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Kürzlich hat sich Staatenlos für eine E-Residency in Estland beworben. Zweimal beworben. Oder eigentlich gar nicht beworben.

Das erste Mal stimmte das Passfoto nicht und wurde sogleich abgelehnt. Das zweite Mal passte alles, aber der Server der estnischen Regierung versagte beim Abschicken des Formulars.

Dies ließ mich zweifeln:

 

Ist Estlands E-Residency nur ein cleverer Marketing-Schachzug um das Land auf die globale Bühne zu bringen?

 

Dafür könnte sprechen, dass die vielfältigen versprochenen Vorteile einer E-Residency noch weitgehend Makulatur sind. Man kann etwa noch kein Konto eröffnen – was aber eher an EU-Richtlinien zur Geldwäsche liegt. Zumindest kann man wohl mittlerweile bereits sein Unternehmen online anmelden – und auch die Buchhaltung online einreichen. Kein lästiger Papierkram zum Jahreabschluss also mehr.

Hypes stehe ich allgemein immer skeptisch gegenüber. Um die E-Residency in Estland ist ein solcher Hype entbrannt. Ob die estnische Regierungen ihr Versprechen hält und die Karte noch brauchbarer macht, muss die Zukunft zeigen. Zumindest lässt sich bei den Erwerbskosten der Karte von 50€ nicht erwarten, dass das Programm zur Aufbesserung der Staatskasse benutzt wird.

Das hat Estland nämlich auch gar nicht nötig. Aller eventueller Skepsis zur E-Residency zum Trotz ist es bereits jetzt eines der besten Länder in Europa zum Geschäfte machen. Und insbesondere für Start-Ups bietet das Land einen massiven Wettbewerbsvorteil…

Estland ist einer der Staaten des Baltikums, seit 11 Jahren EU-Mitglied und glänzt mit seiner wirtschaftlichen Entwicklung. Dies liegt insbesondere an einem innovativen Tech-Sektor und einer sehr digitalfreundlichen Regierung, die nebenbei nur die geringsten Schulden in ganz Europa verursacht hat.
Skype zum Beispiel kommt aus Estland – und mit ihm eine steigende Zahl von Start-Ups, die die ausgezeichnete digitale Infrastruktur entsprechend ausnutzen.

Hält das e-residency-Programm, was es verspricht, so könnten es bald sehr viel mehr sein. Mithilfe einer sicheren digitalen Identität können globale Online-Unternehmer Geschäfte rechtssicher abschließen, Dokumente verifizieren und womöglich Dienstleistungen des Landes remote nützen. Neben der Anmeldung von Unternehmen und der Eröffnung von Konten sind so auch die Steuern einfach online zu bezahlen.

 

Diese sind mit einer Flat Tax von 20% bereits relativ hoch – doch gibt es eine spezielle Regelung, von der vor allem Start-Ups profitieren können.

 

Warum Start-Up Träume in Estland wahr werden

Der Grund: „Latente Steuern“ (Wikipedia)

Wer sich für die genaue Definition begeistern kann, mag es gerne recherchieren. Einstweilen genügt, dass Du nun schon mal davon gehört hast.

Bist Du vielleicht Start-up-Unternehmer? Was ist eines der größten Erfordernisse zum Geschäftserfolg?

Man mag mir zu Recht fehlende Erfahrung mit Unternehmen vorwerfen, aber wie Wettbewerb funktioniert weiß ich auch. Gerade junge Unternehmen brauchen Kapital – und alles was den Kapitalaufbau begünstigt ist ein unbestreitbarer Wettbewerbsvorteil.

