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Die berüchtigte 183-Tage-Regel

In der Regel besagt die 183-Tage-Regel, dass Du in dem Land, in dem Du wohnst, Steuern zahlen musst, wenn Du mehr als die Hälfte des Jahres dort verbringst. Die Anforderung variiert von Land zu Land, aber das gängigste Modell basiert auf einem Zeitraum von 12 Monaten. Daher wird bei diesem Kriterium ein Zeitraum von 183 Tagen zugrunde gelegt.

Allerdings halten sich nicht alle Länder an die 183-Tage-Regel. Es gibt Ausnahmen, die berücksichtigt werden müssen, nämlich Länder, die eine längere Frist für die Steuerpflicht vorsehen. Andererseits gibt es Länder, in denen Du in viel kürzerer Zeit steuerlich ansässig werden kannst. Mit beiden Arten von Ländern wollen wir uns heute beschäftigen.

Umstände der steuerlichen Ansässigkeit aus Sicht des Auswanderers

„Aber warum sollte ich schnell Steuerpflichtiger werden wollen? Je länger die steuerfreie Zeit, desto besser, oder?“

Tja, es kommt darauf an.

In vielen Fällen kann sich eine schnelle steuerliche Ansässigkeit auszahlen, da die Vorteile durch den Wohnsitz aus verschiedenen Gründen erwünscht sind. Vielleicht hast du genug von den 42% Einkommenssteuer, den 19% Mehrwertsteuer, den 39% Sozialausgaben und den 25% Zinsen auf deine Investitionen? Oder Du willst einfach die Vorteile eines Doppelbesteuerungsabkommens in Anspruch nehmen. Dann kannst Du mit einem Steuersitz die von dir zu zahlenden Quellensteuern reduzieren oder sogar ganz abschaffen.

Denk daran, dass Du für fast alles, was Du tun wirst (ein Unternehmen registrieren, ein Bankkonto eröffnen, Dich in einem Fitnessstudio anmelden), Deine „Adresse nachweisen“ musst. Als Perpetual Traveler ist es wichtig, dass Du eine Adresse hast, die Du auf diese Zeilen schreiben kannst (und dass sie auf Deinen Namen lautet!). Dazu braucht es zwar (noch) nicht zwingend einen Steuerwohnsitz, aber dieser ist natürlich erwünscht.

Vergessen wir nicht die Abmeldung! Dein endgültiger Ausstieg ist manchmal ein recht einfacher Prozess. In Deutschland brauchst Du die Abmeldung Deinem Finanzamt mitteilen. Erledigst Du die Abmeldung vor Ort, verlässt Du bereits das Bürgeramt mit einer Abmeldebestätigung in der Hand. Falls Du Dich auf die Fragen des Sachbearbeiters vorbereiten willst, wirf einen Blick auf diesen Artikel. In anderen Ländern, etwa wenn Du Spanien oder England verlässt, musst du aber eine steuerliche Ansässigkeit nachweisen – und dafür willst du vielleicht nicht unbedingt 6 Monate warten.

Genaueres zum Steuerwohnsitz kannst du auch in diesem Video heraushören:

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Umstände der steuerlichen Ansässigkeit aus Sicht der Gerichtsbarkeit

Es ist zu betonen, dass die Anzahl der Tage nicht der einzige Faktor ist, um eine steuerliche Ansässigkeit auszulösen. Viele Länder berücksichtigen, ob Dein neuer Wohnsitz tatsächlich Dein Lebensmittelpunkt ist – ob Du eine starke Bindung zu diesem Land hast.

Es hilft nicht viel, einfach das Heimatland zu verlassen. Weißt Du, diese Wohnung, zu der Du immer noch den Schlüssel hast? Die Regierung sieht sie immer noch als Dein Lebensmittelpunkt. Dasselbe gilt, wenn deine Familie (z. B. Frau und unterhaltsberechtigte Kinder) noch da lebt.

Um wirklich den steuerlichen Wohnsitz zu wechseln, musst Du neben der Dauer des Aufenthalts auch nachweisen, dass Dein neues Land der Lebensmittelpunkt für Dich ist. Du willst so weit wie möglich vermeiden, dass Dein Herkunftsland Dich noch als Einwohner betrachtet.

