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Anmerkung vom März 2019: Für das Zypern-Non-Dom System ist mittlerweile die Variante einer  Gründung einer Zypern-Limited zu empfehlen, da es sonst zu starken Verzögerungen kommen kann. Ab März 2019 erhebt Zypern wegen der Einführung einer nationalen solidarischen Gesundheitssystems eine Abgabe von 1,7% (2,65% ab 2020) auf jegliches Einkommen, darunter auch Dividenden, aber gedeckelt auf eine Summe von max. 180.000€. Die Höchstbelastung beträgt damit 3000€ extra, der Zahlende kann sich dafür jedoch auch steuerfrei in Zypern behandeln lassen.

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Geht es um Steuervermeidung durch Auswandern innerhalb der Europäischen Union, dann werden meist zwei Länder besonders gerne angesprochen – Malta und Zypern. Vielen ist bekannt, dass beide Länder ausgesprochene Vorteile bieten. Sie sind nicht nur vollwertige EU-Mitglieder mit Euro als Währung, sondern bieten als südlichste Länder Europas eine hohe Lebensqualität in klimatisch attraktiven Lagen.

 

Während Zypern jedoch einen schlechten Ruf hat und maßlos unterschätzt wird, wird Malta in der Regel zu Unrecht in den Himmel gelobt. Und während Malta eine attraktive Insel bleibt, so haben sich doch die Bedingungen vor Ort die letzten Jahre zunehmend verschlechtert, während sie sich in Zypern immer mehr gebessert haben.

 

Insofern möchte ich in diesem Beitrag eine Lanze für Zypern brechen, das in meinen Augen Malta als Auswanderungsdestination klar überholt hat. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle.

 

Warum Maltas Attraktivität schwindet

Maltas Non-Dom System wirkt für viele auf dem ersten Blick attraktiv, weil es eine komplette Steuerfreiheit vermuten lässt. Auslandseinkommen ist unter der Remittance Base Taxation steuerfrei, sofern es nicht im Inland verwertet wird. Das Problem ist nur, dass eine Verwertung im Inland immer erfolgen muss. So hat jeder Non-Dom zumindest ein kleines Gehalt nach Malta zu zahlen, das er voll mit Steuern und Sozialabgaben belegen muss. Andererseits läuft er stark die Gefahr überprüft zu werden – denn von irgendetwas muss er in Malta ja leben.

Damit fangen die Probleme in Malta aber erst an. Während Malta früher als klassische Steueroase die Führung von Auslandsfirmen ohne weiteres erlaubte, geht die Regierung in den letzten Monaten verstärkt gegen Briefkastenfirmen vor, die aus Malta heraus gemanaged werden. Wie auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz greift zunehmend eine Regelung der effektiven Geschäftsführung, die den Umgang mit Briefkastenfirmen erschweren soll. Diese würden wie eine maltesische Gesellschaft besteuert, wenn ihre Geschäftsführer in Malta sitzen und physisch arbeiten. Dies lässt sich wiederum nur mit Substanz am ausländischen Firmensitz vermeiden.

Man könnte jetzt denken, es sei nicht nachteilig eine maltesische Firma zu besitzen. Das ist schließlich auch die Standard-Lösung, zu der die meisten Leute greifen. Denn Malta besitzt mit 5% scheinbar den effektiv niedrigsten Steuersatz innerhalb der EU. Tatsächlich liegt die Körperschaftssteuer bei 35%, aber in Maltas Imputationssystem greift eine Steuerrückerstattung von 30% nach 2 Wochen. Zumindest auf dem Papier.

 

In den vergangenen Monaten häufen sich die Fälle, dass die maltesischen Behörden mittlerweile über 6 Monate zur Bearbeitung der Steuerrückerstattungen brauchen. In einigen Fällen seien Unternehmern sogar die Erstattung verweigert worden. Mit 35% Körperschaftssteuer entpuppt sich die Steueroase Malta dann schnell als Steuerhölle.

