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Auf unserem Blog haben wir bereits eine Reihe von lateinamerikanischen Juwelen vorgestellt – von Brasilien über Argentinien bis hin zu Paraguay, Panama, Costa Rica und sogar Uruguay. Jetzt erweitern wir unseren Horizont: Heute geht es um Chile!

Warum Chile überzeugt

Wenn es um einen Tapetenwechsel geht, wollen wir natürlich immer einen Ort finden, der das noch übertrifft, was wir hinter uns lassen. Das gilt umso mehr, wenn es sich nicht nur um einen Umzug in eine andere Stadt, sondern in ein anderes Land handelt. Viele werden zu Perpetual Traveler, aber viele verlassen Deutschland und lassen sich an einem Ort nieder.

Chile mag nicht perfekt sein, doch es überzeugt mit einer Fülle von Argumenten, die es von seinen Nachbarn abheben.

Städte wie aus dem Bilderbuch, fortschrittliche Technologien, schnelles Internet und eine exzellente städtische Infrastruktur sind nur der Anfang. Chile glänzt mit dem höchsten Human Development Index Südamerikas und einer bemerkenswert niedrigen Korruptionsrate, weltweit auf Platz 27.

Auch die Mobilität im Land ist kein Problem, dank zuverlässiger Verkehrssysteme wie Bus, U-Bahn, Taxis, Carsharing-Angeboten wie Uber und Cabify und sogar Zuglinien. So wurde kürzlich der schnellste Zug Südamerikas eingeweiht, der mit 160 km/h fährt und Santiago mit der Stadt Curicó verbindet.

In Sachen Geschäftsmöglichkeiten belegt Chile Platz 21 im Index für Wirtschaftsfreiheit, ein Spitzenreiter unter den Ländern Lateinamerikas für Unternehmensgründungen.

Auch wenn die Kriminalität seit dem Amtsantritt von Präsident Boric zugenommen hat, bleiben die Kriminalitäts- und Mordraten im Land vergleichsweise niedrig.

Das alles findet man in einem Land voller Kultur und feiner Küche. Die Weingüter Chiles gehören zu den besten der Welt und bieten hochwertige Weine zu erschwinglichen Preisen. Hinzu kommt ein breites Freizeitangebot mit Skifahren im Winter sowie Wasserfällen, Stränden und alpinen Tälern im Sommer.

Kein Wunder also, dass Santiago, die Hauptstadt, von der Economist Intelligence Unit im Jahr 2023 zur zweitbesten Stadt zum Leben in Lateinamerika gewählt wurde.

Wenn man all diese Faktoren zusammen nimmt, plus eine für Ausländer offene chilenische Gesetzgebung und eine größtenteils herzliche Bevölkerung, dann bietet Chile eine attraktive Alternative für alle, die nach mehr Freiheit und besserer Lebensqualität suchen.

Chilenisches Steuersystem: Was sind die Vorteile?

Wenn Du überlegst, Deinen Lebensmittelpunkt nach Chile zu verlegen, ist das Verständnis des lokalen Steuersystems entscheidend, um zu bewerten, ob sich dieser Schritt finanziell für Dich lohnt. Ein unerwartet hoher Steuersatz kann den Traum vom Leben im Ausland schnell trüben. Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung, wie das chilenische Steuersystem für Auswanderer funktioniert:

In Chile giltst Du als steuerlich ansässig, wenn Du entweder sechs Monate kontinuierlich oder über einen Zeitraum von zwei Jahren verteilt insgesamt sechs Monate im Land verbracht hast. Dieser Status ist wichtig, da er bestimmt, welche Steuern auf Dich zukommen. Als Perpetual Traveker wollen wir unnötige Steuerwohnsitze vermeiden.

Als Neuling in Chile kannst Du von einem attraktiven Feature profitieren: der Territorialbesteuerung. In den ersten drei Jahren Deines Aufenthalts wirst Du nur auf das Einkommen besteuert, das Du innerhalb Chiles erzielst.