Das sind die Länder, in denen man am schnellsten die steuerliche Ansässigkeit bekommen kann

Diese Länder gelten als die „schnellsten“, um einen tatsächlichen Steuerwohnsitz zu bekommen. In diesen Ländern dauert es zwischen 60 und 120 Tagen, um den Wohnsitz zu wechseln, also deutlich weniger als die 183-Tage-Regel.

Zypern

Zypern ist eine der besten Steueroptionen für EU-Bürger und ermöglicht es zudem, schnell eine steuerliche Ansässigkeit zu bekommen. Es reicht aus, 60 Tage im Jahr in dem Land zu verbringen.

Neben der Dauer des Aufenthalts müssen alle folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • sich nicht länger als 183 Tage in einem anderen Land aufhalten;
  • nicht als in einem anderen Land steuerlich ansässig betrachtet werden;
  • über eine Wohnung verfügen;
  • Starke Verbindungen zu Zypern nachweisen:
    • Ein Job
    • Eine Registrierung als Selbständiger
    • Geschäftsführung einer zypriotischen Gesellschaft
    • Ein Liebespartner

Sofern Du das Land verlässt, wird dieser Tag nicht in die Gesamtzahl der Tage eingerechnet.

Zypern ist als Wohnsitz gar nicht so schlecht. Es ist nicht nur eine große Insel mit vielen Möglichkeiten, sondern man kann dort auch steuerfrei leben.

Wir haben das zypriotische Steuersystem bereits in diesem Blog behandelt, aber kurz gesagt, ist es möglich, als Non-Dom eine vollständige Steuerbefreiung für Dividendeneinkünfte und Kapitalgewinne für fast alle Arten von Finanzmarktanlagen zu erhalten. Gewinne aus anderen Quellen werden über eine zyprische Gesellschaft mit nur 12,5 % besteuert.

Malta

Malta, ein weiteres Land mit einem Non-Dom-System, wendet ebenfalls die 183-Tage-Regel an. Für Begünstigte des Programms „The Residence Programme“ (für EU-Bürger) oder „The Global Residence Programme“ (für Nicht-EU Bürger) ist es erforderlich, dass Du Dich nicht länger als 183 Tage in einem anderen Land aufhältst.

Als sogenannter HNWI (High Net Worth Individual) ist aber ein Mindestaufenthalt (in der Regel 3 Monate) nur einmalig bei Anmeldung auf der Insel im ersten Jahr nötig. Per se gibt es ein Steuerzertifikat ohne Mindestaufenthalt, wenn man nur gelegentlich auf der Insel ist. Dazu zahlt man allerdings eine Pauschalsteuer von 15.000€ pro Jahr und muss eine Wohnung für mindestens 20.000€ im Jahr anmieten oder ab 350.000€ besitzen. Für Rentner reduzieren sich diese Anforderungen auf nur 9.600€ Miete und 7.500€ Pauschalsteuer. Für diese Personengruppe kann Malta also eine sehr interessante Alternative sein, vor allem da Maltas großes Netz an DBA viele Quellensteuern verringert und oft auch Renten im Ausgangsland steuerfrei stellt (zum Beispiel deutsche Betriebsrenten).

Im jeden Fall muss aber auch eine nicht erstattbare Bewerbungsgebühr von mehreren Tausend Euro gezahlt werden, hinzu kommen üppige Anwaltsgebühren für die Beantragung. Dennoch bietet das HNWI-Programm für EU-Bürger eine interessante Alternative zum weitaus bekannteren Zypern-Non-Dom.

Georgien

Ähnlich wie Malta befolgt auch Georgien die 183-Tage-Regel für allgemeine Zwecke, hat aber ein spezielles Programm, das von dieser Regel abweicht. Es handelt sich um den Status „High Net Worth Individual“ (HNWI), der Dich von der Anforderung eines Mindestaufenthalts in Georgien befreit. Nach der Anerkennung dieses Status kannst Du sofort die Bescheinigung über den steuerlichen Wohnsitz beantragen, unabhängig von der Anzahl der Tage, die Du Dich im georgischen Gebiet aufgehalten hast.

Es gibt zwei verschiedene Kategorien, um sich für den Status einer einkommensstarken Person (HNWI) zu qualifizieren:

1. Jahreseinkommen: Um diese Bedingung zu erfüllen, musst Du nachweisen, dass Du in den letzten drei (3) Jahren ein Jahreseinkommen von mindestens 200.000 GEL (ca. 60.000 €) pro Jahr hattest. Diese Einkünfte können inländischer oder ausländischer Natur sein und durch Steuererklärungen, Einkommensbescheinigungen und/oder Kontoauszüge nachgewiesen werden, aus denen die Einkünfte hervorgehen.