 

In Malta darf die Steuerrückerstattung jedoch nicht an die Firma zurückfließen, sondern wird von einer Drittperson aufgenommen. Sitzt diese als natürliche Person in Malta, so gilt das ganze als Inlandseinkommen und ist in voller Höhe zu versteuern. Deswegen erfordert jede Malta-Lösung eine weitere ausländische Holding, die die Steuerrückerstattung möglichst steuerfrei vereinnahmen kann. Auch hier muss die Struktur sehr sauber aufgesetzt sein, weil es sonst wieder Probleme a la effektiver Geschäftsführung geben kann. In jedem Fall erfordert diese Doppelstruktur ein hohes Maß an Verwaltungskosten. Etliche Monate auf eine Rückerstattung warten zu müssen ist schließlich auch für ein Handelsgewerbe ein maßgeblicher Liquiditätsnachteil.

Ein letzter Punkt ist schließlich die Sache mit dem Mindestaufenthalt in Malta. Offiziell müssen EU-Bürger als Non-Dom auch 183 Tage im Jahr auf der kleinen Insel Malta verbringen. Viele halten sich daran nicht, was in der Vergangenheit auch keine große Komplikationen mit sich brachte. Dennoch ist auch hier zu erwarten, dass zu lange Abwesenheit aus Malta zu Problemen führen könnte. Für ohne Mindestaufenthalt gibt es schließlich das wesentlich aufwändigere Programm für High Net Worth Individuals, das Kauf/Miete eines hochpreisigen Hauses und eine nicht unerhebliche Pauschalsteuer bedeutet. Nur hier gibt es offiziell keinen Mindestaufenthalt.

Während die Lebensqualität in Malta durchaus zunimmt, verschlechtern sich die Bedingungen also zunehmend. Eine Wohnsitzverlagerung nach Malta ist weiterhin attraktiv, wenn man es mit den Bedingungen in seinem Heimatland vergleicht. Dennoch sollte man sich auf einen hohen Kosten- und Verwaltungsaufwand wie auch einer weiterhin vorhandenen Besteuerung einstellen, wenn man sich für die Malta-Lösung entscheidet.

 

Warum Zypern immer attraktiver wird

Immer mehr Blicke richten sich deshalb nach Osten. In der südöstlichsten Ecke des Mittelmeeres liegt die deutlich größere Insel Zypern, die von Malta etwa mit einem Emirates-Direktflug auf halbem Weg nach Dubai erreichbar ist. Zypern hat wegen seiner Größe deutlich mehr zu bieten – hat aber ein großes Image-Problem.

Zum einen ist vielen die geografische Lage der Insel, nur 100k von Türkei und Syrien entfernt, ein Dorn im Auge. Dass es in Zypern jedoch quasi keine syrischen Flüchtlinge gibt, beachten die wenigsten. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten hat Zypern noch volle Souveränität über seine Außengrenzen.

Das schließt auch die Grenze zum nördlichen Teil der Insel ein. Zypern ist seit der Invasion türkischer Truppen 1973 zweigeteilt. Während die Republik Zypern seit 2002 in der Europäischen Union ist, ist der Türkische Norden nicht existent, da lediglich von der Türkei als vollwertiger Staat anerkannt. Dass dies nicht nur Nachteile hat, sehen wir weiter unten.

Was viele nicht wissen: Zypern besteht nicht nur aus 2, sondern aus 4 komplett autonomen Gebieten. Auf dem Territorium der Insel bestehen auch noch die 2 komplett autonomen britischen Militärbasen Akrotiri und Dhekelia. Schließlich war Zypern einst britische Kolonie – die guten englischen Sprachkenntnisse der Bewohner und Linksverkehr zeugen auch heute noch davon. Griechisch muss man also kaum lernen.