Einkünfte aus dem Ausland, einschließlich Kapitalerträge, Dividenden und Mieteinnahmen, sind in dieser Zeit steuerfrei. Das bedeutet auch, dass Einkommen aus ausländischen Unternehmen nicht besteuert wird. Natürlich ist aber auf den Leistungsort der Tätigkeit zu achten. Eventuelle Substanz in deiner Auslandsfirma wird deshalb nötig sein.

Interessanterweise besteht die Möglichkeit, diesen Zeitraum um weitere drei Jahre zu verlängern, was bedeutet, dass Du bis zu sechs Jahre lang kein ausländisches Einkommen versteuern musst. Der Antrag dazu ist nicht sonderlich kompliziert.

Nach dieser Schonfrist kommt das globale Besteuerungssystem zum Tragen. Hier musst Du Dein weltweites Einkommen, unabhängig davon, wo es erwirtschaftet wurde, in Chile versteuern. Hier wäre es unserer Meinung nach an der Zeit, unsere Koffer zu packen.

Das Steuersystem in Chile ist progressiv gestaltet:

  • Einkommensteuer: Zwischen 0% und 40%, abhängig vom weltweiten Einkommen.
  • Kapitalertragssteuer: Dividenden und Kapitalgewinne unterliegen ebenfalls der progressiven Einkommensteuertabelle, wobei es Ausnahmen gibt, die von der Haltedauer und dem Verwandtschaftsgrad abhängen.
  • Körperschaftsteuer: Von 25% für KMUs und 27% für größere Firmen.
  • Erbschafts- und Schenkungssteuer: Diese variiert je nach Erbschaftswert und Verwandtschaftsgrad zwischen 1% und 25%, mit höheren Sätzen für entferntere Verwandtschaftsgrade.
  • Mehrwertsteuer: 19%

Zu den finanziellen Verpflichtungen gehören auch Sozialversicherungsbeiträge, die in der Regel 20% des monatlichen Einkommens betragen. Für Ausländer gibt es Möglichkeiten, sich von einigen lokalen Beiträgen zu befreien, wenn sie an einem ausländischen Sozialversicherungsprogramm teilnehmen.

Die progressiven Steuersätze basieren auf jährlichen Steuereinheiten (ATU) und der Wert in chilenischen Peso wird monatlich neu bewertet.

Wie kommst Du an eine Aufenthaltsgenehmigung in Chile

Im Gegensatz zu Ländern wie Paraguay oder Panama erfordert Chile, dass Du eine gewisse Zeit im Land verbringst, bevor Du als Einwohner anerkannt wirst. Es ist damit gerade für junge Familien eine gute Option, die für die Familiengründung  (vielleicht mit Geburtstourismus nebenan in Argentinien) längere Zeit an einem Ort bleiben wollen.  Es gibt dabei verschiedene Pfade, die Du beschreiten kannst:

Der erste Schritt ist, ein temporäres Wohnsitzvisum zu beantragen, welches Dir einen längeren Aufenthalt als die üblichen 90 Tage, die Touristen gewährt werden, ermöglicht. Dieses Visum dient als Sprungbrett für die dauerhafte Residenz und letztendlich die Staatsbürgerschaft. Das wird vom chilenischen Nationalen Migrationsdienst (SERMIG) ausgestellt und ist für Personen gedacht, die bis zu zwei Jahre in Chile leben möchten. In diesen ersten 2 Jahren besteht grundsätzlich ein Mindestaufenthalt von 183 Tagen. Danach entfällt der Mindestaufenthalt im Rahmen der permanenten Aufenthaltsgenehmigung.

  • Rentner: Mit Nachweis über ein stabiles Einkommen – idealerweise über 1.500 US-Dollar pro Monat, plus ein wenig extra für jeden Familienangehörigen, den Du mitbringst;
  • Arbeitsvertragsvisum: Es ist wichtig, den Job schon in der Tasche zu haben, bevor Du das Visum beantragst;
  • Investorenvisum: Für Unternehmer mit mindestens 60.000 US-Dollar und einem durchdachten Geschäftsplan könnte dies die richtige Wahl sein.

Die Antragsstellung geht entweder online oder direkt bei einer chilenischen Botschaft. Du musst erst vor Ort sein, wenn Dein Visum aktiviert sein muss.