2. Reichtum/Vermögen: Die Bedingung für diese Kategorie ist eine Mindestinvestition von 3.000.000 GEL (ca. 880.000 €) in Georgien. Die Investition kann in Immobilien, in Finanzprodukte wie Staatsanleihen und sogar in Termineinlagen bei einer georgischen Bank erfolgen.

Zusätzlich musst du Inlandseinkommen über 50.000 GEL pro Jahr nachweisen, etwa über ein georgisches Small Business mit 1% Steuer

Gibraltar

Bevor wir die Liste fortsetzen, wollen wir noch eine letzte Sonderregelung erwähnen. Auch der Kleinstaat Gibraltar hält sich normalerweise an die 183-Tage-Regel. Diejenigen, die eine Aufenthaltsgenehmigung der Kategorie 2 erhalten, können jedoch eine Bescheinigung über ihren steuerlichen Wohnsitz erhalten und sind nicht an eine Mindestaufenthaltsdauer im Land gebunden. Dafür zahlen sie jedoch je nach Einkommen eine Pauschalsteuer zwischen 22.000 bis 28.000 GBP.

Um sich in Gibraltar niederzulassen, ist es möglich, sich dort selbständig zu machen, ein Unternehmen in Gibraltar zu gründen oder nachzuweisen, dass Du über ausreichend Vermögen verfügst. Darüber hinaus musst Du eine Krankenversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens 100.000 GBP haben und über eine Immobilie in Gibraltar verfügen, die Du entweder gemietet oder gekauft hast (Boote zählen in Gibraltar übrigens zu diesem Kriterium, sofern sie unter Gibraltar-Flagge segeln!).

In der Regel funktioniert dies, wenn du die Bedingungen für einen Aufenthalt der Kategorie 2 erfüllst, die für Staatsangehörige von Ländern außerhalb des Vereinigten Königreichs gelten. Zusätzlich zu den oben genannten Bedingungen musst Du ein Vermögen von 2 Millionen Pfund vorweisen können.

Honduras

Das Land verfügt nicht nur über ein attraktives territoriales Steuersystem, sondern auch über eines der fortschrittlichsten Wirtschaftszonensysteme der Welt, die ZEDEs. Prospera ist ein faszinierender Ort für verschiedene Arten von Unternehmen. Unternehmen können Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Tourismus, Aquakultur und viel mehr starten und ausweiten.

Für Steuerzwecke gilt eine Person als in Honduras ansässig, wenn sie sich während eines Steuerjahres länger als 90 Tage in dem Land aufhält – ununterbrochen oder nicht.

Paraguay

Mit einem sehr vorteilhaften Steuersystem und leicht zu erwerbenden Wohnsitzen ist Paraguay zu einem der bevorzugten Wohnsitze von angehenden Nomaden und Perpetual Traveler geworden. Derzeit nimmt das Land eine große Zahl europäischer Einwanderer auf, insbesondere Deutsche. Dank des territorialen Besteuerungssystemes kannst Du einen ausgezeichneten Lebensstandard genießen und musst im Land keine Steuern zahlen. Dafür musst Du Dich innerhalb nur eines Geschäftsjahres mindestens 120 Tage im Land aufhalten.

Mit einem Wohnsitz in Paraguay besteht Freizügigkeit in der gesamten Mercosur-Region. Weil Du Dich zu Beginn dieses Artikels gefragt hast, warum Du einen steuerlichen Wohnsitz in einem Land haben solltest: darum.

Schweiz

Das Verfahren, um in der Schweiz steuerlich ansässig zu werden, ist eines der schnellsten auf dieser Liste. Bereits ein Aufenthalt von mindestens 90 aufeinanderfolgenden Tagen pro Jahr (kurze Abwesenheiten ausgenommen) im Land gilt als steuerlicher Wohnsitz. Daneben wird auch das bereits erwähnte Kriterium des Lebensmittelpunktes in Betracht gezogen. In diesem Sinne gilt auch die Absicht, den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz zu begründen und Dich bei den kommunalen und kantonalen Behörden anzumelden, als steuerlicher Wohnsitz.