In jüngster Zeit noch mehr in Verruf geraten ist Zypern aber sicherlich durch seine Probleme in der Wirtschafts- und Finanzkrise. 2013 wurden etliche Bankkunden in Zypern enteignet, um die angeschlagenen Banken zu retten. Über diesen Thema wollen wir in diesem Beitrag nicht eingehen. Dennoch gilt es hier zu erwähnen, dass Zypern bereits sämtliche Enteignete voll entschädigt hat. Es wurden Unternehmensanteile im Wert der enteigneten Summen vergeben, ab einer halben Million Verlust gab es gar die sonst 5x so teure zypriotische Staatsbürgerschaft obendrauf. Für viele der Russen auf der Insel ein lukratives Geschäft.

Und während die Banken heute wieder hinreichend stabil sind, besteht keinerlei Notwendigkeit sein Geld auch tatsächlich in Zypern zu bunkern. Im Sinne einer ausgereiften Flaggentheorie sollte man seine Konten ohnehin vom Wohnsitzland trennen.

 

Auswirkungen hatt die Bankenkrise natürlich auf den Wohlstand Zyperns, der merklich einbrach. Die Löhne halbierten sich und die Arbeitslosigkeit stieg rasant. Keine 4 Jahre später ist Zypern jedoch schon wieder auf dem Aufmarsch, die Löhne sind über Vorkrisen-Niveau und das Land hat das höchste Wirtschaftswachstum innerhalb Europas.

 

Maßgeblich zu verdanken ist dies dem strategisch klugen Schachzug der Regierung, Zypern nicht nur attraktiv für russisches Schwarzgeld zu machen, sondern eher den Fokus auf das Wohnsitz- und Firmenland Zypern zu legen. Durch die Einführung eines attraktiven Sonderprogramms für ausländische Investoren wurde so der Grundstein gelegt, das nicht nur Kapital, sondern auch kluge Köpfe ihren Weg ins Land finden. Dieses Sonderprogramm nennt sich Zypern-Non-Dom, hat mit klassischen Non-Dom-Systemen wie in Malta und Irland jedoch wenig zu tun. Und wurde in den letzten Wochen nochmals maßgeblich verbessert.

 

Zypern bisher: Non-Dom klassisch

Auch bisher konnte man sagen, dass eine Wohnsitzverlagerung nach Zypern eine sehr gute Entscheidung war. Die zypriotische Regierung hatte ihr Sonderprogramm geschickt gestaltet, um Nachteile trotz Gewährung vieler Vorteile zu vermeiden. Dazu gehört maßgeblich etwa, das Zypern weiterhin im EU-Kontext nicht als Niedrigsteuerland gilt.

Praktisch kann man steuerfrei in Zypern leben, effektiv sind die Steuern jedoch bis zu 35% und damit ähnlich den meisten EU-Ländern. Die Definition “Niedrigsteuerland” im Wohnsitzkontext wurde so vermieden, da nur die Einkommenssteuerhöhe, nicht die Steuerfreibeträge oder andere Steuern relevant sind. So hat die EU mittlerweile offiziell ihren Segen zum Programm Zyperns gegeben, während Malta mit Non-Dom-System und Steuerrückerstattung immer mehr in die Schusslinie gerät.

Unter Zyperns Sonderprogramm gibt es komplette Steuerfreiheit auf Dividenden und Zinserträge aus dem In- und Ausland – ungeachtet ob sie ins Inland überwiesen werden oder nicht. Diese Steuerfreiheit wurde jüngst auch auf privater Ebene auf Kursgewinne ausgeweitet, was das Land noch mehr als vorher zu einem Eldorado für Trader und Spekulanten macht. Denn mittlerweile, siehe unten zum Easy-Non-Dom, ist eine Zypern-Kapitalgesellschaft keine zwingende Voraussetzung mehr.

Bisher konnten die Steuervorteile jedoch nur durch die Gründung einer Zypern-Firma in Anspruch genommen werden. Diese musste nicht aktiv in Erscheinung treten, hatte jedoch mit ca. 6000€ in der Gründung und 4000€ ab dem zweiten Jahr relativ hohe Kosten. Die Besteuerung beträgt 12,5% des Gewinnes und ist damit auf den ersten Blick unattraktiver als Malta. Dass es hier dennoch Möglichkeiten gibt sei unten näher vorgestellt.

