (dazu noch brav Steuern zahlen!).

Diese Verschiebung hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Struktur der Familie und die soziale Ordnung. Es schuf eine Situation, in der die Kinder den größten Teil ihres Tages in einer staatlich kontrollierten Umgebung verbrachten, was die staatliche Indoktrination und Sozialisierung erleichterte. Die schulische Erziehung wurde zum Hauptinstrument der Sozialisation, während die Rolle der Familie auf eine sekundäre Funktion reduziert wurde. Das preußische System institutionalisierte nicht nur Bildung, sondern auch eine soziale Ordnung, in der die Familie an den Rand gedrängt wurde.

Die Erkenntnisse daraus dienen als Mahnmal dafür, wie eine zu starke Konzentration der Bildungsmacht beim Staat zu einer Unterminierung der familiären Einflusssphäre und zu einer Einschränkung individueller Freiheiten führt.

Die Behauptung lautet, dass der Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland durch eine kulturell verankerte Gehorsamkeit der Deutschen begünstigt wurde. Diese Perspektive legt nahe, dass der in der deutschen Gesellschaft zu findende Gehorsam und Konformismus, die vermutlich Produkte des preußischen Bildungssystems und gesellschaftlicher Normen sind, einen fruchtbaren Boden für das totalitäre Regime der Nazis bereitet und dessen Blütezeit ermöglicht haben. Deutsche Kulturgeschichte zeigt eine Tendenz zur Verehrung starker Führungspersönlichkeiten („Führerkult“) – leider.

Und natürlich kopierten die anderen Nationen das preußische Modell und das Bildungswesen wurde zu dem, was es heute ist.

In vielen Teilen Deutschlands spielte die Kirche eine traditionelle Rolle, die Gehorsam und Unterordnung unter eine höhere Macht lehrte. Diese religiöse Komponente kann zu einer Mentalität beigetragen haben, die Autorität nicht in Frage stellt und sich somit leichter in ein totalitäres System integrieren lässt.

Religion basiert auf der Tatsache, dass “jemand da oben auf uns aufpasst”, dass “die Dinge geschehen, weil jemand einen Plan für uns hat” – all das nimmt dem Einzelnen die Verantwortung für sein Handeln, nimmt ihm die Initiative, das zu tun, was er will, und – wenn er Mist baut – aus seinen Fehlern zu lernen und sie zu verbessern. Im Gegenteil, die Menschen suchen Vergebung – so wie Menschen, Unternehmen, Banken Vergebung für ihre Fehler suchen und den Staat immer dann um Hilfe bitten, z.B. wenn er Geld druckt und als “Retter” auftritt. Du bist die einzige Person, die Dich vor Dir selbst retten kann und die für das Leben, das Du hast, verantwortlich ist.

Religion und Staat beruhen auf denselben Prinzipien: Du hast “Gott” nie gesehen und der Staat hat keine “Form”. Theoretisch sind beide gleich und spielen mit dem Glauben und der Überzeugung der Menschen – als ob es etwas/jemanden gäbe, der sich um uns kümmert, außer uns selbst.

Kritische Reflexion und ein Appell an die heutigen Eltern

Die Erkenntnis, dass das gegenwärtige Bildungssystem auf einem Fundament erbaut ist, das ursprünglich dazu diente, Untertanen statt freie Bürger zu erziehen, ist beunruhigend. Eltern müssen sich fragen, ob sie ein System unterstützen wollen, das ihre Kinder zu Konformität zwingt und sie daran hindert, zu kritischen und schöpferischen Denkern zu werden.

Es ist eine Sache, ein System zu hinterfragen, und eine andere, es zu ändern. Doch ohne das Hinterfragen wird es nie zu einer Änderung kommen. Kinder sind frei von Vorurteilen, Überzeugungen, furchtlos, von Natur aus neugierig, ohne Hemmungen und ohne Geringschätzung.

Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes die Energie, die Welt zu verändern, weshalb sie immer Superhelden werden wollen, oder Ärzte, um Menschen zu retten, Polizisten, um Menschen zu beschützen, Tierärzte, um sich um Haustiere zu kümmern, und vieles mehr, immer mit dem Ziel, grenzenlose Größe zu erlangen.