Was kostet der Spaß? Plane mit etwa 1.999 US-Dollar für Dich und 1.299 US-Dollar für jede weitere Person.

Nach dem Ablauf beantragst Du das dauerhafte Visum – Du musst nur beweisen, dass Du dort langfristig leben willst.

Achte darauf, dass Du nicht mehr als zwei Jahre außerhalb Chiles verbringst, damit Du Deine Aufenthaltsgenehmigung nicht verlierst. Du kannst allerdings eine Verlängerung beantragen, um bis zu vier Jahre im Ausland zu bleiben.

Aber mal ehrlich, wer würde nicht gerne einen chilenischen Pass in der Tasche haben – vor allem jetzt, dass bald doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland anerkannt wird?

Der chilenische Reisepass

Um die chilenische Staatsbürgerschaft zu erlangen, ist es notwendig, fünf Jahre als dauerhafter Bewohner in Chile gelebt zu haben. Diese Zeitspanne beginnt mit dem Datum, an dem Dein erstes temporäres Wohnsitzvisum in Deinen Pass gestempelt wurde.

Zudem ist der chilenische Pass ein echter Juwel in der Welt der Reisepässe. Er zählt aktuell zu den 14 mächtigsten Pässen weltweit und sticht damit sogar Länder wie Paraguay, Uruguay, Kolumbien und selbst Mexiko sowie Costa Rica aus. Als einziger lateinamerikanischer Pass bietet er visafreien Zugang in die USA mit ESTA.

Mit einem chilenischen Pass hast Du visafreien Zugang zu über 170 Ländern, ganz zu schweigen von der Freiheit, Dich ohne große Umstände im gesamten Mercosur-Raum zu bewegen.

Stell Dich darauf ein, Dein Spanisch zu verbessern und Dich eingehend mit der chilenischen Kultur und Geschichte zu beschäftigen – das gehört alles zum Weg dorthin. Wenn Du bereit bist, reiche den Antrag online ein und Du solltest innerhalb von zwei bis drei Jahren mit einer Antwort rechnen. Natürlich können unsere lokalen Anwälte dabei unterstützen.

 

Lohnt sich also Chile überhaupt?

Chile zählt zu den am höchsten entwickelten Ländern Südamerikas, was sich natürlich auch in den Lebenshaltungskosten widerspiegelt.

Um Dir eine Vorstellung zu geben, hier einige Zahlen:

  • Der Mindestlohn in Chile beträgt etwa 460.000 chilenische Pesos, was in etwa 496,80 US-Dollar entspricht.
  • Für eine Einzelperson liegen die monatlichen Lebenskosten bei ungefähr 1.220 Euro, während eine vierköpfige Familie mit monatlichen Ausgaben von rund 2.533 Euro rechnen sollte.
  • Mietkosten für eine 85 Quadratmeter große, möblierte Wohnung in einem mittleren Preissegment belaufen sich auf etwa 597 Euro, zuzüglich Nebenkosten von ca. 71 Euro.
  • Ein Monatsticket für öffentliche Verkehrsmittel kostet etwa 40 Euro, und für ein Essen im Restaurant inklusive Getränk kann man mit ungefähr 15 Euro rechnen.

Die Währung ist der chilenische Peso (CLP) mit einem Wechselkurs von 1 zu 0,00100 gegenüber dem Euro zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels. In der Praxis bedeutet das, dass die Scheine von 1.000 bis 20.000 CPL reichen und 1.000 CLP beim aktuellen Wechselkurs 1 EUR entsprechen.

Nun zur Frage, ob sich eine Investition in Chile lohnt: Du wirst zwar keine Steueroase vorfinden, aber es gibt die Möglichkeit, für bis zu sechs Jahre keine Steuern auf ausländische Einkünfte zu zahlen. Das, kombiniert mit der hohen Lebensqualität und Sicherheit, macht Chile durchaus attraktiv. Vor allem wenn dann nach 5 Jahren vor Ort eine extrem gute Staatsbürgerschaft winkt!

Letztendlich musst Du diese Entscheidung selbst treffen. Wir sind hier, um Dich bei diesem Prozess zu unterstützen und Deinen Übergang nach Chile so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten.

Weil Dein Leben Dir gehört!

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