Um Zyperns Sonderprogramm auszunutzen musste man jedoch seinen Wohnsitz nach Zypern vollständig zu verlagern. Neben Kauf/Miete einer ganzjährigen Wohnung war insbesondere ein 6-monatiger Mindestaufenthalt ähnlich Malta Voraussetzung, auch wenn dieser auch hier nicht streng durchgesetzt wurde. Dennoch gibt es hier im Gegensatz zu Malta nun deutlich mehr Rechtssicherheit. Die zypriotische Regierung hat nämlich erkannt, dass eine solche Halbjahreslebung in unserer mobilen Welt mittlerweile unrealistisch ist. Der Mindestaufenthalt beträgt neuerdings nur noch 2 Monate und ist damit sehr überschaubar geworden.

Wer also ganzjährig eine Wohnung in Zypern unterhält und dort 2 Monate während eines Jahres wohnt, kann die Steuervorteile Zyperns voll ausnutzen. In der bisherigen Gestaltung des klassischen Programmes sah dies so aus, dass eine in- oder ausländische Kapitalgesellschaft das Geschäft durchführte und am Firmensitz versteuerte (oder auch nicht). Diese Gesellschaft zahlte ein Gehalt von 19.500€ aus. Denn obwohl Zypern weiterhin Einkommenssteuer erhebt, greift diese erst über dem Freibetrag dieser Höhe. Auf dieses Gehalt sind lediglich Sozialversicherungsabgaben in Höhe von 14,8% zu zahlen – ins beste Sozialsystem Europas. Das Gehalt könnte man auch deutlich niedriger ansetzen – und entsprechend weniger Abgaben zahlen.

Das restliche Geld konnte man sich gerade aus Offshore-Ländern sehr flexibel regelmäßig als Dividende nach Zypern ausschütten. Denn da Offshore-Länder keine Buchhaltungspflichten haben, kann man jede Zahlung als Dividende deklarieren und jederzeit nach Zypern fließen lassen. Ungleich Malta hat Zypern überhaupt keine Probleme mit Auslandsfirmen, selbst wenn sie aus Zypern gemanaged werden.

 

Im Endeffekt war es also selbst bei der klassischen Gestaltung so, dass man auf privater Ebene lediglich Sozialabgaben in sehr begrenzter Höhe bezahlte. Unter Umständen kam, sofern die Zypern-Limited verwendet wurde, noch die 12,5% Körperschaftssteuer auf den stark senkbaren Gewinn zu – und natürlich die nicht unerheblichen Firmenkosten.

 

Zypern heute: Simply-Non-Dom

Das Wohnsitzprogramm in Zypern war demnach schon immer attraktiv, schreckte gerade kleinere Unternehmer wegen den hohen Kosten für eine Zypern-Gesellschaft eher ab. Daher entschloss sich die Zypern-Regierung nach ihren guten Erfahrungen das Programm noch weiter zu vereinfachen und neue Einwohnerschichten anzulocken. Dafür wurde nicht nur der Mindestaufenthalt von 6 auf 2 Monate reduziert, sondern auch neue Möglichkeiten der Inanspruchnahme der Steuervorteile geschaffen.

So ist mittlerweile keine Gründung einer Kapitalgesellschaft auf Zypern dafür nötig. Stattdessen reicht es aus entweder ein Gewerbe auf Zypern zu registrieren oder sich als halbwegs vermögende Privatperson anzumelden.

Ein Gewerbe zu registrieren ist insbesondere wegen der geringen Kosten interessant. Für einmalig knapp 1000€ kann man so die Steuervorteile nutzen – ohne das Gewerbe zu nutzen. Das Gewerbe besteht rein zu dem Zweck ein Minimum an Sozialabgaben – nämlich 14,8% auf ein Minimum von ca. 8500€ abzuführen. Es anders zu verwenden wäre auch unklug, da schließlich ein Einkommen über dem Steuerfreibetrag von 19.500€ einer progressiven Steuer bis zu 35% unterliegt. Auch hier, das sei an dieser Stelle gesagt, ist jedoch eine 50%-Befreiung auf 5 Jahre möglich, um neben Unternehmern auch gut verdienende Angestellte anzulocken. Diese Regelung wird vermutlich auf 10 Jahre ausgeweitet.