Warum geht dieser ganze Spaß irgendwann verloren?

Wir müssen uns von dem Gedanken lösen, dass Schulen nur dazu da sind, Kinder auf das „echte Leben“ vorzubereiten, und anfangen zu glauben, dass sie das „echte Leben“ selbst gestalten können – als informierte, engagierte und freie Menschen. Wenn sie sich für etwas interessieren, wird niemand sie zwingen müssen, früh aufzustehen oder Hausaufgaben zu machen – sie werden von sich selbst überzeugt sein und mehr leisten, als erwartet.

Dieser Artikel soll nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch eine tiefgreifende Diskussion über die Rolle von Bildung entfachen. Es geht darum, die Würde und Freiheit jedes Kindes zu respektieren – ebenso wie wir wollen, dass unsere natürlichen Rechte auf Freiheit und Eigentum respektiert werden.

Die Erziehung, die wir unseren Kindern angedeihen lassen, wird die Grundlage für die Zukunft sein. Mit Stiftungen, die mehr als 200 Jahre alt sind und auf reinster sozialer Ungerechtigkeit beruhen, kann man keine gute Zukunft haben.

Lernen für das Leben oder für die Prüfungen?

In einem System, das stark auf Prüfungen und Noten ausgerichtet ist, erzeugt das Versagen, dass das Lernen auf das Bestehen von Tests reduziert wird, anstatt auf das Verstehen von Konzepten und das Entwickeln von Fähigkeiten, die im Leben außerhalb der Schule von Bedeutung sind. Schüler könnten sich gezwungen sehen, für die Bewertung und nicht für das tatsächliche Wissen oder die persönliche Entwicklung zu lernen.

Zurück zur Frage: Was ist der Zweck der Bildung?

Johann Gottlieb Fichte selbst mag den Grundstein für ein Bildungssystem gelegt haben, das auf Indoktrination ausgerichtet war, doch die zeitgenössische Gesellschaft steht vor der Aufgabe, diese Grundlagen zu hinterfragen. Der Zweck der Bildung sollte sein, junge Menschen auf ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben vorzubereiten, in dem sie ihre Talente entfalten. Es geht darum, Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kreativität und Selbstreflexion zu fördern, anstatt lediglich die Fähigkeit, Informationen zu memorieren und wiederzugeben.

Heutzutage, besonders mit dem Internet, müssen wir nicht unbedingt alles behalten, was wir in der Vergangenheit gelernt haben. Wer muss wirklich die Masse der Sonne wissen? Wer muss in der Physik einen freien Fall auf dem Planeten Saturn berechnen, ohne Reibung und Masse des Objekts zu berücksichtigen? Wer muss alle Zyklen der Pflanzen kennen oder in der Lage sein, das doppelte Integral einer mathematischen Gleichung fünfter Ordnung ohne Taschenrechner zu berechnen, das gesamte Periodensystem der chemischen Elemente auswendig kennen oder alle Bestandteile eines Mitochondriums benennen können?

Wir lernen nicht nur, Informationen zu suchen, sondern auch, die richtigen Fragen zu stellen und zu verstehen, wo und wie wir die benötigten Antworten finden können (je nach Bedarf und Anwendung). Es geht darum, Urteilsvermögen zu entwickeln, um zwischen Wahrheit und Unsinn unterscheiden zu können. Wir lernen, für uns selbst zu sorgen, Unabhängigkeit zu bewahren, mit Konflikten umzugehen und Ruhe zu bewahren. Es ist wichtig, sich klar und ausdrucksstark zu verständigen, sich gesund zu ernähren, auf unseren Körper und Geist zu achten, richtig zu atmen, mit Geld umzugehen und sich für Fehler nicht emotional zu bestrafen. All diese Fähigkeiten helfen uns, zu besseren Menschen zu werden.

…Und das ist keine allgemeine Regel, sondern nur eine andere Meinung – und da jeder seine eigene hat, sollte jeder das Leben leben, das ihm gehört.

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