Das Einkommen von Nichtsteuerpflichtigen in der Schweiz wird nur dann besteuert, wenn die Quelle der Zahlungen schweizerischen Ursprungs ist. Mit 35% ist die Quellensteuer aber sehr üppig. Wer Schweizer Firmen betreibt, sollte hier nicht in die Steuerfalle laufen, sondern über eine Holding optimieren.

Vereinigtes Königreich

Das Verfahren im Vereinigten Königreich funktioniert anders. Dort musst Du Dich mindestens 60 Tage im Land aufhalten, allerdings brauchst Du den Statutory Residence Test (SRT). Die Zulassung erfolgt bei diesen Tests automatisch auf der Grundlage der von der britischen Regierung festgelegten Kriterien. Du musst mindestens eines der vier von der britischen Behörde geforderten Kriterien erfüllen.

Am einfachsten ist das Kriterium der Tage: Sofern Du keinen anderen steuerlichen Wohnsitz hast reicht es vollkommen aus.

Neben dem Test für die steuerliche Ansässigkeit wendet das Vereinigte Königreich auch automatische Tests für Ausländer an. Achtung: Falls Du in einem oder mehreren der drei vorangegangenen Steuerjahre im Lande ansässig warst – aber in dem bestehenden Jahr weniger als 16 Tage im Vereinigten Königreich verbracht hast – hast du keine steuerliche Ansässigkeit mehr.

Vereinigte Staaten

Hier ist der Prozess ähnlich wie im Vereinigten Königreich. Auch im Vereinigten Staaten gibt es einen Test, der mit dem SRT vergleichbar ist, nur dass der amerikanische  Substancial Presence Test zwei Kriterien kombiniert. Abgesehen von dem 183-Tage-Kriterium wirst Du als steuerlich ansässig angesehen, wenn Du Dich im laufenden Jahr mindestens 31 Tage und im laufenden Jahr und in den beiden Vorjahren insgesamt 183 Tage in den USA aufgehalten hast.

Mit anderen Worten: Bei mindestens 31 Tagen Aufenthalt in den USA in einem Jahr summierst Du die in diesem Jahr verbrachten Tage plus 1/3 der Tage des Vorjahres und 1/6 der Tage des Vorjahres. Ergeben sich daraus 183 Tage oder mehr, wird die Steuerschuld für das weltweit erzielte Einkommen in den Vereinigten Staaten fällig. Inhaber einer US-Green-Card gelten ebenfalls als Steuerpflichtige. Dieser Status bleibt so lange erhalten, bis die Green Card formell zurückgegeben wird.

Irland

Irland wurde in diesem Blog bereits als eines der steuerlich interessantesten Länder Europas erwähnt, was auf sein flexibles System der Steuerfreiheit zurückzuführen ist. Das Land ist auch ein guter Standort für ein EU-Unternehmen.

Ähnlich wie in den USA gibt es über die üblichen 183 Tage hinaus ein weiteres Kriterium. Privatpersonen gelten als steuerlich ansässig, wenn sie in einem Jahr und im Vorjahr insgesamt 280 Tage oder mehr verbringen, davon mindestens 30 Tage in jedem Jahr.

Andere Länder wie Indien, Israel, Litauen, Mauritius, Norwegen und Kenia folgen ähnlichen Modellen wie Irland und die USA, indem sie zusätzlich zur 183-Tage-Regel die Gesamtzahl der in den Vorjahren im Land verbrachten Tage berücksichtigen.

Angola

Die angolanischen Kriterien sehen einen Mindestzeitraum von 3 Monaten vor, um hier steuerlich ansässig zu werden. Dieser Zeitraum ist nicht fortlaufend, d. h. du kannst dich 90 aufeinanderfolgende oder abwechselnde Tage aufhalten. Ein weiteres Kriterium ist ein dauerhafter Wohnsitz im Land am 31. Dezember des Steuerjahres.

 

Jetzt die Länder, wo die steuerliche Ansässigkeit länger dauert

Bei diesen Ländern kannst Du Dich länger als 183 Tage aufhalten, ohne Steuern zu zahlen. Manche Länder haben noch nicht einmal Kriterien für diese Art des Aufenthaltsrechts.

Südafrika

Als größtes Nomadenreiseziel auf dem afrikanischen Kontinent und als eines der am weitesten entwickelten und globalisierten Länder des Kontinents hat Südafrika viel zu bieten.