Der Unternehmer jedoch benutzt sein Gewerbe gar nicht, sondern jede beliebige Auslandsfirma weltweit mit den Konditionen vor Ort. Seine Gewinnausschüttungen vereinnahmt er komplett steuerfrei in Zypern. Schließlich muss er sich an keine Außensteuergesetze halten, weil es keine gibt. So kann er nicht nur die Steuern einer zypriotischen Limited vermeiden, sondern schreckt mit der eher schlechten Reputation auch keine Kunden ab.

Eine Alternative, insbesondere für vermögende Privatpersonen und Trader, besteht zudem nun darin, einfach ein gewisses Einkommen nachzuweisen. Unter diesem Programm ist es auch noch möglich neben Steuern sämtliche Sozialbeiträge in Zypern zu vermeiden. Nachgewiesen muss lediglich eine gültige Krankenversicherung bei Antragstellung. Voraussetzungen dafür sind ein Mindesteinkommen von etwa 6000€ monatlich nachgewiesen durch Kontenauszüge der letzten 3-6 Monate. Dieses Mindesteinkommen kann sich auch aus Dividenden aus Offshore-Unternehmen ergeben und ist damit für gut verdienende Unternehmer die vermutlich beste Zypern-Variante.

Noch einmal im Überblick zu den Anforderungen und Kosten. Um einen Wohnsitz als EU-Bürger in Zypern zu nehmen muss man lediglich eine simple Anforderung erfüllen.

  • Miete einer Wohnung/Kauf eines Hauses ohne Mindestmiete/-preis

Anschließend bieten sich die 3 Varianten “Zypern Klassisch” (Gründung einer Zypern-Limited), “Zypern Easy-Non-Dom” (Registrierung eines Gewerbes) und “Zypern HNWI” (Nachweis eines Einkommens von min. 6000€).

Das klassische Programm erfordert die einmalige Gründung einer Zypern-Firma für etwa 2650€. Hinzu kommen jährliche Verwaltungs- und Buchhaltungsgebühren sowie eine Abgabe an die Regierung von 2100€. Die Begleitung bei der Beantragung des Wohnsitzes kostet etwa 500€. Insgesamt bekommt man also für knapp 5000€ (alle Preise ohne Mwst) eine vollwertige EU-weit anerkannte Zypern-Kapitalgesellschaft mit Umsatzsteuernummer und einen steuerfreien Wohnsitz.

Wie auch in Variante 2 sind hier 2 monatliche Sozialbeiträge vorab abzuführen (ca. Je 120€). Variante 2 erfordert statt dem Zypern-Unternehmen jedoch nur eine Gewerbe-Anmeldung. Diese lässt sich bereits für 1250€ im Komplettpaket mit der Wohnsitznahme durchführen. Jährliche Kosten bezüglich Steuerberatung und Abführung der Sozialversicherungsbeiträge kosten etwa 1000€.

Abschließend für viele Unternehmer und vor allem auch Investoren am interessantesten ist Variante 3. Hier muss lediglich ein Einkommen von über 6000€ in den letzten 3 bis 6 Monaten nachgewiesen werden. Die Komplettanmeldung für HWNIs kostet dann ca. 1500€, die jährlichen Gebühren für Steuerberatung liegen bei 600€. Die Sozialversicherungsbeiträge entfallen in diesem Modell. Dennoch kann es sich unter Umständen dennoch lohnen ganz bewusst Variante 1 oder 2 wegen der Sozialversicherung zu wählen.

 

Sozialversicherung in Zypern

Denn Zypern hat eines der besten Sozialversicherungssysteme der Welt. Inbesondere im EU-Kontext sind die Boni trotz geringer Einzahlungen üppig. Da Sozialversicherungsabkommen mit der EU und weiteren Staaten bestehen, wird eine spätere Rückkehr etwa nach Deutschland oder Österreich sehr erleichtet. So erwirbt man in Zypern etwa 3x so viele Rentenpunkte mit den gleichen Beiträgen wie in Deutschland. Ausführliche Informationen dazu finden sich auf dieser und dieser Webseite. Im Folgenden nur die Grundlagen.