Estland sorgt in genau zwei Aspekten für diesen Wettbewerbsvorteil: Steuerfreiheit auf Re-Investment und & Reputation

Erstens zahlen in Estland angemeldete Unternehmen keine Unternehmens-Steuern auf Gewinne, die in das Unternehmen reinvestiert werden. Das heißt, Du kannst im Alltag problemlos immer wieder reinvestieren damit Deine Unternehmung weiter durchstarten kann – ohne dass die vielleicht noch kleinen Gewinne noch weiter verringert werden. Lediglich Gewinnausschüttungen werden 21% flat besteuert – plus einige weitere seltsame Praktiken wie die Besteuerung von Geschäftsgeschenken usw. Dank Doppelbesteuerungsabkommen und Co. kann man jedoch auch die eigene Besteuerung minimieren – wenn man denn überhaupt steuerpflichtig in Estland wird, weil man seinen Start-Up als Perpetual Traveler führt.

Alleine ist dieser Fakt natürlich nicht sonderlich herausstechend. Schließlich kommst du in den manchen Offshore-Destinationen völlig um sämtliche Steuern herum. Doch diese eignen sich eben nicht für jeden.

Insbesondere kapitalintensive Start-Ups haben andere Anforderungen als ein Online-Lifestyle-Business. Ihnen kann nicht egal sein, in welcher Banananrepublik ihr Unternehmen angemeldet ist. Sie brauchen Kapital – und das kriegen sie durch staatliche Förderung, private Investoren, skeptische Banken und zahlungskräftige Kunden.

 

Doch würdest Du in ein Unternehmen investieren, dass in Liberia oder Haiti sitzt?

 

Ich schätze nicht.

Im übrigens sehr erfolgreichen ersten Online-Hangout am vorletzten Donnerstag sprachen einige Teilnehmer genau dieses Thema an. Wo machen Geschäftspartner keine Probleme, wenn die Gesellschaft im Ausland sitzt? Selbst Hong-Kong scheint da schwierig zu sein – und ist entsprechend teuer…

 

Zweitens ist also Estland wegen seiner Reputation eine so gute Wahl. Dein Unternehmen wäre in der EU angemeldet, was die üblichen Einschränkungen, aber auch Vorteile bedeutet..

 

Würdest Du lieber in Estland als in Liberia in ein Unternehmen investieren?

 

Ich schätze ja. Estland hat einen guten Ruf und ist allseits bekannt – gerade auch für junge Tech Start-ups. Ist Deiner vielleicht der nächste dort?

 

Wie Du in Estland ein Unternehmen startest

Der Prozess zur Gründung in Estland ist relativ einfach – und wird sich durch E-Residency zukünftig hoffentlich noch mehr vereinfachen.

Du musst lediglich 2500€ an Kapital einzahlen um eine private „Limited Company“zu gründen. Bei der effizienten estnischen Administration ist das Unternehmen schnell eröffnet. Laut dem Ease of Doing Business-Ranking kann man den Prozess in 5 Tagen mit Kosten von 140€ (normal) oder 180€ (beschleunigt) abschließen. Ein Freund erzählte mir privat, dass das Ganze noch wesentlich schneller ginge: in einer Stunde hätte man sein Unternehmen angemeldet…

Dann kannst Du mit Deinem Start-Up voll durchstarten! Dein Kapital vermehrt sich viel rascher als im Rest Europas (wo Du teils saftige Steuern auf Re-Investment zahlst), während Du immer noch die Vorzüge von guten Kapital-Aufnahme-Konditionen hast.

 

Begeisternd oder? Wäre dies eine Möglichkeit für Dein Unternehmen oder warum eher nicht?

 

Für mich selbst ist Estland eher keine Option, weil ich weder auf EU-Marktzugang noch Kapitalaufnahme oder ein gutes Image angewiesen bin. Ein Offshore-Blog darf auch heutzutage noch offshore gehen – doch eine E-Residency zu haben könnte einige Chancen eröffnen. Daher werde ich sicher noch die Motivation finden mich erneut zu bewerben – großen Schaden hat man damit schließlich nicht.

Bald wird es daher noch mehr Informationen zur Gründung in Estland geben, einschließlich Interviews zur E-Residency. Denn wer weiß was alles noch so auf uns zukommt…

 

Hast Du bereits eine E-Residency? Oder denkst Du über eine Bewerbung nach? Würdest Du als Start-Up-Gründer Estland eine Chance geben?

 

 

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