Es gibt keine gesetzliche Definition des Begriffs „gewöhnlicher Einwohner“. Die südafrikanischen Gerichte haben entschieden, dass ein Steuerpflichtiger seinen gewöhnlichen Wohnsitz in dem Land hat, in dem er sich am meisten niedergelassen hat, in das er auf natürliche Weise von seinen Wanderungen zurückkehren würde, oder in dem er seinen gewöhnlichen oder Hauptwohnsitz hat.

Grundsätzlich bist Du in Südafrika ansässig, wenn Du Dich in dem betreffenden Steuerjahr und in jedem der vorangegangenen fünf Steuerjahre insgesamt mehr als 91 Tage und in den vorangegangenen fünf Steuerjahren insgesamt mehr als 915 Tage in Südafrika aufgehalten hast. Du verlierst diesen Status solltest Du jedoch mindestens 330 ununterbrochenen Tagen außerhalb Südafrikas verbringen.

Argentinien

Die Frist, um in Argentinien eine steuerliche Ansässigkeit zu erlangen, ist eine der längsten der Welt. Bis zu 12 Monate Aufenthalt im Land sind möglich, ohne dass du als Einwohner angesehen wirst. Dies ist ein großer Vorteil in Bezug auf die Aufenthaltsdauer, die das Land zu einer Hütte der digitalen Nomaden in Lateinamerika gemacht hat. Darüber hinaus hat Argentinien hervorragende Landschaften und eine blühende Kulturszene. Aufgrund der Krise, die das Land heimsucht, sind die Lebenshaltungskosten recht niedrig.

Dennoch solltest Du nicht in das argentinische System fallen, da die Steuerlast für Dein Portemonnaie schmerzhaft sein wird.

El Salvador

Das erste Land, das Bitcoin (BTC) als offizielle Währung eingeführt hat, ist bekannt für seine schönen Landschaften, Strände und erschwinglichen Lebenshaltungskosten. Die offizielle Währung ist der US-Dollar, wodurch die Kosten für die Währungsumrechnung, wie Wechselkurse und Steuern, entfallen.

Voraussetzung für einen steuerfreien Aufenthalt ist, dass Du Dich weniger als 200 aufeinander folgende Tage in El Salvador aufhältst. Ein mehrwöchiger Aufenthalt („Visa Run„) in einem der Nachbarländer kann daher ausreichen, um die Zählung zu unterbrechen und Dir noch mehr Tage zu ermöglichen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn dein Haupteinkommen aus salvadorianischen Quellen stammt. Dadurch besteht die Gefahr, dass du zum Steuerpflichtigen wirst.

Eswatini (bis 2018 offiziell Swasiland)

Eswatini ist sicherlich ein weniger konventionelles Land, das zwischen Südafrika und Mosambik liegt. So wird es zu einem möglichen Stützpunkt für Nomaden mit Unternehmen in den beiden anderen Ländern.

Die bevölkerungsreichste Stadt Manzini ist 5 Autostunden von Johannesburg und Pretoria entfernt – während Maputo, die Hauptstadt von Mosambik, 3 Autostunden weit weg ist.

Eswatini besitzt keine wirkliche Definition des Wohnsitzes. Da nur inländische Einkommensquellen besteuert werden, kannst Du Dich so lange im Land steuerfrei aufhalten, wie Du willst. Vergewissere Dich, dass Du ein Unternehmen im Ausland hast, aus dem Du Dividenden zahlen kannst.

Ein weiterer Vorteil ist es, dass das Land keine CFC-Vorschriften hat.

Namibia

Ein weiteres Land im südlichen Afrika, ist bekannt für seine riesige Wüste und auch dafür, dass es eine Zeit lang deutsche Kolonie war. Tatsächlich gibt es immer noch deutsche kulturelle Einflüsse im Land, insbesondere in der Küstenstadt Luderitz.

Hier gilt dasselbe wie in Eswatini: Der Wohnsitz ist für Steuerzwecke nicht wichtig, sondern nur die Einkommensquelle. Es gibt keine Anzahl von Tagen, die eine Person zu einem Steuerinländer macht. Technisch handelt es sich dabei um eine Territorialbesteuerung wie wir sie aus Panama und Georgien kennen, praktisch ergibt er sich aber aus den fehlenden Vorschriften zum Steuerwohnsitz.