Das Recht auf eine kostenfreie staatliche Krankenversicherung ist in Zypern abhängig von der Höhe des Einkommens. Die Gesundheitsversorgung wird kostenlos angeboten für Regierungsangestellte, Einzelpersonen deren jährliches Einkommen 15.377,41 Euro nicht überschreitet und Familien mit einem jährliches Einkommen von bis zu 30.754,82 Euro (Freibetrag pro Kind: 1.708,60 Euro). Außerdem ist die Versorgung für Familien mit drei und mehr Kindern und für Personen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen kostenfrei. Ein ermäßigter Beitrag wird für kinderlose Paare bei einem Jahreseinkommen zwischen 15.377,41 Euro und 20.503,22 Euro und Familien mit einem Jahreseinkommen zwischen 30.754,83 € und 37.589,23 € (zzgl. des Freibetrages von 1.708,60 € pro Kind) angeboten.

Personen, die nicht unter die vorgenannten Kategorien fallen, können die vom Staat zur Verfügung gestellte Gesundheitsversorgung gegen einen entsprechenden monatlichen Beitrag in Anspruch nehmen.
Des Weiteren ist jegliche gesundheitlich notwendige Versorgung in den Unfall- und Erste-Hilfe Stationen kostenfrei, unabhängig von der finanziellen Situation des Patienten und unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit (einschließlich Besucher). Eventuell anfallende stationäre Behandlungen und/oder eine nachfolgende Pflege sind wiederum kostenpflichtig.

Die staatliche Gesundheitsversorgung wird über das allgemeine Steuersystem finanziert.Die private medizinische Versorgung wird hauptsächlich durch eine große Anzahl von Privatpraxen und Krankenhäuser gewährleistet. Die Monatsbeiträge zur Privaten Krankenversicherung liegen deutlich unter dem EU-Durchschnitt, so beträgt der monatliche Beitrag für eine Private Krankenversicherung mit internationaler Geltung für einen 43-jährigen Mann bei ca. 50,00 Euro (Stationär, Einzimmernutzung, Chefarzt).

Auf Zypern gibt es ein vom Verdienst abhängiges Sozialversicherungssystem, das für jeden Erwerbstätigen verpflichtend gilt, unabhängig davon, ob es sich um abhängiges Arbeitsverhältnis oder um eine selbständige Tätigkeit handelt. Zu den Erwerbstätigen zählen auch die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst und Auszubildende.
Eine freiwillige Versicherung ist erst nach einer vorgeschriebenen Zeit der Pflichtversicherung möglich, wenn der/die Betreffende dies wünscht oder er/sie im Ausland für einen zyprischen Arbeitgeber tätig ist.

Die Versorgung wird durch Beiträge finanziert, die vom Versicherten selbst, dem Arbeitgeber und dem Staat zu leisten sind. Bei einem abhängig Beschäftigten liegt der Beitragssatz derzeit bei 17,9 % des Verdienstes. Es werden jeweils 6,8 % vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt sowie 4,3 % vom Staat übernommen (Änderungen vorbehalten). Im Falle von Selbständigkeit gilt ein Beitragssatz von 16,9 % des angegebenen voraussichtlichen Einkommens. Dabei sind 12,6 % vom Selbständigen zu tragen und 4,3 % vom Staat. Freiwillig Versicherte haben einen Beitragssatz von 14,8 % auf den voraussichtlichen Verdienst, wobei 11 % vom freiwillig Versicherten zu zahlen sind und 3,8 % vom Staat übernommen werden.

 

Zypern-Firma & Steueroptimierung

Unter gewissen Umständen kann es Sinn machen weiterhin die klassische Variante in Verbindung mit einer Zypern-Limited zu fahren. So handelt es sich schließlich um eine voll anerkannte EU-Gesellschaft, die in den Mitgliedsstaaten nicht diskriminiert werden darf. Die eher schlechte Reputation im Kundengeschäft sorgt hingegen zu Vorteilen wie sehr schwieriger Abmahnbarkeit und so weiter.

Auf dem Papier zahlt eine Zypern-Firma 12,5% Körperschaftssteuer und ist damit gar nicht so attraktiv. Letztlich lässt sich mit einer Zypern-Firma der Gewinn sogar noch unter dem Maltas senken. Dabei handelt es sich nicht um die sogenannte IP-Box, bei der Gewinne aus großzügig definiertem Eigentum nur mit 2,5% besteuert werden. Diese Regleunf wurde im Zuge der EU-BEPS-Gesetzgebung abgeschafft.

Stattdessen ist es weit verbreitete und auch von den zypriotischen Steuerbehörden genehmigte Praxis bis zu 70% des Vorsteuergewinns über Rechnungen an eine Offshore-Gesellschaft, etwa in Dubai, abzuzuweigen. Diese nimmt das Geld steuerfrei ein und schüttet es der Privatperson steuerfrei als Dividende aus. Effektiv beträgt die Besteuerung einer Zypern-Firma also nur 0,3×12,5 gleich 3,75%.

Diese 3,75% sind auf einem Gewinn zu zahlen, der noch durch zahlreiche Deduktionen drückbar ist. Die steuerfreien 19.500€ Gehalt eingerechnet ist die Absetz-Gesetzgebung noch wesentlich liberaler als in Deutschland. Und schließlich gibt es ohnehin nur 2 ganze Steuerprüfer auf der Insel.

Damit eine Zypern-Firma im EU-Kontext Geschäfte treiben kann, braucht sie eine Betriebsstätte. Das Büro kann jedoch immer auch eine Privatwohnung sein. Und selbstverständlich kann auch diese Privatwohnung, selbst wenn es eine teure Villa ist, von der Steuer abgesetzt werden. Im Endeffekt werden in einer gut beratenen Zypern-Limited also kaum Steuern fällig.

Freilich muss man eine zypriotische Kapitalgesellschaft nicht einmal operativ nutzen. Auch als Holding ist eine Zypern-GmbH optimal. Schließlich genießt eine Muttergesellschaft in Zypern etwa das Holdingprivileg, sprich sämtliche Verkäufe von Tochtergesellschaften sind steuerfrei. Zudem ist Zypern das einzige Land der EU, das auch keine Quellensteuer beim Gewinnfluss an Offshore-Jurisdiktionen erhebt. Viele Doppelbesteuerungsabkommen, auch mit Hochsteuerländern, senken hingegen die Quellensteuer. Als EU-Land genießt Zypern zudem alle Vorteile der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie.

Was heißt das in der Praxis? Viele deutsche und österreichische Unternehmer haben Probleme ihre Länder zu verlassen, weil sonst die Wegzugsbesteuerung auf die Anteile ihres Firmenwertes greift. Mit einer Wohnsitzverlagerung in ein EU-Land wie Zypern, das auch nicht als Niedrigsteuerland gilt, wird die Wegzugssteuer jedoch gestundet. Hätten Unternehmer jedoch noch direkte Beteiligungen an deutschen Kapitalgesellschaften, würde ihnen das auch mit Zypern-Wohnsitz wenig nutzen. Schließlich ist das Gehalt aus deutschen Gmbhs weiterhin in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. Ebenfalls greift die Quellensteuer als Abgeltungssteuer auf deutsche Gewinnflüsse ins Ausland. Statt über 26,3% wird diese Steuer dank Doppelbesteuerungsabkommen immerhin auf 15% reduziert, während in Zypern Dividenden ja steuerfrei sind.