Macau

Die Sonderverwaltungszone Macau in China ist weithin als eines der größten Glücksspielzentren der Welt bekannt. Sie liegt ganz in der Nähe von Shenzhen und Hongkong und ist auch ein guter Ausgangspunkt für alle, die China erkunden wollen.

Wie in Eswatini ist das Konzept des steuerlichen Wohnsitzes für Macau irrelevant, da es nur um die Besteuerung von Einkünften aus Macau geht.

Mexiko

Oh, Mexiko. Als eines der offensten Länder der Pandemie ist Mexiko auch wegen seiner günstigen Lebenshaltungskosten, der lateinamerikanischen Kultur, der wunderbaren Küche (wenn auch etwas scharf) und des atemberaubenden Klimas und der Strände ein beliebtes Ziel für Nomaden.

Im mexikanischen Steuergesetzbuch ist keine Anzahl von Tagen für den steuerlichen Wohnsitz festgelegt. Stattdessen wirst Du für mexikanische Steuerzwecke als ansässig betrachtet, erst wenn Du Deinen Wohnsitz in Mexiko hast.

Auch hier wird die Berücksichtigung des Lebensmittelpunkts herangezogen, wenn es mehr als einen Wohnsitz gibt. Nach mexikanischem Steuerrecht gilt der Lebensmittelpunkt einer Person als in Mexiko gelegen, wenn mehr als 50% Deines Einkommens in einem Kalenderjahr aus mexikanischen Quellen stammen, oder wenn Mexiko Dein Hauptort ist. Ein Steuerwohnsitz in einem Land mit DBA zu Mexiko schirmt dich grundsätzlich immer von der mexikanischen Besteuerung ab.

Japan

Du bist an einem Aufenthalt in Asien interessiert, möchtest aber ein Land mit einem milderen Klima und einem höheren Entwicklungsstand als Südostasien? Japan könnte eine gute Wahl sein.

Es gibt nicht nur ein gutes Steuersystem für Nichtansässige, sondern es ist auch möglich, bis zu einem Jahr zu bleiben, ohne einen Steuerwohnsitz zu haben. Ein Steuerpflichtiger ist eine Person, die ihren „jusho“ (d.h. ihren Wohnsitz) in Japan hat oder (ii) die einen „kyosho“ (d.h. einen vorübergehenden Wohnsitz) in Japan für einen Zeitraum von einem Jahr oder länger unterhält.

Idealerweise solltest Du in einem solchen Fall immer noch Verbindungen zu Deinem vorherigen Wohnsitzland nachweisen können, um zu vermeiden, dass Japan aufgrund des Lebensmittelpunkts als Dein neuer Wohnsitz eingestuft wird.

 

Länder, die keine direkten Steuern haben

Hier wird die Einkommensteuer nicht direkt erhoben und manchmal gibt es nicht einmal eine Definition eines steuerlichen Wohnsitzes. Zu dieser Gruppe gehören in der Regel kleine Inseln, die als Steuerparadiese gelten (wie die Kaimaninseln, die Jungferninseln oder die Bahamas), oder Länder, die wichtige Ölproduzenten im Nahen Osten sind (Katar, Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate).

Einige von ihnen, wie z. B. die Vereinigten Arabischen Emirate, verfügen über hervorragende Sonderzonen, die Unternehmen Steuerfreiheit gewähren. Die Emirate können Steuerbescheinigungen ausstellen, wenn die im Doppelbesteuerungsabkommen mit dem betreffenden Land festgelegten Wohnsitzvoraussetzungen erfüllt sind. Im Regelfall beträgt die Frist zur Erlangung einer Ansäßigkeitsbescheinigung hier aber auch 183 Tage. Wir können Dich hier gerne unterstützen.

 

Und wie lange willst du bleiben?

Die 183-Tage-Regel ist zwar die am weitesten verbreitete, gilt aber nicht in allen Ländern. Es gibt legale Möglichkeiten, Deinen steuerlichen Wohnsitz schnell zu verlegen und sich aus den Fängen des Staates zu befreien. Andererseits ist es möglich, mehr Zeit in einigen Ländern zu verbringen und keine Steuern zu zahlen. Mit diesem Artikel kannst du jetzt deine Strategie für beide Szenarien (kürzer oder länger bleiben) ausarbeiten.

Wie auch immer Du Dich entscheidest, denke daran, dass Dein Leben Dir gehört!