Dennoch könnte ein Unternehmer die Gewinne aus deutschen Kapitalgesellschaften komplett steuerfrei vereinnahmen. Dies gelingt, indem eine zypriotische Holding die Anteile anderer europäischer Kapitalgesellschaften verwaltet. Dies stellt natürlich ein Problem dar, wenn diese Struktur nicht von Anfang an richtig aufgesetzt wird, da sonst ein steuerbarer Verkauf nötig ist. Unter Umständen gibt es aber auch hier steuerrechtliche Verfahren zur steuerneutralen Verschmelzung.

 

Sowohl operativ als auch als Mutterfirma ist eine Zypern-Gesellschaft also eine echte Alternative. Langfristig gilt es noch zu sagen, dass Zypern natürlich selbst keine Wegzugsbesteuerung kennt. Man kann jederzeit das steuerfrei erworbene Geld in seine Heimatländer bringen und zum Beispiel in Immobilien investieren. Wer jedoch einmal die Steuervorteile Zyperns genossen hat, wird sie kaum noch verlieren wollen.

 

Der Vorteil Nordzypern

Zyperns Vorteile enden nicht an der EU-Außengrenze. Die Türkische Republik Nordzypern ist ein nicht anerkannter Staat, bietet aber dennoch viele Möglichkeiten. Eine dicke Mauer mag den Südteil vom Nordteil trennen, doch die ökonomische und kulturelle Integration ist bereits sehr groß. So kann tendenziell jeder den Südteil ohne Grenzkontrollen im Süden verlassen und in den Norden einreisen.

Das eröffnet Chancen für alle, denen selbst die 60 Tage Mindestaufenthalt zu viel sind. Schließlich könnte man nach Nordzypern reisen, ohne jemals das Gebiet der Republik Zypern offiziell verlassen zu haben. Wenn man nun über die Türkei aus- und wieder einreist, ist man offiziell nie weg gewesen. Denn statt einem Stempel in den Pass kann man an der Nordgrenze lediglich einen Stempel auf einen Stück Papier bekommen.

Ähnliche Vorteile ergeben sich mit Bank-Konten. Selbstverständlich unterhalten alle zypriotischen Banken auch Zweigstellen im nordlichen Teil der Insel. Der hat im übrigen die zypriotische Non-Dom-Gesetzgebung weitgehend übernommen. Da Nordzypern jedoch kein anerkannter Staat ist, kann er auch an sämtlichen Abkommen weltweit nicht mitwirken. Das gilt auch für solch Sachen wie dem Automatischen Informationsaustausch. Kundengelder im Norden Zyperns sind also, obwohl sie auf südzypriotischen Banken angelegt sind, in der Regel völlig austauschfrei.

Langfristig wird der Status Nordzyperns wohl ein Provisorium bleiben – im gegenseitigen Interesse. Beide Landesteile leben sehr gut voneinander – viel besser, als wenn sie vereinigt wären. Eine Wiedervereinigung, so sehr sie bemüht wird auf internationaler Ebene, ist im Moment auszuschließen. Eine erneute Invasion, nicht nur dank britischer und amerikanischer Militärbasen ebenfalls.

 

Wie auch Du bald in Zypern steuerfrei lebst

Wie man unschwer erkennen kann bietet Zypern viele Vorteile gegenüber anderen Steueroasen wie Malta. Man kann in Zypern nicht nur am gleichen Tag Ski fahren und Baden gehen, sondern auch wesentlich preiswerter leben und dennoch sehr viel mehr Steuern sparen.

Klare Bedingungen wie ein Mindestaufenthalt von 2 Monaten auf der Insel und ein von der EU offiziell genehmigtes Programm von 17 Jahren Dauer sorgen für deutlich mehr Rechtssicherheit als gegenwärtig in Malta, wo die Probleme in verschiedensten Bereichen immer weiter zunehmen. Dass man dabei noch sehr viel weniger Steuern zahlt und niedrigere Kosten hat ist ein netter Bonus. Schlussendlich ist Zypern jedoch auch ein Land, dessen Lebensqualität stark unterschätzt wird. Eine Lebensqualität hoch genug, um zumindest 2 Monate in diesem Paradies im Mittelmeer auszuhalten. Ob im Sommer oder Winter – auch das Klima bleibt immer gut.

 

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